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    An atypische Zöliakiesymptome denken – zum Wohl von Mutter und Kind

    Bei wiederholten Fehlgeburten und Fertilitätsstörungen ist die Hypothese einer noch nicht diagnostizierten Zöliakie immer greifbarer. Präventive Zöliakie-Screenings für schwangere Frauen sind jedoch umstritten.

    Ungeklärte Fertilitätsstörungen, wiederholt Fehlgeburten ohne spezifische Ursache, Frühgeburten, ein geringes Geburtsgewicht oder kurze Stillperioden – Experten zufolge könnten dies nur einige der Folgen einer noch nicht diagnostizierten Zöliakie und folglich dem Nicht-Einhalten einer glutenfreien Ernährung sein.

    Zöliakie ist eine genetisch bedingte Unverträglichkeit, die von einer Immunreaktion auf ein in vielen Getreidesorten enthaltenes Protein gekennzeichnet ist: Gluten. Die Aufnahme von Gluten führt zu einer chronischen Entzündung des Dünndarms. Schädigungen der Darmschleimhaut und Atrophie der Darmzotten sind die Folge. Die Prävalenz der Zöliakie wird auf 1 : 100 bis 1 : 500 geschätzt. Doch die Zahl der tatsächlich diagnostizierten Fälle liegt weit unter diesen berechneten Werten. Die hohe „Dunkelziffer“ der Zöliakie darf daher nicht unterbewertet werden.

    Bei Erwachsenen gestaltet sich die Diagnose einer Zöliakie oft schwierig. Denn abgesehen von typischen Symptomen wie Diarrhoe, Bauchschmerzen oder Völlegefühl gehen mit Zöliakie auch atypische Symptome einher, etwa Anämie, Osteopenie, Amenorrhoe und Fertilitätsstörungen. „Neueste klinische Studien verweisen darauf, dass eine nicht diagnostizierte Zöliakie Störungen der Fortpflanzungsfähigkeit einer Frau bedingen kann, und zwar nicht nur hinsichtlich der Dauer des fortpflanzungsfähigen Alters, das heißt eine verfrühte Menopause oder eine späte Menarche, sondern auch in puncto Fruchtbarkeit und Schwangerschaftsverlauf“, erklärt Carlo Catassi, Professor für Pädiatrie an der Polytechnischen Universität der Region Marken, Ancona, Italien. „Einige aktuelle Arbeiten zeigen einen Zusammenhang zwischen nicht diagnostizierter Zöliakie und höherer Fehlgeburtenrate. Diese liegt bei einer gesunden Frau bei etwa zehn Prozent. Bei Frauen mit nicht diagnostizierter und folglich noch nicht behandelter Zöliakie kann dieser Prozentsatz doppelt so hoch sein. Beruhigend ist jedoch: Wenn sich die Zöliakiebetroffene glutenfrei ernährt, ist ihr Fehlgeburtenrisiko gleich hoch wie das einer gesunden Frau“, ergänzt Catassi.

    Catassi bezieht sich in seinen Statements unter anderem auf folgende Studien:
    • A nationwide population-based study to determine whether coeliac disease is associated with infertility; Daniela Zugna, Lorenzo Richiardi, Olof Akre, Olof Stephansson, and Jonas F Ludvigsson; Gut, Nov 2010; 59: 1471–1475.
    • Coeliac disease and pregnancy outcomes; M M Butler, L C Kenny, and F P McCarthy; Obstet Med, Sep 2011; 4: 95–98.
    • Celiac disease: an underappreciated issue in women’s health; Sveta Shah and Daniel Leffler; Womens Health (Lond Engl). Sep 2010.
    • Coeliac disease and reproductive disorders; Bilge Özgör and Mukadder Ay?e Selimo?lu; Scandinavian Journal of Gastroenterology, 2010; 45: 395–402.

    „Daher ist es grundlegend, eine Zöliakie in Erwägung zu ziehen und ‚nach ihr zu suchen‘“, betont Dr. Giuseppe Caula, Gastroenterologe am Krankenhaus Martini in Turin, Italien. „Dabei ist sowohl auf typische als auch auf sogenannte atypische Symptome zu achten. Zöliakiebetroffene haben Antikörper im Blut, die man mit einer einfachen Blutprobe nachweisen kann. Bei positivem Befund muss der Verdacht auf Zöliakie mit einer histologischen Untersuchung der bei Zöliakiebetroffenen morphologisch veränderten Darmzotten bestätigt werden. Dies erfolgt mittels Gastroskopie. Es ist jedoch zu beachten, dass mit einer glutenfreien Ernährung erst nach diesen Untersuchungen begonnen werden sollte, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Mit einer glutenfreien Ernährung kommt es nämlich zu einer progressiven Negativierung der Antikörper und zu einer Normalisierung der Duodenalschleimhaut.“

    Allgemeinmediziner und Fachärzte sollten daher bei unklaren Fertilitätsstörungen unter anderem eine Zöliakie in Betracht ziehen und bei Verdacht die Diagnostik im Sinne der bestehenden Leitlinien, sprich die Antikörperbestimmung und bei positivem Befund eine Biopsie, in die Wege leiten statt spezifische Untersuchungen hinsichtlich der betreffenden Symptome zu veranlassen.

    Probleme im Zusammenhang mit einer zöliakiebedingten Unfruchtbarkeit, die sowohl Frauen als auch Männer betreffen können, gehen tendenziell zurück, wenn für einen gewissen Zeitraum (wenige Monate bis zu ein paar Jahren) eine glutenfreie Ernährung eingehalten wird. „Ursache für diese Störungen“, so der Oecotrophologe Christof Meinhold von der Praxis für Ernährungsberatung in Köln, Deutschland, „könnten Nährstoffdefizite sein: Insbesondere kann ein Mangel an bestimmten Spurenelementen vorliegen, etwa Zink und Eisen (wichtig für die Eierstockfunktion und den Menstruationsrhythmus), Magnesium, Calcium, Selen, aber auch Folsäure, Vitamin B12, Vitamin K (das zusammen mit Eisen eine wesentliche Rolle bei der Organbildung spielt) und die essenziellen Fettsäuren Omega 3 und Omega 6.“

    Der Ernährungstherapeut, der wie Catassi und Caula Mitglied im wissenschaftlichen Komitee von Dr. Schär ist, ergänzt: „Allerdings reicht es nicht, diese Nährstoffmängel durch Zufuhr von Nahrungsergänzungsmitteln zu kompensieren. Die einzige Lösung ist und bleibt eine streng eingehaltene, abwechslungsreiche und ausgewogene glutenfreie Ernährung. Nur so kann sich die Darmschleimhaut komplett regenerieren und ihre eigentliche Funktion, nämlich die Nährstoffabsorption über die Darmzotten, wieder aufnehmen. Gleichzeitig sind aber auch all jene Ernährungsempfehlungen zu befolgen, die normalerweise an nicht von Zöliakie betroffene Frauen in der Schwangerschaft gerichtet sind.“

    Und schließlich ist in der wissenschaftlichen Welt die Frage hochaktuell und sehr umstritten, ob die Einführung eines Zöliakiescreenings mittels serologischer Tests nützlich sein könnte – wenn nicht schon für alle schwangeren Frauen, so zumindest für jene mit Fertilitätsstörungen unbekannten Ursprungs oder mit nicht anders erklärbaren wiederholten Fehlgeburten. Ganz allgemein geht es jedenfalls um verstärkte Aufklärungsarbeit dahingehend, dass bei Fertilitätsproblemen eine noch nicht diagnostizierte Zöliakie in Erwägung gezogen werden sollte.

    Die wichtigsten Mikronährstoffquellen für Zöliakiebetroffene – vom Molekül bis hin zum Nahrungsmittel:
    • Essenzielle Fettsäuren: fette Seefische, Ölsaaten, Nüsse
    • Calcium: Milch, Milchprodukte, calciumreiches Mineralwasser, Broccoli, Fenchel, Spinat, Mandeln, Haselnüsse
    • Magnesium: Hülsenfrüchte, glutenfreie Vollkornprodukte, Trockenfrüchte, grünblättriges Gemüse, Bananen
    • Selen: Fisch, Fleisch, glutenfreie Getreideprodukte, Milchprodukte
    • B-Vitamine: heterogene Gruppe, die wichtigsten Quellen sind Fisch, Fleisch, Eier, Hülsenfrüchte
    • Vitamin K: Spinat, Broccoli, Blumenkohl, Kohlsprossen
    • Vitamin D: Lachs, Hering, Milchprodukte, Milch, Eier

    Über Dr. Schär
    Die Unternehmensgruppe Dr. Schär mit Hauptsitz in Südtirol (Italien) engagiert sich seit 30 Jahren voller Überzeugung und Kompetenz im Bereich diätetischer Spezialprodukte. Für Menschen mit besonderen Ernährungsanforderungen bietet das Unternehmen genussvolle Lösungen – glutenfreie Produkte unter den Marken Schär und Glutano sowie MCT-Produkte unter der Marke Ceres. Dr. Schär engagiert sich stark im Bereich Forschung und Entwicklung und setzt die gewonnenen Erkenntnisse in der Produktion um. Zudem ist das Unternehmen intensiv mit allen Fachgesellschaften und Verbänden weltweit im Gespräch, um die öffentliche Aufmerksamkeit etwa für Zöliakie und Gluten Sensitivity zu gewinnen und damit den Bekanntheitsgrad und die Akzeptanz in der Fachwelt und der Bevölkerung zu steigern. Diese langjährige Kompetenz bündelt das Unternehmen in seinem 2011 gegründeten Dr. Schär Institute, das die Wissensplattform für Ernährungsfachkräfte, Allgemeinmediziner und Fachärzte ist und erste Anlaufstelle, wenn es um besondere Ernährungsanforderungen geht. Weitere Informationen zum Dr. Schär Institute und zum wissenschaftlichen Komitee von Dr. Schär unter www.drschaer-institute.com.

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