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    Wenn Köche nicht riechen und Musiker nicht hören

    HNO-Klinik Erlangen erstellt medizinische Begutachtungen bei Hör-, Riech- und Gleichgewichtsstörungen – Riechprüfung mit „Sniffin’ Sticks“ ist patientenfreundlich und verlässlich – Psychische Unterstützung der Patienten – Spezielle Studie zu Risiken von Goaßlschnalzen durchgeführt

    ERLANGEN – Jedes Jahr werden in Deutschland rund 80.000 Menschen aufgrund einer Riechstörung (Dysosmie) behandelt. Die Ursachen sind vielfältig, die Folgen schwerwiegend. Die Betroffenen leiden unter dem Verlust des Geruchssinns, häufig kommt es zu Depressionen oder einer sozialen Isolierung – zum Beispiel aus Angst, den eigenen Schweißgeruch in einer Gruppe nicht wahrzunehmen und deshalb unangenehm aufzufallen. Riechstörungen sind nicht harmlos – sie können zum Beispiel auch ein Hinweis auf schwerwiegende Erkrankungen wie zum Beispiel die Parkinsonsche Krankheit sein.
    Bei manchen Menschen führen Riechstörungen sogar zu einer beruflichen Ausgrenzung und einem sozialen Abstieg: Feuerwehrmänner, Köche, Sommeliers oder Gasinstallateure, die nicht mehr riechen, dürfen ihre Arbeit aus Risikogründen nicht mehr ausüben. Um die Betroffenen zu unterstützen, ihnen psychisch zur Seite zu stehen und mögliche Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, hat sich die HNO-Klinik des Universitätsklinikums Erlangen auf eine fundierte Diagnostik von Riechstörungen spezialisiert. Zusätzlich erstellen die Fachärzte medizinische Gutachten, die von der gesetzlichen oder privaten Unfallversicherung zur Anerkennung der verminderten Erwerbsfähigkeit oder der Invalidität anerkannt werden. So sind die Patienten zusätzlich sozial abgesichert.

    Das Erlanger Modell: in drei Schritten zum Ergebnis
    „Hauptsächlich behandeln wir Patienten mit nicht-sinusalen Riechstörungen. Bei dieser Gruppe ist das olfaktorische System, also der Riechapparat, beschädigt – zum Beispiel in Folge eines Unfalls wie einem Sturz oder einem Schlag auf den Kopf“, so Oberarzt Dr. Frank Waldfahrer. Schon leichte Schläge reichen, damit die Riechnerven ganz oder teilweise abreißen, und nur selten bildet sich eine solche Riechstörung zurück. „Bei diesen Patienten müssen wir auch psychische Unterstützung leisten. Wenn sich die Welt der Düfte für immer verschließt, ist der Leidensdruck besonders hoch“, so Dr. Waldfahrer. Ob ein teilweiser Abfall der Riechfunktion (Hyposmie) oder ein vollständiger Riechverlust (Anosmie) vorliegt, das wird in der HNO-Klinik mit einem Test ermittelt, der vor gut elf Jahren hier an der Medizinischen Fakultät von dem Physiologen Professor Kobal und Kollegen entwi-ckelt wurde und sich in der Praxis bewährt hat. Das sogenannte „Erlanger Modell“ ist ein „Sniffin’ sticks“-Verfahren und besteht aus drei Teilen, einem Schwellen-, einem Diskriminations- und einem Identifikationstest (kurz: SDI).

    Punktesystem gibt Aufschluss über Grad der Riechstörung
    Das subjektive Verfahren ist einfach und patientenfreundlich: Die Patienten riechen in einem ruhigen und möglichst geruchsneutralen Raum mit verbundenen Augen an speziellen Duftstiften (Sniffin’ Sticks). Die Stifte enthalten natürliche und künstliche Aromastoffe und müssen rund alle sechs Monate erneuert werden. Gestartet wird mit dem Schwellentest. Dabei ermitteln die Ärzte mit unterschiedlich dosierten Stiften die Riechschwelle der Patienten. Beim Diskriminationstest wird die Fähigkeit des Patienten analysiert, unterschiedliche Düfte voneinander zu unterscheiden, beim Identifikationstest wird geprüft, ob der Patient bestimmte Duftstoffe wie zum Beispiel „Rose“ oder „Zitrone“ benennen kann. Dabei kann die Herkunft des Pati-enten, seine Erfahrung mit regionaltypischen Duftstoffen, eine Rolle spielen. „In Amerika kommt ein ähnlicher Test zum Einsatz, der die für Europäer eher unbekannten Düfte „Wurzelbier“ und „Wintergrün“ enthält“, sagt Assistenzarzt Dr. Thomas Meusel.
    Die Ergebnisse aus allen Teilen der Riechprüfung werden in ein Punktesystem übertragen – der sogenannte SDI-Wert gibt Aufschluss über den Grad der Riechstörung. „Der Test wird nach dem „Triple forced choice“-Prinzip durchgeführt“, so Dr. Waldfahrer. „Der Patient muss sich in allen drei Testphasen auch dann für eine Antwort entscheiden, wenn er keinen Duftstoff wahrnimmt oder den Geruch nicht benennen kann. Entsprechend den Regeln der Wahrscheinlichkeitsrechnung können wir damit schnell erkennen, ob jemand wahrheitsgemäß antwortet.“

    Kein Knalltrauma durch Goaßlschnalzen
    Neben den Riechprüfungen erstellen Dr. Waldfahrer und seine Kollegen auch medizinische Gutachten für Patienten mit Hör- oder Gleichgewichtsstörungen. Dabei werden die Ärzte auch mit ausgefallen Fällen konfrontiert. „In Rahmen eines Gutachtenfalls mussten wir die Frage klären, ob der bayerische Brauch des sogenannten Goaßlschnalzelns bei einem Zuschauer in drei Metern Entfernung ein Knalltrauma auslösen kann“, erinnert sich Dr. Waldfahrer. Goaßlschnalzen ist ein in Bayern und Österreich beliebter Brauch. Er stammt aus der Zeit, als Fuhrleute bei ihrer Ankunft in den Dörfern und Gemeinden mit der Peitsche knallten und dabei regelrechte Erkennungsmelodien kreierten.
    Weil bislang keine Messwerte für diese Geräuschkulisse existierten, veranlasste Dr. Waldfahrer eine spezielle Studie mit einer Goaßlschnalzer-Gruppe im Stuttgarter Fraunhofer Institut. Präzisionsmessungen ergaben, dass der Peitschenknall nicht ausreicht, um ein Knalltrauma zu verursachen.

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