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    Wenn Doppelbilder und Kopfschmerzen stören: Augenmuskeloperationen sind oft auch bei Erwachsenen nötig

    DÜSSELDORF 30.06.2015 – Eine Operation an den Augenmuskeln – in der Umgangssprache oft Schieloperation genannt – ist keinesfalls nur Kosmetik. Sie kann in jedem Lebensalter notwendig werden, auch bei erwachsenen Patienten. Prof. Dr. Klaus Rüther vom Berufsverband der Augenärzte (BVA) erklärt: „Das Ziel eines Eingriffs an den Augenmuskeln ist grundsätzlich, das beidäugige Sehen zu verbessern. Zusätzlich können oft gravierende psychosoziale Beeinträchtigungen gemildert werden.“

    Schielen, in der Fachsprache „Strabismus“ genannt, hat vielfältige mögliche Auswirkungen: Das Sehen von Doppelbildern gehört ebenso dazu wie Kopfschmerzen beim verborgenen Schielen. Bei einem großen Schielwinkel fällt es anderen Menschen oft auch schwer, mit den Betroffenen Blickkontakt aufzunehmen. In den meisten Fällen sind es Kinder, bei denen das Schielen mit einem chirurgischen Eingriff behandelt wird. Doch nicht selten sind auch Erwachsene betroffen, betont Prof. Rüther, der Leiter des Ressorts Strabologie im BVA: „Zum Beispiel, wenn ein oder mehrere Nerven, die die Augenmuskeln steuern, geschädigt sind, kommt es vor, dass erwachsene Patienten plötzlich Doppelbilder wahrnehmen.“ Eine andere mögliche Ursache ist eine bereits bestehende latente Schielerkrankung, die plötzlich nicht mehr kompensiert werden kann. Schließlich führt auch die Autoimmunkrankheit Morbus Basedow oft zu einer Bewegungsstörung der Augen, der Endokrinen Orbitopathie. In all diesen Fällen kann eine Operation notwendig werden.

    Sorgfältige Voruntersuchungen
    Die Stellung der Augen, ihre Beweglichkeit und die Kopfhaltung werden vor einer Operation an den Augenmuskeln sehr sorgfältig und im Idealfall wiederholt untersucht. Der Eingriff erfolgt in der Regel unter Vollnarkose, in einfachen Fällen ist es auch möglich, unter lokaler Betäubung zu operieren. Der Chirurg eröffnet die Bindehaut des Auges, nicht aber den Augapfel selbst. Er dreht das Auge in der Augenhöhle so weit, dass er den oder die zu behandelnden Muskel erreicht. „Immer wieder kommt es vor, dass Patienten glauben, ihr Auge würde aus der Augenhöhle herausgenommen, operiert, und dann wieder eingesetzt“, berichtet Prof. Rüther. „Das ist jedoch ein Mythos ohne jeden Bezug zur Wirklichkeit!“

    Räumliches Sehen verbessern
    Auch nach der Operation sind sorgfältige Untersuchungen notwendig um festzustellen, wie sich der Eingriff auf das beidäugige Sehen ausgewirkt hat. Meistens werden Operationen an den Augenmuskeln deshalb im Rahmen eines stationären Aufenthalts im Krankenhaus vorgenommen. Nach einem erfolgreichen Eingriff schwinden nicht nur die Doppelbilder und der „Silberblick“ der Patienten fällt weniger stark auf. Auch das räumliche Sehen kann dank der Operation in einigen Fällen wiederhergestellt, oftmals aber zumindest verbessert werden.

    Weitere Informationen zum Thema Auge und Sehen inklusive Bild- und Statistikdatenbank: www.augeninfo.de/presse

    Herausgeber: Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA), Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf
    Pressekontakt:
    Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA), Pressereferat: Dr. med. Georg Eckert,
    Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf, Tel. +49 (0) 2 11 / 4303700, Fax +49 (0) 2 11 / 4303720,
    presse@augeninfo.de, www.augeninfo.de

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