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    Wege zur Transplantation und die medikamentöse Behandlung danach - 5. Symposium - Lunge am 09. Juni in Hattingen

    Die Lungentransplantation ist die letzte Therapieoption für Patienten mit einer dauerhaften Atemstörung (sog. chronische respiratorische Insuffizienz) infolge verschiedener Lungenerkrankungen (COPD, Lungenfibrose verschiedener Ursache, Mukosviszidose pulmonale Hypertonie). Dennoch stellt es selbst nach mehr als 30 Jahren nach seiner Einführung ein immer noch komplikationsträchtiges Verfahren da, das mit erheblichen Erkrankungs- und Sterberisiken vor, während und nach der Operation verbunden sein kann. Auch wenn die Betroffenen nach erfolgter Lungentransplantation in der Regel mit einer Verbesserung ihrer Leistungsfähigkeit und damit ihrer Lebensqualität rechnen können, bleiben transplantierte Patienten lebenslang auf eine engmaschige ärztliche Überwachung angewiesen und müssen zur Vermeidung von Komplikationen Einschränkungen im Lebensalltag hinnehmen.

    Auswahlkriterien, die geeignete Transplantations-Kandidaten erfüllen sollten
    Wesentlicher Faktor für ein gutes Transplantationsergebnis ist eine sorgfältige Auswahl geeigneter Transplantationskandidaten. Grundsätzlich steigt das Risiko bei Transplantationen mit dem Alter der Patienten an - und zwar vor allem ab dem 60. Lebensjahr exponentiell. Patienten mit über 60 Jahren werden deshalb nur in Ausnahmefällen zur Transplantation zugelassen. Natürlich erhöhen auch Begleiterkrankungen jeder Art das Risiko für Komplikationen während und nach der Transplantation. Besonders zu nennen sind hier chronische Herz-, Nieren- und Lebererkrankungen, eine ausgeprägte Divertikulose – eine Erkrankung, die durch Ausstülpungen der Darmwand gekennzeichnet ist), eine Tumorerkrankung in den letzten 5 Jahren, eine schwere Osteoporose sowie ein deutliches Über- oder Untergewicht. Auch die Mobilität des Patienten und sein muskulärer Status vor der Transplantation spielen für das Transplantationsergebnis eine wesentliche Rolle. Bettlägerige, nicht mobile, zu schwache (muskulär dekonditionierte) Patienten sind schlecht geeignete Transplantationskandidaten.

    Therapietreue und psychosoziale Unterstützung besonders wichtig
    Ein wesentlicher, den Transplantationserfolg bestimmender Faktor ist die Unterstützung des Patienten durch seine Angehörigen, denn die psychosoziale Belastung einer Transplantation ist hoch. Zum Beispiel muss nach der Transplantation eine Vielzahl an Medikamenten eingenommen werden, um Komplikationen zu vermeiden. Der Therapietreue des Patienten (sog. Compliance) kommt daher eine wesentliche Bedeutung zu. Ein stabiles intaktes Lebensumfeld zur Unterstützung des Patienten spielt insofern bei der Indikation zur Transplantation ebenfalls eine wesentliche Rolle.

    Organzuteilung erfolgt jetzt nach einem neuen Punktesystem
    Für besonders dringende Patienten, die schnell in einen lebensbedrohlichen Zustand geraten, hat die Eurotransplant Stiftung, die für die Organvergabe in Deutschland verantwortlich ist, Möglichkeiten zu einer bevorzugten Organbereitstellung eingerichtet. Ende 2011 wurde das sogenannte Auditorverfahren, bei dem bisher drei internationale Gutachter über eine Höherstufung entschieden, vom Lung Allocation Score (LAS) abgelöst, der in den USA bereits seit Jahren maßgeblich ist. Die Organzuteilung erfolgt jetzt nach einem Punktesystem. Wesentliches Kriterium für die Punktevergabe ist der durch die Transplantation zu erwartende Vorteil an Lebenserwartung.

    Medikamente zur Vermeidung von Komplikationen nach der Transplantation
    Akute und chronische Organabstoßung, Infektionen, Atemwegsverengungen (Stenosen) und die Verschlechterung von Begeleiterkrankungen (Komorbiditäten - vor allem die Entwicklung einer chronischen Niereninsuffizienz) stellen wesentliche Komplikationen nach der Lungentransplantation dar. Zur Vermeidung dieser Komplikationen muss eine Vielzahl an Medikamenten regelmäßig eingenommen werden. Dazu gehören in der Regel drei verschiedene Immunsuppressiva, Medikamente zur Vorbeugung (Prophylaxe) verschiedener Infektionen (Aspergillus, Pneumocystis) sowie Medikamente zur Vermeidung von über die Lunge hinausgehenden Erkrankungen (z.B. gegen Bluthochdruck, Diabetes etc.). Regelmäßige Kontrollen der Lungenfunktion zu Hause mit dafür geeigneten Geräten und der Blutspiegel der Immunsuppressiva sind notwendig. Bei Verschlechterungen der Lungenfunktion des Patienten zu Hause sollte sofort Kontakt mit dem Transplantationszentrum aufgenommen werden, um die Ursache frühzeitig abklären und behandeln zu lassen.

    Zusammenfassend stellt die Lungentransplantation in erfahrenen Zentren ein Verfahren da, das zu einer Verlängerung der Lebenserwartung und einer Verbesserung der Lebensqualität beiträgt. Eine vernünftige Auswahl der Transplantationskandidaten und eine engmaschige Überwachung des Patienten nach der Transplantation sind entscheidende Faktoren für den Erfolg einer Transplantation.

    Quelle: Vortrag von Prof. Tobias Welte, Direktor der Klinik für Pneumologie an der Medizinischen Hochschule Hannover/ Jens Lingemann / Lungenärzte im Netz

    Anfragen bezüglich des Symposiums Lunge 2011 richten Sie bitte an die Organisationsleitung
    Jens Lingemann
    Telefon: 02324 - 999 959
    symposium-org@lungenemphysem-copd.de
    www.lungenemphysem-copd.de
    Alle weiteren Informationen zum 5. Symposium-Lunge unter: http://bit.ly/GXrVWC

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