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    Verband Deutscher Druckkammerzentren e.V. (VDD) zum IGeL-Monitor „Hörsturz und HBO“

    IGeL-Monitor verschweigt allgemeine Leistungsverweigerung der Gesetzlichen Krankenkassen bei Hörsturz / Hyperbare Sauerstofftherapie wird weltweit für diese Indikation eingesetzt

    Eine neue Bewertung des IGeL-Monitors widmet sich der „Hyperbaren Sauerstofftherapie“ zur Hörsturz-Behandlung. Da ein Nutzennachweis nicht erkennbar sei, aber leichte Schäden auftreten können, fällt das Fazit des im Januar gestarteten Internet-Portals des Medizinischen Dienstes des GKV-Spitzenverbandes (MDS) zu Individuellen Gesundheitsleistungen insgesamt „tendenziell negativ“ aus. Als Berufsverband der deutschen Druckkammertherapiezentren, in denen die HBO zur Anwendung kommt, vermisst der VDD e.V. allerdings eine echte Orientierung für Hörsturz-Patienten und kritisiert die Darstellung der Hyperbaren Sauerstofftherapie, für deren Wirksamkeit die zur Zeit beste und positive wissenschaftliche Datenlage unter allen Behandlungsmöglichkeiten besteht.

    Traunstein, 12.03.2012 - „Fakt ist, dass es für die Behandlung von Hörstürzen zurzeit keinerlei Behandlung gibt, die von den gesetzlichen Kassen anerkannt wäre und bezahlt wird“, weist Dr. med. Christian Heiden, Vorstand des VDD e.V. und Facharzt für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, hin. Das gilt für die sogenannten herkömmlichen Therapien (Cortison,durchblutungsfördernde Medikamente sowie Infusionskombinationen) wie auch für die hyperbare Sauerstofftherapie. Betroffene Patienten, die gesetzlich krankenversichert sind, müssen sich also in jedem Fall entweder abfinden oder auf IGEL Leistungen zurückgreifen. In Privatversicherungen und über Beihilfe versicherte Patienten erhalten die Therapiekosten in der Regel ersetzt.

    Nur die HBO verfügt unter den Hörsturz-Therapien über positive randomisierte Studien der Evidenzklasse 1b
    Für die sogenannten herkömmlichen Therapien gibt es eine große Zahl von randomisierten Studien der Evidenzklasse 1b, die die Wirksamkeit dieser
    Maßnahmen nicht nachweisen konnten. Daher die Weigerung der Kassen hier Kosten zu übernehmen - zumal die Medikamente durchweg als "off label use"
    auch offiziell für diese Anwendung nicht zugelassen sind. Für die hyperbare Sauerstofftherapie beim Hörsturz gibt es dagegen
    randomisierte Studien der Evidenzklasse 1b, die den positiven Effekt der HBO nachgewiesen haben. Aus diesem Grund ist die HBO für diese Indikation
    weltweit von den nationalen Gesundheitsbehörden akzeptiert (z. B. USA, Japan, China, alle europäischen Länder). Der deutsche gemeinsame
    Bundesausschuss hat die Situation zuletzt im Jahr 2000 analysiert und trotz einiger 1b Studien die Gesamtlage als noch nicht ausreichend belastbar für
    eine Zulassung beurteilt. „Inzwischen sind weitere positive Studien veröffentlicht worden“, so Heiden.

    Risiken der HBO werden oft falsch dargestellt und überbewertet
    “Insgesamt leidet die Einführung der hyperbaren Sauerstofftherapie unter Gutachtern, die mit der Methode an sich nicht ausreichend vertraut sind“, ist sich der Vorstand des VDD e.V. sicher. Z. B. würden in der Regel die Risiken falsch dargestellt und überbewertet, so auch im betreffenden IGel Monitor. So werde keinesfalls der Sauerstoff in die "Lungen gepresst". Die Sauerstoffanreicherung erfolgt durch die Steigerung der physikalischen Lösung von Sauerstoff in den Körperflüssigkeiten aufgrund der physikalischen Gasgesetze, speziell dem von Henry.
    Die Drucksteigerung in der Behandlungskammer bemerkt der Patient nur an den Ohren und muss entsprechend Druckausgleich herstellen. Das werde gelegentlich als unangenehm empfunden, aber grundsätzlich von praktisch allen Patienten
    problemlos erledigt. „Ein Röntgen der Lunge muss nicht in jedem Fall erfolgen“, kritisiert Heiden zudem die Begründung des IGeL Monitors für die negative Bewertung der HBO bei Hörsturz.

    Auch der dort genannte Preis werde in der Regel in Deutschland nicht berechnet, er sei zu hoch. „Bei der aufwendigen Technik mit Investitionskosten von mehr als 1 Million Euro muss die HBO aber dennoch einen adäquaten Preis einfordern und gehört damit nicht zu den ganz billigen Verfahren“, betont der Vorstand des VDD e.V. „Letztlich relativieren sich Kosten aber, wenn doch eine Linderung oder Beseitigung der Beschwerden resultiert, was in fünfzig Prozent der Fälle zu erwarten ist.“ Folgekosten für Betreuung von Dauerbeschwerden wie Hörgeräte oder psychologische Betreuung könnten dann vermieden werden.

    IGeL Monitor zieht keinen Vergleich zu anderen Therapien und deren Nebenwirkungen
    Nach Meinung des VDD e.V. krankt die IGeL-Bewertung der HBO bei Hörsturz vor allem daran, dass nicht klar wird, dass es für die Hörsturzpatienten keine Behandlung gibt, die von gesetzlichen Kassen bezahlt wird. Es fehlt der Vergleich der HBO mit den sonst angewendeten medikamentösen Behandlungsverfahren, die alle ihrerseits teils auch erhebliche Nebenwirkungen verursachen können. „Zur objektiven Aufklärung würde dann auch ein Vergleich dieser Nebenwirkungspotenziale gehören“, so Heiden.

    Weitere Informationen für Patienten: http://www.vdd-hbo.de/information/indikationen-hbo/hoerstoerungen
    Weitere Informationen für Ärzte: http://www.vdd-hbo.de/sauerstofftherapie/akute-hoerstoerungen

    Über die HBO:
    Die Hyperbare Sauerstofftherapie hat ihre Ursprünge in der Tauchmedizin. So ist sie bis heute bei Tauchunfällen mit Dekompressionserkrankung (DCS), aber auch bei schweren Rauchgasvergiftungen und CO-Intoxikation internationaler Standard. Auch für den stationären Einsatz der HBO beim Diabetischen Fußsyndrom sind die Bewertungen des für die Beurteilung neuer Heilmethoden zuständigen sogenannten „Gemeinsamen Bundesausschusses - GBA“ positiv.
    Die Überdruckmedizin ist eine Therapieoption für zahlreiche Indikationen. Sie fördert die Regeneration im menschlichen Körper. Sauerstoff, unter Überdruck in der Therapie-Druckkammer eingeatmet, löst sich um ein Mehrfaches. Der hohe Sauerstoff-Partialdruck wirkt positiv auf das Gewebe und auf die Kapillaren und führt so zur Regeneration von Sinnes- oder Knochenzellen und Gewebe. So kann die HBO-Therapie auch dann noch mit Erfolg eingesetzt werden, wenn Standard-Behandlungen unbefriedigend verlaufen sind. Bevorzugte Einsatzgebiete sind Hörsturz, Tinnitus, Knalltrauma bzw. Schalltrauma, nicht heilende Wunden, Knochenmarködemsyndrom an Knie, Schulter, Hüfte und Fußwurzel, späte Bestrahlungsfolgen bzw. Bestrahlungsschaden nach Krebsbestrahlung an Kopf, Hals, Blase oder Darm, Fazialisparese, Interstitielle Zystitis, Retinitis pigmentosa. Die HBO ist eine sanfte und zudem nebenwirkungsarme Therapie.

    Über den Verband Deutscher Druckkammerzentren e.V. (VDD):
    Der VDD e.V. vertritt als Berufsverband die Druckkammer-Therapiezentren in Deutschland. Er gibt die Richtlinien für die sichere und professionelle Behandlung mit Hyperbarer Sauerstofftherapie (HBO) vor und betreibt in Zusammenarbeit mit den medizinischen Fachgesellschaften den Erfahrungsaustausch zum Einsatz der Hyperbarmedizin in Deutschland. Der VDD e.V. informiert medizinische Fachkreise und Patienten über die Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) und die Weiterentwicklung der Therapiemöglichkeiten. Internet: http://www.vdd-hbo.de

    Ansprechpartner bei Rückfragen der Redaktion:
    Verband Deutscher Druckkammerzentren e.V.
    Dr. med. Christian Heiden (Vorsitzender),
    Facharzt für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde,
    Allergologie, plastische Operationen
    Tauch- und Überdruckmedizin (EDTC)

    Tel. 0049 172 8366350 (mobil)
    Druckkammerzentrum Traunstein, Cuno-Niggl-Str. 3,
    83278 Traunstein
    Telefon 0861/15967
    E-Mail: heiden@vdd-hbo.de

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