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    Unbedachtes Hausarzt-Bashing durch Rheumatologen: Eine Belastungsprobe für Kooperationen

    Kollegen-Kritik vor Patienten
    „Wieso hat Sie Ihr Hausarzt nicht schon viel früher geschickt?“
    „Das war doch ganz klar erkennbar, dass Sie unter…leiden!“
    „Wie konnte Ihre Ärztin diese Tatsache nur ignorieren?“
    Die ersten Patienten-Interviews der Best Practice-Initiative „Rheumatologie“ des Instituts für betriebswirtschaftliche Analysen, Beratung und Strategie-Entwicklung (IFABS) zeigen u. a., dass manche rheumatologisch tätigen Spezialisten die Vorleistungen ihrer hausärztlich tätigen Kollegen äußerst unbedacht verunglimpfen.
    Aussagen mit weitreichender negativer Wirkung
    Es ist kein Geheimnis, dass vielen Allgemeinärzten, Praktikern und hausärztlichen Internisten manche Aspekte der Diagnostik und Therapie rheumatischer Erkrankungen eher fremd sind. Doch der Verweis hierauf im Beisein von Patienten disqualifiziert die Kooperationspartner, verunsichert die Patienten und beeinflusst das Vertrauensverhältnis zwischen Patienten und ihren Hausärzten.
    Diaspora-Indikation?
    Der Bereich der rheumatischen Erkrankungen ist eine typische Diaspora-Indikation: es gibt zu viele Patienten und zu wenige Spezialisten. Gerade in dieser Situation käme es jedoch zur Gewährleistung einer umfassenden Versorgung vor allem auf ein feinjustiertes Praxis-, Patienten- und Kooperationsmanagement an. Situationen wie die o. a. wirken dem jedoch entgegen. Hinzu kommt: die ersten Praxisanalyse-Resultate der Initiative zeigen, dass die medizinischen Spezialisten lediglich 68,4% (Maximum: 100%) der für ein Best-Practice-Management notwendigen Instrumente, Verfahren und Regelungen einsetzen. Gleichzeitig ist die hieraus resultierende Betreuungsqualität aus Sicht der Patienten mit einem Score von 54,7% (Zufriedenheit in Relation zu den Anforderungen, Maximum: 100%) auch nur gering. Damit laufen die besten Absichten der Spezialisten zur Bereitstellung einer optimierten Patientenbetreuung ins Leere, da unzureichend ausgebildete Strukturen und Prozesse eine Realisierung gar nicht zulassen.
    Die Ziele der Initiative?
    Vor diesem Hintergrund verfolgt die Best Practice-Initiative „Rheumatologie“ die Ziele,
    – das Praxis- und Patientenmanagement in dieser wichtigen und wachsenden Indikation detailliert zu untersuchen,
    – Verfahren, Handlungsweisen und Instrumente zu bestimmen, mit denen eine optimierte Patientenversorgung und die betriebswirtschaftlichen Ziele der involvierten medizinischen Akteure in Einklang gebracht werden können, um insgesamt
    – einen individuell anpassbaren Indikationsmanagement-Masterplan zu entwickeln.??Drei Untersuchungsbereiche ?Die Initiative operiert auf drei Untersuchungsebenen:
    (1) Mittels einer strukturierten Durchleuchtung der Gegebenheiten des Praxismanagements der spezialisierten Praxen wird der Status quo der Praxisführungs-Qualität bestimmt, um hieraus die Ansätze für Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen zu identifizieren.
    (2) Die Analyse der Interaktionsbeziehungen zwischen Spezialisten und kooperierenden Hausärzten ist darauf ausgerichtet, die bislang ungenutzten Komplementär-Potenziale für Anamnese, Diagnostik, Information und Therapie zu identifizieren.
    (3) Ergänzt wird die Betrachtung durch die Bestimmung der Patientenzufriedenheit (a) mit der ärztlichen Betreuung, insbesondere unter dem Aspekt von Information und Adhärenz, (b) mit der Qualität der Zusammenarbeit sowie (c) mit den verordneten Medikamenten.
    Das Patientenmanagement im Fokus
    Speziell der Patienten-Kommunikation schenkt die Initiative besondere Beachtung, denn die ersten Ergebnisse zeigen eine viel zu gering ausgeprägte Patienten-Kommunikationsqualität: gerade einmal knapp 27% der Anforderungen, die Rheuma-Patienten an die Information durch ihre Ärzte stellen, werden tatsächlich auch erfüllt. Die fehlenden Informationen – das zeigt eine andere Untersuchung zum Thema „Internetnutzung durch Patienten“ – beschaffen sich viele Betroffene zum größten Teil aus virtuellen Quellen, mit allen positiven, aber auch negativen Konsequenzen.
    Nutzbarkeit der Analyse-Ergebnisse auch für Hausärzte
    Eine geplante Sonderauswertung der Resultate wendet sich an Hausärzte, um
    – ihnen einen Einblick in die Arbeitsweise von rheumatologischen Spezialisten zu geben und
    – konkrete Ansatzpunkte zur eigeninitiativen Funktionalitäts-Erhöhung der Interaktionen zu skizzieren.
    Timing?
    Die Initiative ist darauf ausgerichtet, bis zum Herbst 2015 eine Vollerhebung in der Zielgruppe durchzuführen.

    Quelle: https://ifabsthill.wordpress.com/2015/07/09/unbedachtes-hausarzt-bashing...

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