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    Studie zeigt die Bedeutung von spezialisierten Zentren in der palliativen Darmkrebs-Therapie

    Beobachtungsstudie IVOPAK zeigt die reale Behandlungssituation in der Region – Optimierungsbedarf bei der palliativen Behandlung von Darmkrebspatienten wurde offensichtlich – Eine fachübergreifende Behandlung steigert Überlebenschancen – Prof. Dr. Axel Wein: „Auch bei palliativen Patienten ist die Chance auf eine endgültige Heilung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit möglich“

    ERLANGEN – Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten in Deutschland. Rund 75.000 Männer und Frauen erkranken laut einer Untersuchung des Robert-Koch-Instituts jährlich neu am sogenannten kolorektalen Karzinom (CRC), davon sterben etwa 27.000. Wird der Tumor frühzeitig erkannt, besteht eine reale Chance auf Heilung. Hat der Krebs bereits Metastasen gebildet, die sich zunächst nicht entfernen lassen, kann das Fortschreiten der Krankheit mit wirksamen und relativ gut verträglichen Medikamenten verlangsamt werden – eine dauerhafte Heilung ist allerdings meist nicht realistisch. Hoffnung gibt es jedoch in einigen Fällen auch in diesem Krankheitsstadium. Eine medizinische Beobachtungsstudie hat Möglichkeiten aufgezeigt, die die Qualität und den Erfolg der palliativen medikamentösen Therapie bei Darmkrebs steigern. Von 2004 bis 2011 wurde eine Studie zur „Integrierten Versorgung bei der palliativen Therapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms“, kurz IVOPAK, im nordbayerischen Raum durchgeführt. „Auch Patienten im fortgeschrittenen Krebsstadium eine Option auf Heilung zu geben – das ist eine der größten Herausforderungen der Medizin. Die Studie hat gezeigt, dass wir in der palliativen Behandlung von Darmkrebs eine nachhaltige Systematik brauchen“, erläutert Prof. Dr. med. Axel Wein, Oberarzt an der Medizinischen Klinik 1 des Universitätsklinikums Erlangen und Initiator des Projekts. Je früher dabei die Weichen für den effizientesten Behandlungsweg gestellt werden und je konkreter die interdisziplinäre Zusammenarbeit umgesetzt wird, desto besser.

    Optimierung realer Therapiesituationen?
    IVOPAK zeigt: Ein interdisziplinäres Behandlungskonzept verbessert die Prognose und begünstigt die Heilung von Betroffenen. Chirurgisch zunächst nicht entfernbare Metastasen, die sich in Organen gebildet haben, können eine Heilung des metastasierten CRC erschweren. Trotzdem haben Patienten mit diesen sogenannten Fernmetastasen, z.B. in der Leber, Aussichten auf eine spätere Heilung: Eine moderne medikamentöse Therapie, die sogenannte Chemotherapie mit monoklonalen Antikörpern („Biologicals“), verkleinert Fernmetastasen im besten Fall und macht damit ihre chirurgische Entfernung möglich. Absolute Voraussetzung dafür, so verdeutlicht es die Studie, ist aber die Bewertung des Tumors während der Therapie in einem interdisziplinären Tumorboard. Dies setzt sich aus erfahrenen Spezialisten, unter anderem aus Onkologie, Chirurgie, Radiologie und Pathologie, zusammen. Hier werden weitere Behandlungsschritte festgelegt. Unter Anwendung der sogenannten Continuous Check Strategy werden entsprechende CT-Aufnahmen während der Chemotherapie alle zwei Monate vorgestellt und überprüft. Gelingt die Verringerung von Zahl und Größe der Fernmetastasen, begünstigt das einen erfolgreichen chirurgischen Eingriff. Gerade am Universitätsklinikum in Erlangen ist eine hohe Expertise im Bereich der Metastasenchirurgie und der interdisziplinären Zusammenarbeit mit den internistischen Onkologen verankert. Auch Zuweiser aus dem niedergelassenen Bereich können ihre Patienten im Tumorboard des Erlanger Uniklinikums täglich anmelden. Betroffene können aber auch selbst aktiv werden und sich mit ihren CT-Bildern in der gastroenterologisch-onkologischen Sprechstunde an einen Experten der Medizinischen Klinik 1 wenden.

    Optimale Behandlungswege frühzeitig festlegen?
    Eine Garantie für Heilung gibt es nicht. Auch CRC-Patienten, bei denen Fernmetastasen im zweiten Anlauf erfolgreich entfernt wurden, können einen Rückfall erleiden, haben aber auch dann eine bessere Prognose. Erfolgversprechende Behandlungsmethoden sollten allerdings möglichst früh besprochen und strategisch eingeleitet werden. „Was man in der Therapie anfangs versäumt, kann später nicht mehr aufgeholt werden“, verdeutlicht Prof. Dr. Wein. Neben dem erwiesenen Nutzen einer interdisziplinären Schnittstelle wie dem Tumorboard, zeigt IVOPAK noch einen weiteren wichtigen palliativen Therapiebaustein: Der frühzeitige Einsatz sogenannter Biologicals, also von Arzneimitteln, die mittels modernster Biotechnologie hergestellt werden, könnte sich beispielsweise positiv auf die Behandlung auswirken.

    Eine erfolgreiche Heilung ist möglich?
    13 ambulante wie stationäre Behandlungszentren aus der Region schlossen Patienten in die Studie ein, darunter auch die gastroenterologische Onkologie des Universitätsklinikums Erlangen. Insgesamt wurden 103 Patienten integriert, die in den medizinischen Behandlungszentren nach Maßgabe des dortigen Arztes therapiert wurden. Alle Patienten befanden sich in einem palliativen Krankheitsstadium mit zunächst nicht entfernbaren Fernmetastasen in Leber, Lunge oder anderen Organen. Spezifische Therapiemaßnahmen wurden im Kontext der Studie bewusst nicht festgelegt. Qualität und Erfolg der Behandlung differierten von Zentrum zu Zentrum erheblich, dennoch konnte gerade am Universitätsklinikum Erlangen bei einigen Patienten durch interdisziplinäre Zusammenarbeit langfristig eine positive Veränderung ihrer Situation erreicht werden. Herr B. (71 Jahre) und Herr K. (49 Jahre) zählen zu diesen schlussendlich geheilten Patienten. Beide Patienten wurden von Prof. Dr. Wein und dem Team im Uniklinikum Erlangen behandelt; bei beiden wurde zunächst ein einengender bis hochgradig einengender und blutiger Tumor im Darm per Darmspiegelung diagnostiziert und chirurgisch entfernt. Beide hatten zudem zunächst nicht entfernbare Fernmetastasen in der Leber. Bei Herrn B. konnten die Leber-Absiedelungen mittels Chemotherapie erfolgreich verkleinert werden. Nach mehreren Vorstellungen im Tumorboard gab es schließlich grünes Licht zur Entfernung der Lebermetastasen. Seit März 2008 ist Herr B. tumorfrei und voll belastbar. Auch Herr K. steht seit seiner Leberoperation im Oktober 2008 wieder mit beiden Beinen im Leben und ist voll erwerbsfähig. Auch er konnte schließlich dank einer regelmäßigen fachübergreifenden Beobachtung und kontinuierlichen Behandlung durch ein Experten-Kollektiv geheilt werden.

    Zusatzinformation:

    Zur Einholung einer Zweitmeinung kann ein Termin in der gastroenterologisch-onkologischen Sprechstunde der Medizinischen Klinik 1 vereinbart werden: ?
    Tel. 09131 / 85 - 35285

    Patienten mit Darmkrebs können schriftlich mit ihren CT-Bildern am Universitätsklinikum Erlangen durch ihren Arzt vorgestellt werden. Die Zusendung der Befunde sollte an folgende Anschrift gerichtet werden:

    Dr. med. H. Golcher
    Interdisziplinäres Tumorboard
    Chirurgische Klinik am Universitätsklinikum Erlangen
    Krankenhausstr. 12?
    91054 Erlangen

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