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    Südkoreaner besuchen Krankenpflegeschule am Knappschaftskrankenhaus

    Asiaten wollen ihr Ausbildungssystem in der Pflege nach deutschem Vorbild umstrukturieren

    Was lernen Schüler und Schülerinnen jeweils im ersten, zweiten und dritten Jahr ihrer Ausbildung? Wie läuft der Unterricht ab? Wie viele Jungen und Mädchen werden ausgebildet und wer legt den Lehrplan fest? Diese und ähnliche Fragen beantwortete Thomas Drossel, Leiter der Krankenpflegeschule am Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum, am Dienstagnachmittag geduldig seinem wissbegierigen Besuch aus Südkorea. Die 14-köpfige Delegation – darunter Dozentinnen des „Christian College of Nursing“ aus Gwangju, Mitglieder des Koreanisch-Deutschen Schwersternvereins sowie eine Dolmetscherin und die ehemalige OP-Leitung des Knappschaftskrankenhauses Hanna Park, über die der Kontakt für dieses Treffen entstanden war – ließ sich bei Muffins und Kaffee genau erklären, wie die Krankenpflegeausbildung in Deutschland funktioniert. Denn: Im März letzten Jahres war die amtierende Präsidentin Geun-hye Park in Deutschland zu Gast und plant nun, das südkoreanische Schulsystem nach deutschem Vorbild umstrukturieren.

    Bereits seit über 40 Jahren gibt es in Südkorea die akademisierte Ausbildung. Nach dem Abitur und der bestandenen Aufnahmeprüfung studieren angehende Schwestern und Pfleger vier Jahre lang, um ihren Bachelor zu erlangen, danach folgen zwei Jahre Anerkennungszeit im Krankenhaus.

    In Deutschland gab es bis vor ein paar Jahren ausschließlich die praxisbezogene Ausbildung in Krankenpflegeschulen, die mittlerweile um den akademischen Sektor durch Studienmöglichkeiten wie beispielsweise an der Evangelischen Fachhochschule oder der Hochschule für Gesundheit in Bochum zu einem Dualsystem ergänzt wurde. In Südkorea hingegen ist es an der Tagesordnung, dass Schwestern und Pfleger studieren und meist nach dem Erreichen des Bachelors auch ihren Master sowie die Promotion nachziehen. Doch nicht nur der Weg in den Beruf ist in den beiden Ländern unterschiedlich, sondern auch die Aufgaben und die Bezahlung.

    In Südkorea übernimmt das Pflegepersonal mehr ärztliche Hilfstätigkeiten als in der Bundesrepublik, dafür beschäftigt es sich nicht mit den körperlichen Bedürfnissen der Patienten. Hier müssen sich somit die Angehörigen allein um Hilfestellungen bei der Nahrungsaufnahme und der Körperpflege des Kranken kümmern.

    Während hierzulande Beschäftigte mit besonderen Fachweiterbildungen im Bereich Anästhesie und Intensivpflege mehr Geld verdienen als ihre „normal“ qualifizierten Kollegen, erhalten in Südkorea alle die gleiche Bezahlung, es sei denn, sie haben eine Leitungsposition inne.

    Doch so differenziert die beiden Systeme auch sein mögen, beide Seiten konnten an diesem Nachmittag bei einer lebhaften Diskussion viel voneinander lernen.

    Wer sich für eine Ausbildung zum/r Gesundheits- und Krankenpfleger/in interessiert, erhält weitere Informationen unter der Telefonnummer 0234 / 299-4100.

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