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    Operation gegen Altersweitsichtigkeit

    Prof. Dr. Burkhard Dick erhält internationale Auszeichnung

    Irgendwann in der Lebensmitte, den bekanntlich „besten Jahren“, trifft es jeden: die Altersweitsichtigkeit. Das Lesen von Kleingedrucktem wird schwierig und die Arme werden zu kurz, wie es humorig heißt. Die Folge: Auch Menschen mit bislang guten Augen benötigen eine Brille, eine Lesebrille. Doch es gibt auch operative Methoden. Für seine innovativen Arbeiten auf diesem Gebiet erhielt Prof. Dr. Burkhard Dick, Direktor der Augenklinik am Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum, jetzt den „Acufocus Innovator & Excellency Award“, eine international renommierte Auszeichnung, die bei dem Ophthalmologenkongress in den USA verliehen wurde.

    Damit wird Dicks Pionierarbeit auf einem in der Öffentlichkeit wenig bekannten, sich momentan aber dynamisch entwickelnden Feld der Augenheilkunde gewürdigt: der operativen Therapie der Presbyopie, der Altersweitsichtigkeit. Dabei ist der Bedarf an einer solchen Methode hoch: Viele im Berufsleben stehende und/oder sportlich und gesellschaftlich aktive „Mittvierziger“ sowie ältere Jahrgänge möchten unabhängig von Lesebrille oder Bifokalbrille sein. Und auch Kontaktlinsen gegen die Altersweitsichtigkeit sind nicht jedermanns Sache.

    Eine Alternative zu diesen Sehhilfen sind Eingriffe, bei denen die Tiefenschärfe des altersweitsichtigen Auges mit einem seit langem bekannten physikalischen Prinzip unterstützt wird: dem, der kleinen Blende (small aperture). Dabei handelt es sich um ein Prinzip, das vor allem Fotografen vertraut ist, wenn sie die Belichtungswerte von Hand einstellen. Der Effekt einer solchen kleinen Blende bedeutet, dass in der Nähe schärfer gesehen wird als zuvor, und dass das Sehen auf die Ferne, auf größere Distanzen, von dem Hilfsmittel unbeeinträchtigt bleibt.

    Dick und andere Spezialisten der chirurgischen Therapie der Presbyopie setzen eine solche „kleine Blende“ an zwei unterschiedlichen Segmenten des Auges ein.

    Eine Option ist ein sogenanntes Kamra-Inlay, ein hauchdünnes Scheibchen aus Kunststoff, welches in eine feine, mit dem Femtosekundenlaser (unter lokaler Anästhesie) in die Hornhaut geschnittene Tasche eingelegt wird. Das Inlay ist nur etwa 10 Mikrometer dick und hat eine Öffnung (eine Blende) von 1,6 Millimetern.

    Die andere Methode kommt der an der Bochumer Klinik gepflegten Spezialität entgegen: Die Augenklinik ist ein Hochleistungszentrum in der Behandlung des Grauen Stars (Katarakt), wofür in vielen Fällen die moderne Technologie des Femtosekundenlasers genutzt wird. Die bei einer solchen Operation ins Auge implantierte Intraokularlinse kann mit einer kleinen Blendöffnung ausgestattet werden. Von dieser Variante profitieren vor allem Patienten, die zur Altersweitsichtigkeit auch noch Ansätze eines Grauen Stars, also einer altersabhängigen Linsentrübung, haben.

    Wie andere Augenchirurgen sieht auch Professor Dick ein beträchtliches Potenzial für solche operativen Methoden bei Altersweitsichtigkeit: „Der Anteil älterer Menschen wird bei uns angesichts des demografischen Wandels immer größer. Erfreulicherweise sind diese Mitbürger im reiferen Lebensalter aktiver denn je und wollen oft ihr Leben, ob im Beruf oder in der Freizeit, unabhängig von einer Brille führen“.

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