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    Neues Operationsmikroskop präzisiert intraoperative Tumordiagnostik

    Sichere Resektion bösartiger Tumoren erhöht Sicherheit für Patienten – Freistaat Bayern fördert neue Technik mit 440.000 Euro – Zahl der Erstdiagnosen maligner HNO-Tumorerkrankungen steigt – Forschung in der funktionell-rekonstruktiven
    Tumorchirurgie – Auch Lehre und Ausbildung profitieren vom „OPMI Pentero C“

    ERLANGEN – Rund 1.400 diagnostische und therapeutische Eingriffe werden aufgrund von malignen Tumorerkrankungen im Kopf-Hals-Bereich jährlich an der HNO-Klinik des Universitäts-klinikums Erlangen durchgeführt – mit steigender Tendenz. Die topografische Anatomie der entsprechenden Operationsgebiete stellt die Operateure vor besondere Herausforderungen: In keiner anderen Körperregion finden sich so viele lebenswichtige und für die Lebensqualität entscheidende Strukturen auf engstem Raum wie im Bereich der Schädelbasis und der Kopf-Hals-Region. Oberstes Ziel ist die Erhaltung dieser Strukturen bei gleichzeitig möglichst optimaler Tumorresektion. Ohne intraoperative Assistenzsysteme und bildgebende Verfahren wäre das nicht möglich.
    Ein neues Operationsmikroskop ermöglicht den Erlanger Ärzten nun ein noch präziseres mikrochirurgisches Arbeiten in der Kopf-Hals-Region: Das hochmoderne Visualisierungssystem „OPMI Pentero C“ erhöht die Chancen auf eine sichere Resektion bösartiger Tumore. Außerdem ermöglicht es Forschungsarbeiten zu Visualisierungstechniken, die den Funktionserhalt wichtiger nervaler und vaskulärer Strukturen verbessern und die Resektionsradikalität bei der HNO-Tumorchirurgie erhöhen.

    Hochpräzise Operationen dank zukunftsweisender Technik
    Die Investition von rund 440.000 Euro für das Operationsmikroskop „OPMI Pentero C“ wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligt und im Rahmen des Programms „Großgeräte der Länder“ ermöglicht. Das Mikroskop wird bereits im Operationssaal 2 der HNO-Klinik eingesetzt und neben der Krankenversorgung auch im Bereich Forschung und Lehre genutzt. „Wir behandeln an unserer Klinik zahlreiche Patienten mit Tumorleiden und Erkrankungen im Bereich der ventralen und lateralen Schädelbasis. Das neue System bietet Applikationen, die die Sicherheit unserer Patienten erhöhen und zu besseren operativen Ergebnisse führen. Durch eine komplette Tumorentfernung ‚im Gesunden’ steigt außerdem die Chance, ein Rezidiv zu vermeiden“, erläutert Prof. Dr. Heinrich Iro, Klinikdirektor der HNO-Klinik Erlangen.
    Sowohl die 5-ALA-Fluoreszenz als auch die Gefäßdarstellung mittels Indocyaningrün-Angiographie (ICGA) sind bereits in das Mikroskop integriert: Beide Applikationen sorgen für mehr Präzision bei mikrochirurgischen Eingriffen im Bereich der HNO. Mit Hilfe der 5-ALA-Fluoreszenz kann man gesundes von pathologisch alteriertem Gewebe differenzieren und so lassen sich bereits während der Operation Resektionsgrenzen von Tumoren genau bestimmen. Die Optik des Mikroskops ist für die optimale Darstellung im 5-ALA-spezifischen Blaulicht ausgelegt. Kombiniert mit einem neuartigen Visualisierungstool, das die Blutflussdynamik auf detaillierten Übersichtskarten anzeigt, können die Erlanger Ärzte dank ICGA bereits während des Eingriffs jede einzelne OP-Phase vergleichen und bewerten. Durch die ICG-Angiographie erhalten die Operateure Aussagen über die Blutversorgung von Tumoren, die Suffizienz von mikrovaskulären Anastomosen und etwaige Thrombosierungen. Sie können so zum einen arterielle Hauptversorgungsäste identifizieren, die dann noch vor der Tumorresektion unterbunden werden können, und zum anderen Gefäßanastomosen während der OP funktionell beurteilen. Um mit anderen bildgebenden Verfahren ähnlich exakte Ergebnisse zu erhalten, müsste ein erheblicher apparativer Aufwand betrieben werden, der im Klinikalltag nicht geleistet werden kann.

    Forschung im Bereich der funktionell-rekonstruktiven Tumorchirurgie
    Einen wichtigen Beitrag leistet das Mikroskop auch im Hauptforschungsgebiet der Arbeitsgruppe „Computer-assistierte Chirurgie/Robotik“ an der HNO-Klinik Erlangen. Das Team um Oberarzt Dr. Christopher Bohr und PD Dr. Jochen Wurm beschäftigt sich mit der Weiterentwicklung und dem Einsatz intraoperativer Assistenzsysteme und Operationsroboter mit Hilfe von Navigationstechnologie. „Wir sehen für die ICG-Angiographie in der funktionell-rekonstruktiven Tumorchirurgie, bei der gefäßanastomosierte freie Transplantate und deren Einheilen eine entscheidende Rolle spielen, ein interessantes Einsatzgebiet. Darin liegt ein großes Potenzial, um die Versorgung der Patienten, ihre Lebensqualität sowie ihre Genesungschancen zu verbessern“, erläutert Klinikleiter Prof. Iro.
    Das neue Visualisierungssystem wird an der HNO-Klinik genutzt, um den Einsatz der ICGA in drei Bereichen zu evaluieren. „Wir untersuchen die Durchgängigkeit von mikrovaskulär anastomosierten Gefäßen freier Gewebetransplantate, um rund um die Operation Frühkomplikationen im Bereich der Anastomosen zu erkennen. Zusätzlich setzen wir die gewonnenen Messdaten der Gewebeperfusion mit dem Heilungsverlauf und möglichen Komplikationen in Bezug“, berichtet der Leiter der Forschungsgruppe, Dr. Bohr. Durch die Perfusionsmessung lässt sich zudem die Vitalität bestimmter Gewebeareale beurteilen. Nach einer Tumorentfernung kann vor allem die Durchblutung im Bereich der Resektionsgrenzen beeinträchtigt sein, was unter Umständen das Transplantatüberleben gefährdet. Mit Hilfe der mikroskopisch gestützten ICGA können diese Zonen während der Operation dargestellt und entsprechend modifiziert werden, um Komplikationen vorzubeugen. Die Forschungsgruppe der HNO-Klinik führt intraoperativ entsprechende Messungen durch, um sie mit der nachfolgenden Wundheilung und der Komplikationsrate zu vergleichen.
    Ein dritter Bereich, in dem das hochmoderne Mikroskop zum Einsatz kommt, ist das anterolaterale Oberschenkellappentransplantat, das auf der Durchblutung durch kleinste Perforatorgefäße beruht. „Diese Perforatoren im Bereich des Oberschenkels unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Zahl und Lokalisation von Patient zu Patient deutlich. Die ICGA hilft uns, im Rahmen der operativen Hebung eine präzisere Abgrenzung zu erhalten. Dies ermöglicht unter anderem die Teilung derartiger Transplantate und somit die Herstellung sogenannter Chimärentransplantate, die für die Rekonstruktion dreidimensional komplexer Rekonstruktionen hilfreich sein können“, erklärt Dr. Bohr. Die Forscher der HNO-Klinik versuchen zu evaluieren, inwieweit eine entsprechende Darstellung mittels ICGA für die Präparation der Perforatorgefäße im Rahmen der operativen Hebung des Transplantates hilfreich ist.

    Live-Bilder im Hörsaal
    Zugute kommt die neue Ausstattung im Operationssaal der Erlanger HNO-Klinik auch den Studierenden sowie Ärzten im Bereich der Fort- und Weiterbildung. So wird das Mikroskop beispielsweise im Rahmen von Operationskursen zu Speicheldrüsenerkrankungen oder auch im Felsenbeinpräparationskurs mit mittelohrchirurgischen OP-Demonstrationen zum Einsatz kommen.
    Das Mikroskopsystem ist zudem in die Informations- und Kommunikationsstruktur der HNO-Klinik integriert, so dass die Bilddaten in das hauseigene Netzwerk gestreamt und so zum Beispiel in den Hörsaal oder Seminarräume übertragen werden können. Durch eine hochauflösende integrierte Videokamera, Sprachaufzeichnungen sowie Streaming- und Speicherfunktionen unterstützt das „OPMI Pentero C“ auch die intraoperative Befunddokumentation: Über die PACS-Schnittstelle können Daten sowohl eindeutig dem Patienten zugeordnet und langfristig gesichert werden als auch DICOM-kodierte Bilddaten (CT, MRT) dem Operateur über das Okular eingespiegelt werden.

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