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    Klinikum Frankfurt Höchst: Bessere Diagnostik ermöglicht frühere Erkennung von Bauchspeicheldrüsenerkrankungen

    Frankfurt a.M. Drei Prozent aller Krebserkrankungen sind Pankreaskarzinome, also Tumoren der Bauchspeicheldrüse. Pankreastumore sind durch ihre schlechte Prognose sehr gefürchtet. In Deutschland erkranken jährlich rund 13.000 Menschen daran. Männer und Frauen sind in etwa gleich häufig betroffen. Als Todesursache rangierte das Pankreaskarzinom Anfang dieses Jahrtausends mit etwa 12.100 Verstorbenen im Jahr an fünfter Stelle. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate beim Pankreaskarzinom war mit vier Prozent die geringste aller Krebserkrankungen. Ursächlich hierfür waren nach Angabe der Deutschen Krebsgesellschaft die späte Diagnosestellung und die schnelle und aggressive Metastasierung.
    „In den letzten Jahren sind jedoch wichtige Fortschritte nicht nur im Verständnis der Entstehung, sondern auch in der Diagnostik und der Therapie des Pankreaskarzinoms erreicht worden“, unterstreicht Prof. Dr. med. Matthias Schwarzbach, Chefarzt der Klinik für Allgemein- Thorax-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am Klinikum Frankfurt Höchst. Trotz dieser Fortschritte handelt es sich nach wie vor um eine besonders schwierig zu diagnostizierende und zu therapierende Krebserkrankung, die von Operateuren und Therapeuten hohe Qualifikationen und ein Höchstmaß an interdisziplinärer Arbeit verlangt. „Je erfahrener der Operateur ist, desto geringer die Rate möglicher Komplikationen“, so Prof. Schwarzbach.

    Wird ein Pankreaskarzinom sehr früh festgestellt und behandelt, steigen die Chancen auf eine Heilung. Nur eine onkologisch radikale Operation kann den Pankreaskrebs heilen oder die Lebenszeit betroffenener Patienten nachhaltig verlängern. Ein weiterer positiver Effekt nach der Operation ist eine verbesserte Lebensqualität ohne quälende Schmerzen oder Unmöglichkeit der Nahrungsaufnahme. Mit der Zunahme von Pankreastumoren, die eine Vorstufe zum Pankreaskrebs darstellen, müssen wir heutzutage umgehen. Die moderne MRT- und CT-Diagnostik bringt vermehrt solche Tumoren als Zufallsbefunde zutage. Zu diesen zählen auch die zystischen Pankreastumoren (sog. IPMN – intrapapilläre muzinöse Neoplasie), die zumeist Vorstufen von Krebs darstellen. Hier ist besonders die Expertise spezialisierter Zentren gefordert um die Versorgungsqualität in der Fläche sicherzustellen.

    Im Rahmen entzündlicher Pankreaserkrankungen (alkoholischer oder durch Gallensteine hervorgerufene Bauchspeicheldrüsenerkrankungen) wurden in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte erzielt. Vor allem die intensivmedizinische Therapie und gezielte chirurgische Intervention konnten die hohe Sterblichkeit dieser gefährlichen Erkrankungen stark senken. „Hier spielt die Ausstattung mit einer leistungsfähigen Intensivstation und die Bereitschaft, aufwendige und kostenintensive Behandlungen durchzuführen, eine große Rolle (Organerhalt, Dialyse, Langzeitbeatmung, Drainagetherapie)“, erklärt Prof. Schwarzbach. Nur spezialisierte Zentren, die eine rund-um-die Uhr-Versorgung und das Komittment für eine Langzeitbehandlung, also mehrere Wochen, bieten, kommen für diese Patienten in Frage.

    Ein besonders stiefmütterlich behandelter Bereich ist die Therapie von Patienten, die durch chronische Bauchspeicheldrüsenerkrankungen ihren Beruf verlieren, familiär Schwierigkeiten entwickeln und zu chronisch kranken Patienten werden. Häufig diagnostiziert der Hausarzt nicht nur den übermäßigen Alkoholkonsum, sondern auch einen Diabetes mellitus, Verdauungsschwierigkeiten und chronische Schmerzzustände. Gerade diesen Patienten kann die moderne Bauchspeicheldrüsenchirurgie helfen. Schmerzfrei und mit entsprechenden interdisziplinären Behandlungsansätzen (Chirurg, Gastroenterologe und Hausarzt) wie Verdauungsförderung und Ernährungsberatung können diese Patienten wieder in das normale soziale Leben integriert werden.

    Im Klinikum Frankfurt Höchst wurden allein im Jahr 2010 über 70 Eingriffe an der Bauchspeicheldrüse wegen bösartiger oder gutartiger Bauchspeicheldrüsenerkrankungen (Karzinom, Krebsvorstufen, akuter und chronischer Pankreatitis) durchgeführt. Alle Patienten werden gemeinsam mit den Gastroenterologen, Radiologen, Strahlentherapeuten, Onkologen, Anästhesisten und Pathologen in einer interdisziplinären Expertenkonferenz besprochen. Mit Erfolg für den Patienten. Die Sterblichkeit der Operationen lag dabei unter zwei Prozent, also sogar sechs Prozent unter dem von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) vorgebenen Mindestrate für eine Zertifizierung als Kompetenzzentrum. Das Klinikum hat kürzlich die Zertifizierung als Pankreaszentrum beantragt.

    In der wöchentlich stattfindenden Bauchspeicheldrüsensprechstunde (donnerstags 12 bis 16 Uhr) können sich Patienten umfassend beraten lassen und den direkten Kontakt zu Prof. Schwarzbach aufbauen, der seine Ausbildung an den zwei in Deutschland renommiertesten Pankreaszentren während seine 17jährigen chirurgischen Tätigkeit vor seiner Chefarztberufung absolviert hat. Sollte ein Studieneinschluß in besonders schwierigen Fällen in klinische Studien sinnvoll sein, kann auch über diese Option ausführlich gesprochen werden.

    Über das Klinikum
    Das Klinikum Frankfurt Höchst ist eine Einrichtung der höchsten Versorgungsstufe und Akademisches Lehrkrankenhaus der Johann Wolfgang Goethe Universität mit 17 Kliniken (986 Betten vollstationär, 44 tagesklinische Plätze), drei Zentralinstituten, dem Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ), dem MVZ sowie Krankenpflegeschulen und Schulen für nichtärztliche medizinische Fachberufe. 2.200 Beschäftigte versorgen jährlich 33.500 stationäre und 70.000 ambulante Patienten aus einem weiten Einzugsgebiet. Als gemeinnützige Gesellschaft des privaten Rechts (GmbH) befindet sich das Klinikum in vollständiger kommunaler Trägerschaft. Ein Ersatzneubau wird bis 2015 errichtet. Mehr Infos unter www.KlinikumFrankfurt.de.

    Ansprechpartnerin für die Presse:
    Klinikum Frankfurt Höchst
    Petra Fleischer
    Unternehmenskommunikation/Sprecherin
    Tel. 069 3106 3818
    E-Mail: petra.fleischer@KlinikumFrankfurt.de
    www.KlinikumFrankfurt.de

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