medcom24 - Das Presseportal für Medizin & Gesundheit im Internet.

Deutschlands Datenbank für Presseinformationen aus dem Gesundheitswesen.

Benutzeranmeldung

Bleiben Sie mit - medcom24 - immer auf dem Laufenden!

Kooperationen / Partner

RSS - Newsfeed

Inhalt abgleichen

Feed anzeigen und abonnieren• Sitemap anzeigen

    Presseportal Kostenlos Online PR RSS News Public Relations Veröffentlichen Web 2.0 Gesundheit Journalisten Presse Redaktionen Healthcare Medizin Pressemeldungen PKs Kommunikation Pressekonferenzen Termine Kostenfrei PI Presseinformationen Werbung Öffentlichkeitsarbeit Pressemitteilungen VAs Marketing PR-Agenturen Veranstaltungen


      Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband


      Geprüft auf Sicherheit durch:
      Web-Browser optimiert.

    Initiatoren der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Mensch haben sich hohe Ziele gesteckt!

    Die neue Projektphase der Charta (Charta II – Januar 2012 bis Dezember 2013) ist eingeläutet und die Initiatoren haben sich zum Ziel gesetzt, 5000 Unterschriften von Institutionen oder Einzelpersonen zu erhalten (vgl. dazu die Mitteilung v. 22.02.12 >>> http://www.charta-zur-betreuung-sterbender.de/aktuelles-nachrichtenleser... <<< )

    Nun – so lobenswert das Engagement der Initiatoren auch sein mag, sollte stets mitbedacht werden, dass das Selbstbestimmungsrecht der schwersterkrankten und sterbenden Menschen nicht in allerletzter Konsequenz gewahrt bleibt.

    Von daher ist mit Sorge zu registrieren, dass sich die Initiatoren anschicken, die Charta zu einer nationalen Strategie weiter zu entwickeln. „Sorge“ deshalb, weil künftig zu befürchten ansteht, dass Mediziner bzw. Institutionen sich einem Rechtfertigungsdruck ausgesetzt sehen könnten, letztlich darlegen zu müssen, warum sie ihre Unterschrift nicht leisten.

    Eine solche nationale Strategie kann nur dann befürwortet werden, wenn die Initiatoren ein nachhaltiges Bekenntnis zur Wahrung des Selbstbestimmungsrechts abgeben und damit zugleich auch für die Liberalisierung der ärztlichen Suizidbegleitung eintreten. Fürsorge und Autonomie sind kein Widerspruch in sich und in diesem Sinne kommt den Patientenschützerorganisationen die eminent wichtige Aufgabe zu, für einen konsequenten Grundrechtsschutz einzutreten.

    Eine „nationale Strategie“ kommt ohne ein Bekenntnis zum ethischen Standard unseres Grundgesetzes nicht aus, wie sich unschwer aus Art. 1 GG ergeben dürfte. Zumindest der Gesetzgeber ist zum Grundrechtsschutz verpflichtet und etwaige Strategien, in denen das frei verantwortliche Sterben eines schwersterkrankten und sterbenden Menschen auch an der Hand eines Arztes nicht mitgetragen werden kann, können nicht zum Vorbild gereichen. Ohne Frage bleibt es den Initiatoren der Charta vorbehalten, sich gegen eine ärztliche Suizidbegleitung auszusprechen.

    Allerdings dies als nationale Strategie zu verfolgen, ist durchaus vermessen, wird doch die individuelle Entscheidung der Menschen aber auch die geforderte Gewissensentscheidung der Ärztinnen und Ärzte mehr oder minder „beredt“ gebeugt!
    Die Initiatoren der Charta bleiben nach wie vor die Antwort auf die zentrale Frage schuldig: Wohin mit den schwersterkrankten und sterbenden Menschen, die trotz einer palliativmedizinischen und hospizlichen Betreuung einfach „nur“ noch sterben wollen, weil das Leid zu übermächtig geworden ist?

    Die palliative resp. terminale Sedierung als letzte Therapieoption kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass schwersterkrankte Menschen auch ihren Todeszeitpunkt selbst bestimmen möchten, wenn sie diesen für gekommen halten. Eine nationale Strategie, die nach einem Konsens strebt, wird dies zu berücksichtigen haben, auch wenn 5000 Einzelunterschriften sich gegen eine Liberalisierung der Sterbehilfe indirekt aussprechen.

    In diesem Zusammenhang wäre es interessant, zu erfahren, welche Gründe etwa die Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung dazu veranlassen, die Charta nicht mitzutragen.

    Das Votum der DGHS als eine weitere große und in unserer Gesellschaft etablierte Patientenschutzorganisation hingegen dürfte wohl eher eindeutig sein, wie sich unschwer auch aus der aktuellen Pressemitteilung der DGHS v. 06.03.12 ergeben dürfte: Die DGHS wendet sich strikt gegen einen „Integrismus der Palliativmedizin“. Dieses Plädoyer ist nachhaltig zu begrüßen, gibt es doch „Fälle, bei denen die Palliativmedizin nichts mehr ausrichten kann. Diese Menschen möchten selbstbestimmt und unter Wahrung ihrer Würde Hilfe durch einen verständnisvollen Arzt erfahren“, so die DGHS.
    Hierbei wähnt sich die DGHS im besten Einvernehmen mit mehr als 75% der bundesdeutschen Bevölkerung und mit mehr als einem Drittel der deutschen Ärzteschaft.

    Hiergegen nehmen sich – mit Verlaub – die anvisierten 5000 Unterschriften durchaus bescheiden aus, mal ganz davon abgesehen, dass überwiegend die bisher mit der Thematik befassten Ethikräte die ethischen Probleme weitaus differenzierter angehen, als die Initiatoren der Charta. Die Empfehlungen der Ethikräte sind überdeutlich und da muss denn auch kritisch nachgefragt werden, warum die Initiatoren der Charta gegen den „Strom schwimmen“ und so einem ethischen Neopaternalismus Vorschub leisten, von dem man/frau glaubte, er sei längst überwunden.

    Jedweder Anschein einer fundamentalistisch anmutenden Ideologie auch der Palliativmedizin muss vermieden werden, damit es gelingt, ein „Sterben in Würde“ aus der Innenperspektive der betroffenen Schwersterkrankten und Sterbenden zu ermöglichen.

    Lutz Barth
    ____________________________
    IQB – Medizin- &. Pflegerecht - Lutz Barth
    Sieverner Str. 156, 27607 Langen
    Tel. 04743 / 322 97 39
    Internetportal: www.iqb-info.de
    E-Mail: webmaster@iqb-info.de

    Presseportal - medcom24 e.K. | Copyright 2008 - 2018 | All rights reserved | SERVICE-HOTLINE: 01801 / 730 730 | Powered by Drupal Design by Artinet