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    Hat die Diabetesaufklärung versagt?

    Aachen (fet) – Trotz intensiver Aufklärungsarbeit steigt die Zahl der Diabetiker weiter an. Zahlreichen Menschen sind die Ursachen bekannt, aber das eigene Risiko ist vielen nicht bewusst. Müssen wir strategisch umdenken?

    Jeder zweite Deutsche ist diabetesgefährdet. So lautet das ernüchternde Ergebnis des Diabetes-Risikochecks eines internationalen Pharmakonzerns. Mit Fragebögen zu Anamnese, Ernährungsgewohnheiten und Bewegungsumfang sowie grundlegenden Diagnostikverfahren wie Blutdruck- und Blutzuckermessung bewaffnet, tourten die Initiatoren quer durch Deutschland. Allein die Auswertungen des letzten Jahres lassen die Diabetesprävention in keinem guten Licht stehen. Fast jeder vierte Befragte war bereits diagnostiziert zuckerkrank. Von den bislang nicht Erkrankten wies die Hälfte ein deutliches Risiko auf, später Diabetes zu bekommen (1). Haben die Aufklärungsbemühungen der letzten Jahrzehnte versagt?

    Seit einem halben Jahrhundert widmen sich nationale und internationale Organisationen der Bekämpfung der Zuckerkrankheit. Insbesondere am Weltdiabetestag, der seit 20 Jahren stattfindet, versuchen weltweite Kampagnen die Bevölkerung für die Ursachen und Folgen der Krankheit zu sensibilisieren. Doch der Erfolg lässt auf sich warten. Seit die Diabeteshäufigkeit 1960 erstmals erhoben wurde, ist die Anzahl an Betroffenen kontinuierlich gestiegen. Eine Stagnation oder gar ein Rückwärtstrend sind nicht zu erwarten. Die Krankheit selbst kennen die meisten. Auf die Frage nach den Ursachen nennen viele richtigerweise eine zuckerreiche Ernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel und genetische Veranlagung. Herzinfarkt und Schlaganfall als Folgen des chronisch erhöhten Blutzuckerspiegels sind die Gründe für das Image als bedrohliche Erkrankung. Warum nehmen viele trotz guter Kenntnisse das Risiko auf die leichte Schulter?

    „Was ich nicht merke, das ist nicht da.“ Diabetes verursacht viele Jahre keine Schmerzen. Die meisten Betroffenen wissen nichts von ihrer Erkrankung, bis ein Arzt bei einer Routineuntersuchung die Diagnose stellt. Dabei ist langjähriges starkes Übergewicht ein unübersehbares Vorzeichen. Besonders in Familien, in denen Diabetes bereits auftrat, ist das Risiko hoch. Denn Eltern legen ihrem Nachwuchs neben Veranlagungen vor allem ihre Lebensgewohnheiten in die Wiege. Anstatt nur dem Betroffenen zu helfen, wäre eine familienumfassende Beratung erfolgsversprechender. Verhaltensänderungen sind leichter umsetzbar, wenn alle an einem Strang ziehen. Partner und Kinder würden der Gefahr vorbeugen, selbst zu erkranken. Doch Familienschulungen sind in der Diabetesprävention bislang noch viel zu selten.

    Wie hoch das persönliche Risiko ist, lässt sich mit dem Risikoscore für Prädiabetes abschätzen, der als Beratungsunterlage im Medienshop unter www.fet-ev.eu erhältlich ist. Weiterhin finden Fachkräfte, Betroffene und Interessierte Fachinformationen, Verbraucherbroschüren sowie weitere Beratungsunterlagen rund um das Thema Diabetes und Ernährung.

    Redaktion: Dipl.troph. Christine Langer

    Quelle: 1) Ergebnisse des Diabetes-Risikochecks „Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7“ der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH

    Kontakt:
    Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e.V.
    Kapuzinergraben 18-22, 52062 Aachen
    Tel.: 0241 - 160 35 683
    Fax: 0241 - 160 35 684
    presse@fet-ev.eu
    http://www.fet-ev.eu
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