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    Zahlen lügen nicht: Angekündigtes Honorarplus entpuppt sich für viele hessische Vertragsärzte als Luftbuchung

    Frankfurt – Während in zahlreichen Medienberichten derzeit wieder das Klischee vom bestens verdienenden niedergelassenen Arzt bedient wird, empfiehlt der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen einen Blick auf die tatsächlichen Abrechnungsdaten. Vermutlich durch die Krankenkassen lancierte Analysen suggerieren teilweise enorme Zugewinne. Doch die hessischen Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten reiben sich angesichts dieser Berichte buchstäblich die Augen.

    So mussten die hessischen Augenärzte 2009 einen Verlust von 8,1 Prozent hinnehmen. Auch andere Fachgruppen, wie zum Beispiel die HNO-Ärzte (minus 7 Prozent) und Orthopäden (minus 4,5 Prozent) befinden sich in einer ähnlich schwierigen Situation. Die Zahlen belegen das Scheitern auch dieser Honorarreform. Während der Bewertungsausschuss in seinen Analysen, die in der vergangenen Woche publiziert worden sind, lediglich auf Daten für die ersten drei Quartale des Jahres 2009 zurückgreifen konnte, liegen der KV Hessen mittlerweile die hessischen Zahlen für das ganze Jahr vor. Insgesamt sind die Honorare der hessischen Vertragsärzte und -psychotherapeuten um lediglich 4,6 Prozent, die der Hausärzte sogar nur um 2 Prozent gestiegen und damit weit weg vom politischen Versprechen einer Steigerung um 10 Prozent als Ausgleich für die jahrelangen Nullrunden. Ganz zu schweigen von den Fachgruppen, die sogar Verluste verkraften müssen.

    Eine politisch gewollte Gleichmacherei auf Honorarebene, gepaart mit geringen Einflussmöglichkeiten der regionalen KVen, komplettieren ein Honorardesaster, das den Glauben in das Funktionieren des Systems der Gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland weiter schwinden lässt. Die Forderung der Vorstandsvorsitzenden, Dr. med. Margita Bert und Dr. med. Gerd W. Zimmermann, fällt deshalb eindeutig aus: „Schluss mit Reformen im Halbjahresrhythmus, Schluss mit einer Honorarverteilung, die regionale Besonderheiten nicht berücksichtigt und kaum Spielräume in der Honorarverteilung lässt. Die hessischen Haus- und Fachärzte sowie die Psychotherapeuten haben die Nase voll von andauernden Reformen, die nur mit mathematischem Fachwissen nachzuvollziehen sind, deren Ergebnis aber immer gleich ausfällt: Weniger Honorar bzw. weniger Honorarzuwachs, als versprochen.“

    Hinweis an die Redaktion: Bei Fragen und Interviewwünschen wenden Sie sich gerne an die Abteilung Kommunikation der KV Hessen, Karl Matthias Roth, Telefon 069 / 79502-755, Cornelia Kur, Telefon 069 / 79502-580, Telefax 069 / 79502-501, E-Mail: presse@kvhessen.de. Weitere Presseinformationen finden Sie im Internet unter www.kvhessen.de.


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