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    Weltbevölkerungsbericht: Sexueller Gewalt ein Ende setzen

    Berlin - In bewaffneten Konflikten wird geschlechtsspezifische Gewalt einschließlich Vergewaltigung immer häufiger als Instrument der Kriegsführung eingesetzt. Diese Form der Gewalt steht im Mittelpunkt des diesjährigen Weltbevölkerungsberichts des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UN).

    Der Schwerpunkt des aktuellen Jahresberichts lag anlässlich des zehnten Jahrestages der UN-Resolution 1325 auf "Krisen, Frieden, Wiederaufbau: Gesellschaften im Wandel".

    "Eine Zwischenbilanz nach zehn Jahren UN-Resolution 1325 zeigt die Dringlichkeit, sich mit dem Thema zu befassen", erklärte Bettina Maas, Vertreterin des Bevölkerungsfonds in Berlin. Der Bericht mache deutlich: Die durch Vergewaltigungen erlittenen Traumata wirken weit über das Kriegsende hinaus nach und können ganze Gesellschaften destabilisieren. "Damit die Betroffenen wieder ins normale Leben zurückkehren können, ist gesellschaftliche Unterstützung entscheidend."

      Die Resolution 1325 war im Jahr 2000 von den Vereinten Nationen verabschiedet worden. Mit ihr wurden erstmals alle Parteien bewaffneter Konflikte aufgefordert, Frauen und Mädchen vor sexueller Gewalt besser zu schützen. Auch sollen sie stärker bei Friedensvereinbarungen einbezogen werden.

    Priorität für selbstbestimmte Familienplanung

    Der Bericht präsentiert auch eine Untersuchung zum Zugang zu reproduktiver Gesundheitsfürsorge. Danach habe in Afrika nur jede vierte Frau Zugang zu modernen Verhütungsmitteln. Insgesamt gebe es mehr als 200 Millionen Frauen auf der Welt, die verhüten möchten, dies aber nicht können.

    Deutschland räumt der selbstbestimmten Familienplanung höchste politische Priorität ein. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesentwicklungsministerium (BMZ), Gudrun Kopp, kündigte eine entsprechende Initiative dazu an. "Mit einer Erhöhung der finanziellen Ressourcen wollen wir politische Akzente setzen."

    Darum sollen die jährlichen Finanzmittel zur Unterstützung der selbstbestimmten Familienplanung und reproduktiven Gesundheit ab 2011 auf 80 Millionen Euro im Jahr verdoppelt werden. Zudem soll die Bildungsarbeit für Familienplanung stärker gefördert werden.

    Müttersterblichkeit zurückgedrängt

    Die Bilanz zeigt auch, dass es heute weniger Müttersterblichkeit gibt. Sie konnte seit 1990 um ein Drittel reduziert werden. Ziel des fünften Millenniumentwicklungsziels ist jedoch eine Reduzierung um drei Viertel bis 2015. "Hier sind wir alle weiter gefordert, um dieses Ziel zu erreichen", sagte Kopp.

    Faktoren wie Bildungsstand, Einkommen und Wohnort wirken sich besonders auf die gesundheitliche Versorgung und damit auch auf den reproduktiven Gesundheitszustand von Menschen aus. Deshalb setzt sich die Staatssekretärin auch für eine ganzheitliche Betrachtung der Millenniumsziele ein. "Bildung, Einkommensmöglichkeiten, sauberes Wasser und die Stärkung von Frauenrechten sind für die Gesundheit ebenso wichtig wie der Zugang zu kurativen Dienstleistungen."

      Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen, UNFPA, ist die größte internationale Organisation, die Bevölkerungsprogramme in Entwicklungsländern fördert und umsetzt. Der Fonds, der 1969 gegründet wurde, ist ein Spezialorgan der Vereinten Nationen. Er arbeitet mit über 150 Ländern zusammen und stellte 2009 Mittel in einer Gesamthöhe von fast 350 Millionen US-Dollar zur Verfügung.

    Pressekontakt:

    Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
    Dorotheenstraße 84
    10117 Berlin
    Telefon: 030 18 272-0
    Fax: 030 18 272-2555
    internetpost@bpa.bund.de

    www.bundesregierung.de

    Foto 1:

    Deutsche Stiftung Weltbevölkerung - Traumatisierte Frauen integrieren

    Foto 2:

    Deutsche Stiftung Weltbevölkerung - Oft ist selbstbestimmte Familienplanung verwehrt


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