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    Unfallrisiko am Arbeitsplatz deutlich gesunken

    In Deutschland ist die Zahl der schweren und tödlichen Arbeitsunfälle 2009 auf einen neuen Tiefstand gesunken. Auch bei Schulunfällen und auf dem Schulweg sind deutliche Rückgänge zu verzeichnen. Das geht aus den aktuellen Zahlen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hervor, die die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) jetzt veröffentlichte.

    Bei den meldepflichtigen Wegeunfällen ist dagegen ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Infolge einer Berufskrankheit haben 2009 mehr Menschen ihr Leben verloren als noch 2008.

    Im Jahr 2009 wurden insgesamt 886.122 Arbeitsunfälle registriert. Dies ist ein Minus von 8,8 Prozent gegenüber 2008.

    Dazu DGUV-Geschäftsführer Joachim Breuer: "In der 125-jährigen Geschichte der gesetzlichen Unfallversicherung war das Unfallrisiko am Arbeitsplatz noch nie so niedrig". Die Befürchtung, dass die Arbeitgeber in der Krise am Arbeitsschutz sparten, hätte sich damit nicht bewahrheitet. "Der Tiefstand reiht sich in den langjährigen Trend rückläufiger Unfallzahlen ein. Seit den 1960er Jahren ist die Quote meldepflichtiger Arbeitsunfälle in Deutschland um fast 80 Prozent zurückgegangen", resümierte Breuer.

      Arbeits- und Wegeunfälle sind meldepflichtig, wenn sie zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen oder zum Tode führen. In der Schüler-Unfallversicherung sind Unfälle meldepflichtig, wenn der Versicherte ärztlich behandelt werden muss oder durch den Unfall zu Tode kommt.

    Weniger Tote durch Arbeits- und Wegeunfälle

    Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle sank 2009 deutlich: Insgesamt starben 456 Menschen in Folge eines Arbeitsunfalls, 2008 waren es noch 572. Zum Vergleich: In 2007 und 2006 kamen sogar 621 beziehungsweise 711 Menschen zu Tode.

    Dagegen stieg die Zahl der meldepflichtigen Unfälle zur und von der Arbeit. So wurden 2009 178.590 Wegeunfälle registriert, rund 1,1 Prozent mehr als 2008 (176.608). Erfreulicherweise nahm allerdings die Zahl der tödlichen Wegeunfälle ab: 362 Tote bedeuteten 96 weniger als 2008.

    Mehr Todesfälle wegen Berufskrankheit

    2009 starben 2.767 Versicherte an einer Berufskrankheit, 379 mehr als noch 2008. Damit erreichte die Zahl der Menschen, die infolge einer Berufskrankheit ihr Leben verloren, einen neuen Höchststand. Hauptursache waren anorganische Stoffe, insbesondere Staub aus Asbest.

    Die Zahl der Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit lag 2009 bei 66.951, mehr als 10 Prozent gegenüber 2008. Bei 25.570 Versicherten wurde der Verdacht bestätigt, in 16.078 Fällen wurde die Berufskrankheit anerkannt. Dies entspricht einer Zunahme von 23,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Erstmals eine Rente wegen Berufskrankheit erhielten in 2009 6.643 Versicherte. Breuer: "Diese Zunahme erklärt sich vor allem durch rechtliche und gesetzliche Änderungen".

    Beitragssatz in der gesetzlichen Unfallversicherung gestiegen

    Der durchschnittliche Beitragssatz, den die Arbeitgeber zur gesetzlichen Unfallversicherung zu entrichten haben, ist 2009 angestiegen, nachdem er in den beiden Vorjahren zurückgegangen war. Er erhöhte sich auf 1,31 Euro pro 100 Euro Lohnsumme (1,31 Prozent). Breuer: "Das erklärt sich zum einen aus den höheren Ausgaben. Vor allem sind aber die Lohnsummen in Deutschland infolge der Kurzarbeit um mehr als 13 Millionen Euro zurückgegangen - und damit das beitragspflichtige Engelt".

    Die Finanzierung der Unfallversicherung erfolgt durch Beiträge, die allein von den Unternehmern (Arbeitgebern) getragen werden. Für die Versicherten ist der Versicherungsschutz beitragsfrei. Die Beiträge richten sich nach den Entgelten der Versicherten eines Unternehmens und nach dem Grad der Unfallgefahr.

    Schulweg sicherer geworden

    Auch die Schüler-Unfallversicherung registrierte 2009 einen deutlichen Rückgang der Unfälle, die sich in Kindertagesstätten, Schulen und Bildungsstätten und auf dem Weg dorthin, ereigneten.

    Insgesamt verzeichneten die für die Schüler-Unfallversicherung zuständigen Unfallkassen und Gemeindeunfallversicherungsverbände in 2009 1.250.552 meldepflichtige Schulunfälle. Dies ist ein Rückgang um 6,8 Prozent gegenüber 2008. Die Zahl der Schulwegeunfälle ist ebenfalls um 3,2 Prozent gegenüber 2008 auf 115.534 zurückgegangen. Die Zahl der tödlichen Schülerunfälle fiel von 76 in 2008 auf 59 in 2009. Davon passierten 45 auf dem Schulweg.

    Pressekontakt:

    Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
    Dorotheenstraße 84
    10117 Berlin
    Telefon: 030 18 272-0
    Fax: 030 18 272-2555
    internetpost@bpa.bund.de

    www.bundesregierung.de

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