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Trotz guter Auslastung - Reha kostendeckend finanzieren
Kiel, 24. Februar 2009 - Nach dem "Reha Rating Report 2009" des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) findet bei den Rehakliniken bis zum Jahr 2020 eine massive Marktbereinigung statt. Sollte diese Prognose des RWI auch auf Schleswig-Holstein zutreffen, befürchtet der Geschäftsführer des Verbandes der Privatkliniken in Schleswig-Holstein (VPKSH), daß 10 bis 12 Rehakliniken in den nächsten zehn Jahren in Schleswig-Holstein schließen müssen. Laut Studie ist schon heute bundesweit fast jedes vierte Haus von Insolvenz bedroht. Einen Überschuß erwirtschaften momentan 22 Prozent.
Eigentlich müßte sich die Situation besser darstellen: Mit einer durchschnittlichen Auslastung der Rehakliniken von 82 Prozent stehen die Häuser heute in Schleswig-Holstein besser da, als es Durchschnittsdaten des RWI für Gesamtdeutschland zeigen. Und aufgrund der demografischen Entwicklung werden Rehakliniken künftig stärker nachgefragt werden.
"Wir gehen jedoch davon aus, daß die Wirtschafts- und Finanzkrise bis spätestens 2010 auf den Gesundheitssektor durchschlagen wird. Dann werden deutlich weniger Rehamaßnahmen nachgefragt und genehmigt. Rehakliniken sind darauf nicht vorbereitet", warnt Krämer. Andererseits werden Rehakliniken auch dann ihren Betrieb einstellen müssen, wenn Kostensteigerungen und Inflation nicht in angemessener Höhe ausgeglichen werden. Ursache dafür ist nicht zuletzt die schwache Verhandlungsmacht der Rehakliniken gegenüber den Kostenträgern. "Die Preise werden uns von den Krankenkassen diktiert", beklagt Krämer.
Dabei haben sich die Verbraucherpreise in der Zeit von 2004 bis 2008 um ca. 9% erhöht, seitens der Gesetzlichen Krankenversicherungen sind diese Verteuerungen allerdings nur - wenn überhaupt - im Umfang der jährlichen Grundlohnsummensteigerungen aufgefangen worden", ergänzt Thomas Fettweiß, Geschäftsführer der Ostseeklinik Schönberg-Holm und Vorstandsmitglied im VPKSH. "Die Grundlohnsummensteigerungen betragen insgesamt im gleichen Zeitraum lediglich rund 2%. Eine Beispielklinik, die 2004 einen Tagespflegesatz von 97 Euro gehabt hat, hätte heute demnach einen Vergütungssatz von etwa 99 Euro anstelle von ca. 106 Euro bei vollständigem Ausgleich der Inflationsrate. Bei 200 Betten und einer 80%-igen jahresdurchschnittlichen Auslastung sowie einem angenommenen Belegungsanteil der GKV von 50% betrüge die Unterdeckung dieser Klinik im Jahre 2008 damit rund 200.000 Euro", rechnet Fettweiß vor.
Krämer fordert die Einrichtung einer Schiedsstelle, ähnlich wie bei Streitfällen im Akutbereich: "Nur so können wir mehr Gleichberechtigung zwischen den Verhandlungspartnern erreichen." Darüber hinaus hält er einen gesetzlich vorgegebenen Orientierungswert für Budgetsteigerungen für sinnvoll. Krämer fordert die Politik dazu auf, die Rehabilitation für den Gesundheitsstandort Schleswig-Holstein zu unterstützen.
Auch die eigene Klientel muß dazu beitragen: "Wir werden für aussagekräftiges Datenmaterial sorgen, damit die Landespolitik auf Bundesebene besser argumentieren kann." Dazu trifft sich Krämer mit Experten von Rehakliniken regelmäßig am Runden Tisch Reha.
Hintergrund
Die 72 Vorsorge- und Rehakliniken in Schleswig-Holstein behandeln jährlich rund 140.000 Patienten. Sie beschäftigen rund 6.000 Mitarbeiter. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung, (RWI) Essen, hat in seinem Reha-Rating- Report 2009" ermittelt, daß rund ein Viertel der in die Untersuchung einbezogenen Rehakliniken direkt von Insolvenz bedroht und ein weiteres Viertel zumindest gefährdet ist.
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Kontakt:
Bernd Krämer
Geschäftsführer
Telefon: 0 431 / 84 0 35
Telefax: 0 431 / 84 0 55
E-Mail: mailto:gf@vpksh.de
VPKSH Feldstraße 75 - 24105 Kiel



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