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    Trotz Erfolgen bleibt das Problem Aids

    Auch über 25 Jahren nach Ausbruch der Immunschwächekrankheit Aids gibt es noch keinen Impfstoff, der gegen die Infektion mit HIV schützt. In den letzten Jahren gab es jedoch vielversprechende Entwicklungen bei den weltweiten Bemühungen, die Aids-Epidemie zu bekämpfen.

    Erstmals zeigt sich seit zwei Jahren eine bessere Entwicklung. Die durch Aids verursachten Todesfälle sind rückläufig: von etwa 2,2 Millionen im Jahr 2005 auf etwa 2 Millionen Menschen im Jahr 2007. Dies ist zum Teil auf einen verbesserten Zugang zur Behandlung der Krankheit zurückzuführen.

    Schwerpunkt Entwicklungsländer

    Heute sind mehr als 30 Millionen Menschen infiziert. Rund 25 Millionen Menschen sind bislang an Aids gestorben. Ungefähr 95 Prozent der Menschen, die unter HIV/ Aids leiden, leben in Entwicklungsländern. Davon fast zwei Drittel in Afrika südlich der Sahara.

    40 Prozent aller Neuinfektionen betreffen junge Menschen zwischen 16 und 24 Jahren. Besonders alarmierend ist die hohe Zahl von Neuinfektionen bei jungen Frauen und Mädchen. Weltweit treten 50 Prozent aller HIV-Infektionen bei Frauen auf. In Afrika südlich der Sahara sind es fast 60 Prozent. In der Karibik liegen die Zahlen fast ebenso hoch.

    Frauen stärker betroffen als Männer

    Die Ursachen sind vielfältig. Frauen sind biologisch für HIV/Aids dreimal anfälliger als Männer. Oft fehlt ihnen der Zugang zu Informationen und Bildung. Auch ihre Teilhabe am politischen Leben ist eingeschränkt. Frauen und Mädchen mangelt es häufig an sozialer und wirtschaftlicher Macht, um über wesentliche Bereiche ihres Lebens zu bestimmen. Außerdem tragen sie einen ungleich höheren Teil der Armutslast.

    Weiterhin fehlt ein umfassender Zugang zu Produkten der sexuellen und reproduktiven Gesundheit. Das trägt wesentlich zur hohen Zahl von HIV/Aids-Übertragungen sowie einer hoher Mütter-, Neugeborenen- und Kindersterblichkeit bei.

    Die Palette der Präventions- und Behandlungsmechanismen muss deshalb erweitert werden. Eine Möglichkeit ist die Förderung der Entwicklung und Einführung von Mikrobiziden.

    Mikrobizide sind Produkte in verschiedenen Formen, unter anderem Gels, Cremes oder imprägnierte Ringe. Diese können von Frauen angewendet werden, um eine HIV-Übertragung beim sexuellen Verkehr zu verhindern oder das Risiko einer Ansteckung zu verringern. Im Gegensatz zum Männerkondom ist die Zustimmung des Mannes nicht nötig. Insbesondere in Gesellschaften, die unter Armut und sozialen, wirtschaftlichen und geschlechterbezogenen Ungleichheiten leiden, ist es oftmals unmöglich, über die Benutzung von Männerkondomen zu verhandeln.

    Die Bundesregierung unterstützt den Kampf gegen Aids

    Die Vereinten Nationen haben mit UNAids das wichtigste internationale Programm zur Bekämpfung der HIV/Aids-Epidemie geschaffen. Das Programm hat die Aufgabe, weltweit die Bemühungen um die Eindämmung der Epidemie zu steuern, zu stärken und zu stützen.

    Das Bundesentwicklungsministerium unterstützt UNAids finanziell seit 1996. Zudem beteiligt sich das Bundesgesundheitsministerium mit freiwilligen Beiträgen für einzelne Vorhaben. Insgesamt will die Bundesregierung dafür 500 Millionen Euro pro Jahr einsetzen. Bis zum Jahr 2015 sind 4 Milliarden Euro vorgesehen.

    Diese Mittel werden in der zweiseitigen Entwicklungszusammenarbeit mit den jeweiligen Entwicklungsländern eingesetzt. Außerdem werden die Mittel über internationale Organisationen und über den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria bereit gestellt.

    Pressekontakt

    Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
    Dorotheenstraße 84
    10117 Berlin
    Telefon: 030 18 272-0
    Fax: 030 18 272-2555
    www.bundesregierung.de

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