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Paritätischer appelliert an Fraktionen in Streit um Heroin-Abgabe
Berlin - Der Paritätische fordert die Einführung der medizinisch kontrollierten Vergabe von synthetischem Heroin (Diamorphin) als ergänzende Behandlungsform für Drogenabhängige. Anlässlich der morgigen Bundestagsberatungen appelliert der Verband an die Fraktionen, ideologische Streitigkeiten nicht auf Kosten Schwerstkranker auszutragen.
"Es ist unverantwortlich, Schwerstkranken erfolgreiche Therapieformen einfach vorzuenthalten", kritisiert Heidi Merk, Vorsitzende des Paritätischen Gesamtverbandes. Vorschläge, zunächst weitere Modellprojekte auf den Weg zu bringen, bezeichnet der Verband als verantwortungslose Hinhaltetaktik und hinausgeworfenes Geld. "Für solche Verhaltensweisen fehlt mir jedes Verständnis," so Merk. Es sei erwiesen, dass die kontrollierte Heroinvergabe mit einer psychosozialen Betreuung für Schwerstabhängige, eine echte Hilfe sei. "Wir müssen die vorliegenden Erkenntnisse endlich in die Praxis umsetzen und allen zugänglich machen", fordert Merk.
Der Verband betont die Bedeutung begleitender psychosozialer Betreuung für den Erfolg der Substitutionsbehandlung und fordert die finanzielle Absicherung entsprechender Angebote. "Für den Therapieerfolg ist eine psychosoziale Einzelbegleitung der Patienten unabdingbar. Ohne entsprechende Angebote wird die kontrollierte Heroin-Vergabe nur selten erfolgreich aus der Abhängigkeit führen. Daher muss beides in der Regelversorgung verankert und durch die Krankenkassen finanziert werden", so Merk.
Eine enge Kooperation zwischen Medizin, Suchthilfe und Patienten sei zwingend notwendig. Der Verband fordert daher die Stärkung bewährter Behandlungsverbünde von Vergabestelle (Ärzte, medizinische Ambulanz) und Drogenhilfe (Beratungsstelle, Drogenhilfezentrum), um Schwerstabhängige frühzeitig zu erreichen und sie ans bestehende Hilfesystem anzubinden.
Pressekontakt:
Gwendolyn Stilling, Tel. 030/24 636 305, E-Mail: pr@paritaet.org



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