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Neue Verfahren und Methoden der Bildverarbeitung für die Medizin
Workshop dient dem Erfahrungsaustausch und präsentiert aktuelle Forschungsergebnisse
1993 trafen sich auf Initiative von Prof. Thomas Tolxdorff in Freiburg Medizininformatiker, Naturwissenschaftler und Mediziner, um sich über Fragen und Projekte rund um die Bildverarbeitung in der Medizin auszutauschen. Das Interesse bei den Teilnehmern war groß und man stellte schnell fest, dass an verschiedenen Stellen vielversprechende Forschungen zum Thema angestoßen worden waren. Also musste ein Forum her, in dem sich die Gemeinschaft austauschen kann. So war die Idee zum Workshop "Bildverarbeitung für die Medizin" (BVM) geboren. Der Berliner Medizininformatiker fand in Prof. Hans-Peter Meinzer aus Heidelberg, Prof. Thomas Martin Deserno aus Aachen und Prof. Heinz Handels aus Hamburg drei Mitstreiter für die Organisation der jährlich stattfindenden Veranstaltung.
Zur 17. Auflage kamen jetzt mehr als 230 Teilnehmer im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg zusammen. Neben dem Erfahrungsaustausch unter und zwischen Entwicklern und Anwendern von Bildverarbeitungssoftware stand wieder die Weiterbildung im Fokus. "Wir möchten allen Akteuren auch die Denk- und Sichtweisen der jeweils anderen vermitteln. Daher haben wir z.B. bewusst zwei verschiedenartige Tutorials angeboten. Das eine beschäftigte sich mit der Frage, wie Radiologen sehen, im anderen wurde das Medical Imaging Interaction Toolkits (MITK, www.mitk.org) vorgestellt, eine freie Softwarebibliothek zur Vereinfachung der Entwicklung von interaktiven medizinischen Bildverarbeitungsprogrammen", beschreibt Dr. Uwe Engelmann, Senior Research Scientist in der Abt. Medizinische und Biologische Informatik am DKFZ, einen wichtigen Aspekt des viertägigen Workshops.
Im Programm wurden alle Aspekte der Bildverarbeitungsprozesse aufgegriffen. Beginnend mit der Diagnoseunterstützung und Therapieplanung gewinnt der Aspekt der Therapieunterstützung immer mehr Gewicht, wie Mitorganisator Dr. Ingmar Wegner sagt: "Assistenzsysteme zur intraoperativen Navigation können Eingriffe deutlich vereinfachen und beschleunigen. Hier geht es jedoch ausschließlich um eine Unterstützung bei der Entscheidungsfindung. Letztlich hat der Chirurg oder Orthopäde während der Intervention das letzte Wort, abhängig von der individuellen Situation." Den Initiatoren und Veranstalter der BVM geht es nicht zuletzt um die Förderung des Miteinanders von Medizin und Informatik.
OP-Navigation bei Weichgewebeeingriffen
Dass das konkrete Auswirkungen in der Praxis hat, zeigt exemplarisch die Arbeit von Dr. Matthias Baumhauer, für die ihm das Programmkomitee in diesem Jahr den BVM Award für herausragende Abschlussarbeiten verliehen hat. Er beschäftigt sich mit der Kompensation der Organverschieblichkeit bei der laparoskopischen Chirurgie in Echtzeit.
Das Problem: Computergestützte Informations- und Navigationssysteme sind heute lediglich für Eingriffe an starren Organen kommerziell verfügbar. Bei Eingriffen an Organen, die sich durch Atmung oder Herzschlag des Patienten verschieben, sind sie nur sehr eingeschränkt praktikabel.
Die Lösung: Durch den Einsatz vollautomatisierter Methoden zur Verarbeitung gewonnener Bilddaten und einer Echtzeitverarbeitung der endoskopischen Videobilder wird das Endoskop stets mit der aktuellen Patientenanatomie registriert. So können während der Operation verdeckte anatomische Strukturen mit dem Live-Videobild des Endoskops überlagert und so dem Operateur sichtbar gemacht werden. Diese Unterstützung kann beispielsweise bei kritischen Präparationsphasen der Tumorchirurgie eingesetzt werden, um die Lage eines Tumors im Organinneren und umliegende Risikostrukturen beurteilen zu können. Da auf externe Trackingsysteme verzichtet wird, ist eine schnelle und sichere Handhabung im OP gewährleistet.
Das Ergebnis: Auf Basis dieses Verfahrens ist ein prototypisches Navigationssystem entwickelt worden, das derzeit an 50 Patienten zum Einsatz in der computerassistierten Behandlung von Prostatakarzinomen klinisch evaluiert wird. Das System ermöglicht eine neue Qualität der operativen Therapie, da vorab die genaue anatomische Lage von Tumor und umliegenden Risikostrukturen bekannt ist. Interventionen werden dadurch kürzer, sicherer und schonender für den Patienten, Krankenhäuser können mehr Patienten in derselben Zeit behandeln.
BVM 2010
Im nächsten Jahr findet der Workshop "Bildverarbeitung für die Medizin" vom 14. bis 16. März im Universitätsklinikum der RWTH Aachen statt.
Textumfang: 4.532 Zeichen
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter http://www.bvm-workshop.org.
Pressekontakt
ralf buchholz healthcare communications
Ralf Buchholz
Liebermannstraße 2
50933 Köln
Telefon: 02 21 / 28 08 552
r.buchholz@ralfbuchholz-hc.de




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