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Neue Medizinische Intensiveinheit eingeweiht
Hamburg, 6. Januar 2010
Am Kath. Marienkrankenhaus in Hohenfelde ist heute die neue Medizinische Intensiveinheit offiziell eingeweiht worden. Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke, Aufsichtsratsvorsitzender des Kath. Marienkrankenhauses und Senator Dietrich Wersich, Präses der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz, übermittelten die Grußworte und würdigten die bauliche Neukonzeption. Gemeinsam mit vielen Kooperationsärzten des Marienkrankenhauses und den Mitarbeitern nutzten beide auch die Gelegenheit, sich einen persönlichen Eindruck über die medizintechnische, innovative Ausstattung vor Ort zu verschaffen.
Mit dem Neubau werden ganz neue Behandlungskonzepte möglich, die eine abgestufte Behandlung von der Überwachung bis hin zu komplexen Therapien bei Patienten mit Multiorganversagen möglich machen. Ein Linksherzkathetermessplatz, eine zertifizierte Stroke Unit und eine Chest Pain Unit sind ebenfalls vorhanden. Es gibt insgesamt 24 Plätze, die das Spektrum einer Versorgung zwischen schwerstem Organversagen und einfachen Überwachungsaufgaben abbilden, von der maximalen Beatmungstherapie bis zur weniger intensiven Beobachtung. Durch die bauliche Konzentration der Zentralen Notaufnahme, der Intensivmedizin, dem OP-Trakt und dem Herzkatheterlabor bieten sich kurze Wege“, betont Prof. Dr. med. Andreas van de Loo, Chefarzt Zentrum Innere Medizin. „Wir können nun noch besser unsere gesamte Kompetenz in die notfallmedizinische Versorgung einbringen und trotzdem die persönliche Nähe zum Patienten wahren.“
In Zusammenarbeit mit erfahrenen niedergelassenen Kardiologen können in der Chest Pain Unit Herzinfarkte 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche optimal versorgt werden. Auch für die zertifizierte Stroke Unit, die Spezialbehandlungen für Schlaganfallpatienten ermöglicht, ist der Umzug auf die neue Station ideal: „Wir sind nun noch näher am Magnetresonanztomographen, eine 24-Stunden-Überwachung und ein Langzeit-EKG sind kein Problem“, betont Prof. Dr. med. Thomas Weber, Chefarzt der Neurologischen Klinik. Das Verfahren der sogenannten Perfusions-Computertomographie ermöglicht eine verbesserte Diagnostik des akuten Schlaganfalls. Die transösophageale Echokardiographie (TEE-Schluckecho-Ultraschalluntersuchung des Herzens durch die Speiseröhre), kann kardiale Ursachen für einen Schlaganfall bestimmen.
Bisher waren die einzelnen medizinischen Einheiten im Haus verteilt. Nun finden sich alle wichtigen notfallmedizinischen Abteilungen im Haus INO, dem interdisziplinären Notfall- und Operationszentrum, das 2007 eröffnet wurde. Über eine gesonderte Rettungswagenzufahrt können hier nun alle Notfallpatienten angenommen werden. Die Wege zwischen Aufnahme und intensivmedizinischer Maximalversorgung sind optimal angelegt und so kurz wie möglich. Damit ermöglichen sie sehr schnelle Eingriffszeiten. Neue Monitortechnik zur Überwachung der Vitaldaten ermöglicht eine lückenlose Patientenüberwachung. Der Monitor bleibt von der Aufnahme bis zur Entlassung beim Patienten. Der Verlauf aller Messdaten ist überall abrufbar.
„Auf der medizinischen Intensiveinheit wird eine ganzheitliche Bereichspflege durchgeführt“, beschreibt Björn Rahn, pflegerische Bereichsleitung der neuen Einheit, das Pflegekonzept. Durch eine individuelle persönliche Pflege mit enger Betreuung zwischen Patient und Pflegekraft, können Veränderungen im Genesungsverlauf frühzeitig erkannt und unterstützt werden. Das Pflegeteam setzt sich aus dem Team der Medizinischen Notaufnahme und der medizinischen Intensivstation zusammen. Im Rahmen dieser Zusammenlegung wird eine große Kompetenz von speziell ausgebildeten Pflegekräften wie Fachpflegepersonal für Anästhesie- und Intensivpflege, Stroke-Unit und einem Atemtherapeut vereint.
„Mit der neuen medizinischen Intensiveinheit haben wir einen weiteren Schritt auf dem Weg zum modernen Gesundheitszentrum mit ganzheitlicher Ausrichtung vollendet“, resümiert Werner Koch, Vorsitzender der Geschäftsführung. „In 2010 werden wir den Bereich der Notfallmedizin kontinuierlich stärken. Als nächster wichtiger Baustein steht der Ausbau als Traumazentrum im Traumanetzwerk Hamburg an.“
Zur Information: In unserem Internetportal unter http://www.marienkrankenhaus.org/aktuelles/pressefotos.html können Sie Bildmaterial herunterladen.
Informationen der Dipl. –Ing. Architekten Henke + Partner
Marienkrankenhaus - Aufstockung Interdisziplinäres Notfall- und Operationszentrum (INO) mit einer Medizinischen Intensiveinheit
Am Anfang des Planungsprozesses stand die Erkenntnis, dass die bisherige medizinische Intensivstation des Marienkrankenhauses organisationstechnisch und ausstattungsmäßig nicht mehr den hohen Anforderungen entspricht, die heute an eine solche medizinische Einrichtung gestellt werden.
Das Architekturbüro Henke + Partner erhielt für diese Maßnahme den Auftrag als Generalplaner.
Erweiterungsflächen waren knapp, sodass die vom Büro Henke und Partner erstellte Planung von Beginn an einen Neubau als Aufstockung des bestehenden Baukörpers vorsah. Nachdem das Marienkrankenhaus von der Behörde für Soziales und Gesundheit den Fördermittelbescheid über ca. 4 Millionen Euro erhalten hatte, konnte am 1. Juni 2009 mit den Baumaßnahmen begonnen werden. Als Eigenanteil in Höhe von ca. 1,8 Millionen Euro brachte das Marienkrankenhaus unter anderem einen kompletten Linksherzkathetermessplatz ( LHK ) in das Bauvorhaben mit ein.
Innerhalb von nur sechs Monaten entstand unter laufendem Betrieb, jedoch störungsfrei eine komplett neue, den heutigen Standards entsprechende medizinische Intensiv ( ITS ) - und Intermediate Care-Station ( IMC ) als Aufstockung auf dem bestehenden Gebäude des Interdisziplinären Notfall- und Operationszentrums ( Haus INO ). Um den Grundsätzen des Krankenhausbetriebes der kurzen Wege zu entsprechen, wurde der Neubau direkt und niveaugleich an die bestehenden Geschossebenen angebunden und erhielt eine direkte Verbindung zu den Stationen des denkmalgeschützten Altbaues.
Auf 2.100 m² Grundfläche entstanden so auf der medizinischen ITS 12 Betten und auf der IMC 12 (davon 4 Stroke Unit Betten) Betten, die sich in Patientenzimmern befinden, die hinsichtlich der Größe und Ausstattung einen modernen Krankenhausstandard abbilden. Die Nebenräume der Stationen wurden in der Schnittfläche der Bereiche der medizinischen ITS und IMC platziert, so dass eine gemeinsame Nutzung durch das Personal möglich ist. Der Zugang zur neuen medizinischen ITS / IMC erfolgt auf kurzem Wege aus der Zentralen Notaufnahme im Erdgeschoss des Neubaus des INO, über den Fahrstuhl direkt auf die Station.
Seit Ende Dezember 2009 sind die neuen Räumlichkeiten fertig gestellt. Das mit zur Philosophie des Marienkrankenhauses gehörende Prinzip der für Lebensfreude und Optimismus stehenden Farben gelb, orange und rot wurde in der Erweiterung konsequent fortgesetzt. Schon jetzt lässt sich einerseits eine deutliche Aufwertung des Ambiente sowie andererseits eine spürbare Verbesserung der organisatorischen Abläufe feststellen. Von diesen Bedingungen profitiert der Patient, der im Marienkrankenhaus unter dem Stichwort der liebevollen und professionellen Pflege eine Betreuung auf hohem medizinischen Niveau erwarten kann.



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