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    Nachgefragt: Wann kommt der verbindliche Eid für die professionell Pflegenden?

    Vor rund zwei Jahren hat sich Angelika Zegelin, Pflegewissenschaftlerin an der Universität Witten Herdecke, in einem kurzen Beitrag unter dem Tenor „Eid für beruflich Pflegende?“ (vgl. dazu „DBfK-Aktuell/469, in Die Schwester/Der Pfleger 05/2009“) einem Thema angenommen, dass nicht nur Konjunktur im Allgemeinen hat, sondern vor allem auch auf fruchtbaren Boden etwa der Pflegeberufsverbände gefallen sein dürfte (vgl. diesbezüglich L. Barth, Ein „Eid“ für die beruflich Pflegenden?, in Medcom24 v. 06.05.09).
    „Noch ist vieles unklar“, so seinerzeit die Aussage der Autorin Zegelin und es darf nachgefragt werden, ob nach zwei Jahren etwas mehr „Klarheit“ eingetreten ist?
    Gerade die Ethik boomt und da wäre es nach wie vor interessant zu erfahren, ob auch künftig die Pflegekräfte über Gebühr mit den „kollektiven Gewissensentscheidungen“ ihrer Funktionäre oder einiger Pflegewissenschaftlerinnen und –Wissenschaftler konfrontiert werden und – sofern es dann zur Verkammerung kommt – ethische Wertentscheidungen Eingang in der Berufsordnung der beruflichen Pflegenden finden sollen.

    Mit der Rahmen – Berufsordnung für professionell Pflegende vom 18.05.2004 – erstellt vom Deutschen Pflegerat e.V. – ist bereits der Versuch unternommen worden, eine erste, wenn auch ausbaufähige, Orientierung für die beruflich Pflegenden an die Hand zu geben.
    Gleich in der Präambel können wir lesen:

    „Die ethischen Grundsätze der professionell Pflegenden basieren auf dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, das die Unantastbarkeit der Würde des Menschen festlegt. Darüber hinaus gelten die aktuellen wissenschaftlich fachlichen Erkenntnisse sowie die ethischen Regeln der einzelnen Berufsorganisationen und –verbände.

    Pflege heißt den Menschen in seiner aktuellen Situation und Befindlichkeit wahrnehmen, vorhandene Ressourcen fördern und unterstützen, die Familie und das soziale, kulturelle und traditionelle Umfeld des Menschen berücksichtigen und in die Pflege einbeziehen sowie gegebenenfalls den Menschen auf seinem Weg zum Tod begleiten.“

    Dass hier der DPR an die ethischen Grundsätze der professionell Pflegenden an das Grundgesetz anbindet, ist durchaus lobenswert, wenn auch der Sache nach entbehrlich, da insofern das Grundgesetz schlechthin für alle verbindlich ist, auch wenn gelegentlich in den gegenwärtigen Ethikdebatten der Eindruck entstehen könnte, als haben so manche Berufsgruppen bestimmte „Privilegien“, die es ihnen ermöglichen, den Grundrechtsschutz nicht nur der Patientinnen und Patienten, sondern insbesondere auch ihrer Berufsangehörigen nicht ernst nehmen zu müssen.

    § 6 der hier in Bezug genommenen „Berufsordnung“ proklamiert eine allgemeine Verbindlichkeit – freilich nur für die unterzeichnenden Mitgliedsverbände des DPR – und es interessant festzustellen, dass in der Berufsordnung diverse „ethische Grundsätze“ ihren Niederschlag gefunden haben (vgl. dazu die Auflistung der Quelle in Anlage 1 unter dem Punkt Ethische Grundsätze).
    Mögliche Kollisionen dürften danach nicht ausgeschlossen sein, denn immerhin spiegeln sich in den Quellen diverse „Ethiken“ wider, die ihr eigenes Fundament haben und über die der eine oder andere Mitgliederverband – insbesondere aber wohl auch die Vereinsmitglieder! – nicht hinwegsteigen dürfen, ohne ihre spezifischen ethischen Pflichten (insbesondere solche aus der transzendenten Inbezugnahme vermeintlich höher zu bewertender sittlicher und moralischer Werte) zur Diskussion stellen zu müssen. Eine „säkulare Ethik“ reibt sich prinzipiell mit einer „religiös inspirierten Ethik“, zumal es bei der letzteren einen „Kernbereich“ gibt, der durch zahlreiche Zentraldogmen keiner Interpretation mehr bedarf und so gesehen bereits „Wahrheiten“ verkündet worden sind.

    Nach wie vor dürfte es also spannend sein, welchen „ethischen Weg“ die beruflich Pflegenden einschlagen werden und ob die professionell Pflegenden bereit sind, ihre individuelle Gewissensentscheidung zugunsten eines (fragwürdigen!?) ethischen Grundkonsens einer Mehrheit der Pflegenden „unterzuordnen“!

    Denn auch in der Pflege könnte aus der Sicht einiger Neopaternalisten in der Pflege das Prinzip Geltung beanspruchen: „Du sollst keine anderen Ethiker neben mir haben“!

    Lutz Barth

    ______________________
    IQB – Medizin- &. Pflegerecht - Lutz Barth
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