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    Mehr Sicherheit für Patienten durch weltweit erste S3-Leitlinie zur Sedierung bei gastrointestinaler Endoskopie

    Handlungsempfehlung für Endoskopiker aktuell erschienen

    Die weltweit erste S3-Leitlinie zur Sedierung von Patienten in der gastrointestinalen Endoskopie (z.B. bei einer Darmspiegelung) ist jetzt verabschiedet und veröffentlicht worden. Hierbei handelt es sich um eine auf evidenz- und konsens-basierenden Leitlinie auf dem höchstem Niveau nach den Kriterien der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.). Herausgeber der Leitlinie ist die Sektion Endoskopie im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (DGVS), die auch die federführende Fachgesellschaft ist. Mit den darüber hinaus beteiligten Fachgesellschaften (u.a. Anaesthesisten und Chirurgen), Juristenverbänden und Patientenselbsthilfeorganisationen war man sich schnell einig, dass die Patientensicherheit bei der Erarbeitung der Leitlinie an oberster Stelle stand. Die interdisziplinär erarbeitete Leitlinie bietet Ärzten und dem medizinischen Assistenzpersonal eine sichere Handlungsanweisung für die Sedierung (Ausschalten der bewussten Wahrnehmung, schlaffördernde Maßnahme) von Patienten z.B. bei endoskopischen Untersuchungen an Magen oder Darm und sorgt damit für mehr Patientensicherheit. Insbesondere bei komplexen therapeutischen Eingriffen in der Gastroenterologie ist eine tiefe Sedierung und damit die Vermeidung von unwillkürlichen Spontanbewegungen des Patienten ein sinnvolles Vorgehen. „Die Untersuchung kann effizienter und komfortabler für Patient und Untersuchenden durchgeführt werden,“ sagt Dr. Andrea Riphaus, Medizinische Klinik I, Klinikum Region Hannover GmbH und Koordinatorin der S3 Leitlinie „Sedierung in der gastrointestinalen Endoskopie“. Dies habe in mehreren Studien belegt werden können. Es sei auch in Deutschland ein eindeutiger Trend zu häufigeren Sedierungen für gastrointestinale endoskopische Untersuchungen zu erkennen. Die Leitlinie ist im Internet unter www.dgvs.de zu finden.

    Die Sedierungsfrequenz lag in den 80er Jahren in Deutschland noch bei rund neun Prozent, während in den USA und Großbritannien bereits in bis zu 88 Prozent der gastrointestinalen Endoskopien eine Sedierung der Patienten erfolgte. Die Entwicklung geht – wie in der ersten bundesweiten Evaluation zur Sedierung in Deutschland von Dr. Andrea Riphaus und Prof. Dr. Till Wehrmann gezeigt werden konnte - auch in Deutschland auf weit über 80 Prozent zu. Grund hierfür ist unter anderem die vermehrt durchgeführten interventionellen Untersuchungen und der Wunsch der Patienten nach einer schmerzfreien Untersuchung z.B. im Rahmen der Darmkrebsvorsorge.

    Die Erarbeitung der S3 Leitlinie hat insgesamt über 1,5 Jahre gedauert. Sämtliche Literatur, bundesweite Datenerhebungen sowie eigene Studien von Mitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) sind in die Leitlinie eingeflossen. Mit der Leitlinie ist auch für intensivmedizinisch erfahrene Endoskopiker und deren medizinisches Assistenzpersonal der Einsatz von z.B. Propofol (kurzwirksames Hypnotikum mit einer Halbwertszeit von nur 7-8 Minuten) zur Sedierung von Patienten für eine Untersuchung fachgerecht umsetzbar. Der Patient hat hierbei den Vorteil einer raschen Aufwachzeit. Allerdings darf das Konzept der Propofol-Sedierung durch medizinisches Assistenzpersonal, das bereits in der Schweiz und Teilen der USA sicher praktiziert wird, (sogenannte „NAPS“, nurse administered propofol sedation) bei uns in Deutschland nicht unkritisch übernommen werden.

    Zu den vorrangigen Zielen der S3 Leitlinie gehört es daher, die Patientensicherheit zu optimieren sowie eine Grundlage für gezielte ärztliche, pflegerische Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen zu schaffen. Ebenso gilt es, flächendeckend eine qualitätsgesicherte Versorgung der Patienten während einer Sedierung bei einer gastrointestinalen endoskopischen Untersuchung zu gewährleisten.

    Ansprechpartner:
    Dr. Andrea Riphaus
    Medizinische Klinik I, Klinikum Region Hannover GmbH, Krankenhaus Siloah
    Roesebeckstr. 15, 30449 Hannover
    Tel.: ++ 49/511/9 27 22 31
    Fax: ++ 49/511/9 27 26 69
    ariphaus@web.de

    Prof. Dr. Till Wehrmann
    Fachbereich Gastroenterologie, Deutsche Klinik für Diagnostik
    Aukammallee 33, 65193 Wiesbaden
    Tel.: ++ 49/611/57 72 12
    Fax: ++ 49/611/57 74 60
    till.wehrmann@dkd-wiesbaden.de

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