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    Krämpfe können bei Neugeborenen auf einen Schlaganfall hinweisen

    Die American Heart Association macht in einer aktuellen Veröffentlichung auf die Unterschiede zwischen Schlaganfällen bei Kindern und Erwachsenen aufmerksam – sowohl bei den Krankheitszeichen als auch bei der Behandlung. So können bei Neugeborenen einseitige Arm- oder Beinkrämpfe Anzeichen für einen Schlaganfall sein. „Auch Beschwerden wie Atemstörungen, Muskelschwäche und Bewegungsarmut bis hin zu Bewusstseinsstörungen können direkt nach der Geburt auf einen Schlaganfall hinweisen. Die Diagnose folgt oft erst nach Monaten, wenn das Kind eine Hand nicht oder weniger zum Greifen einsetzt oder beim Krabbeln eine Seite vernachlässigt. Obwohl solche Fälle mittlerweile besser und schneller erkannt werden, ist es wichtig, sowohl bei Eltern als auch bei Ärzten das Bewusstsein zu schärfen“, erklärt Professor Hans-Jürgen Nentwich von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) in Übereinstimmung mit der American Heart Assiociation (AHA).

    In Deutschland erleiden etwa 300 Kinder im Jahr einen Schlaganfall. Ein Drittel der kindlichen Schlaganfälle ereignet sich laut einer Statistik der Universitätsklinik in Münster kurz nach der Geburt. Zu Beginn der Pubertät treten aufgrund der Hormonumstellung auch etwas mehr Fälle auf als bei Kindern anderer Altersgruppen. "Die amerikanischen Kollegen heben die Bedeutung der rechtzeitigen Erkennung und Bekanntheit von Risikofaktoren hervor, wie z.B. angeborene Blutgerinnungsstörungen sowie Herz- und Gefäßerkrankungen oder Austrocknung (Dehydration). Bei der Mutter gelten u.a. ein vorzeitiger Blasensprung sowie Präeklampsie, d.h. Bluthochdruck und erhöhte Ausscheidung von Eiweiß über den Harn in der Schwangerschaft, als Risikofaktoren für einen Schlaganfall beim Kind. In seltenen Fällen können auch durchgemachte Infektionen bei älteren Kindern einen Schlaganfall auslösen - insbesondere im Kopf-Halsbereich oder eine Windpockenerkrankung. Hat ein Kind einen Schlaganfall erlitten, sind seine Heilungschancen besser als bei einem Erwachsenen. Ein betroffener Heranwachsender sollte in seinem Leben auf jeden Fall ungünstige Faktoren für einen erneuten Schlaganfall vermeiden, wie z.B. Bewegungsarmut, Übergewicht, Rauchen oder die Einnahme der Pille“, rät der Experte von der DAKJ wie die AHA.

    Quelle: BERUFSVERBAND DER KINDER- UND JUGENDÄRZTE e. V.

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