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    Intensivpatienten sind durchgehend mangelernährt – Längere Liegezeiten und höhere Kosten

    23. Irseer Fortbildungstagung der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin: Im Mittelpunkt der kritisch kranke Patient

    Rund 150 Spezialisten aus der Ernährungsmedizin, Ökotrophologen, Diätassisten/innen und Ärzte haben bei ihrer 23. Tagung im Schwäbischen Bildungszentrum Kloster Irsee Problematiken der Ernährung von Intensivpatienten diskutiert. Thema war unter anderem die häufig auftretende Mangelernährung von Intensivpatienten. „Viele Patienten, vor allem in höherem Alter, haben schon eine gravierende Mangelernährung und zum Teil Mehrfacherkrankungen, bevor Sie auf die Intensivstation gebracht werden“, sagte Privatdozent Dr. Michael Adolph von der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) und wissenschaftlicher Tagungsleiter in Irsee. Dadurch verlängern sich die Liegezeiten und die Zahl der Todesfälle bei Intensivpatienten gravierend. Bei der Tagung, die mit jährlich anderen Schwerpunkten seit 23 Jahren im Ostallgäu stattfindet, stand auch die künstliche Ernährung über Sonden im Mittelpunkt. Besonders bei Intensivpatienten sei es wichtig, so die Expertenmeinung, sehr frühzeitig mit einer solchen Ernährung zu beginnen – innerhalb der ersten 24 Stunden nach Einlieferung – wenn eine normale Nahrungsaufnahme nicht mehr möglich sei. „Mit unserer Tagung wollen wir alle Disziplinen an einen Tisch bringen“, sagte PD Dr. Michael Adolph. Es sei vor allem wichtig, dass eine Mangelernährung – egal ob bei normalen Krankenhauspatienten oder bei Intensivpatienten – so schnell als möglich festgestellt würde. Deshalb müssten alle beteiligten Disziplinen, Ärzte, Mitarbeiter der Pflege und Ernährungsberater/innen zusammenarbeiten. Nur wenn bereits bei Einlieferung eines Patienten eine Mangelernährung erkannt würde, könne rechtzeitig mit der richtigen Ernährungstherapie begonnen werden. Das kann dauerhaft für kürzere Liegezeiten und weniger Sterbefälle sorgen.

    Ansprechpartner:

    Privatdozent Dr. Michael Adolph, MBA
    Wissenschaftlicher Tagungsleiter und Facharzt an der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin Universitätsklinik Tübingen.
    Adolph-Michael@t-online.de

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