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    Große Schritte für kleine Menschen: Neue Wege in der pädiatrischen Ernährungsmedizin

    Experten stellen bei Nutricia-Symposium neue Studien vor und geben Empfehlungen für adäquate Ernährungstherapien bei Kindern vor – Schwerpunktthemen: Mangelernährung und Nahrungsmittelallergien – Internationale Studie soll Diagnose und Therapie von Unterernährung optimieren

    BIELEFELD – Groß und stark werden, das ist schon bei gesunden Kindern nicht selbstverständlich. Erst recht gilt dies für Kinder, die aufgrund einer Erkrankung oder einer Nahrungsmittelallergie auf eine besondere Versorgung mit Nährstoffen angewiesen sind. Die Zahlen sind alarmierend: Rund 25 Prozent der Kinder in deutschen Kinderkliniken leiden an einer Mangelernährung, im europäischen Vergleich steigt die Prävalenz sogar auf 30 Prozent – womit die Zahl übergewichtiger Kinder sogar übertroffen wird.
    Die Nutricia GmbH, der Erlanger Spezialist für medizinisch enterale Ernährung, hatte angesichts neuer Studien und Erkenntnisse renommierte Experten zu Mangelernährung und Nahrungsmittelallergien bei Kindern geladen. Unter dem Motto „Große Schritte für kleine Menschen – Medizinische Ernährung in der Pädiatrie“ gaben sie im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin Empfehlungen zur adäquaten Nährstoffversorgung.
    Ihr Fazit: Beide Probleme nehmen maßgeblichen Einfluss auf den Gedeihprozess und sollten zum Wohle der Kinder rechtzeitig diagnostiziert und sicher therapiert werden.

    Jedes vierte Kind in einer deutschen Klinik ist mangelernährt
    „Besonders häufig sind neurologisch oder gastrointestinal erkrankte Kinder betroffen. Hier ist vor allem die Gruppe der Säuglinge und Kleinkinder zu nennen“, so Prof. Koletzko vom Dr. v. Haunerschen Kinderspital am Klinikum der Universität München. Insgesamt sind 44 Prozent der multimorbiden, 40 Prozent der geistig behinderten sowie 33 Prozent der Kinder mit Mukoviszidose unterernährt. Trotzdem wird das Problem oft nachrangig behandelt und bleibt ohne Konsequenzen für Diagnose und Therapie. Doch gerade bei Kindern haben chronische Mangelernährung, Unterernährung oder Imbalanzen dramatische Auswirkungen auf den Organismus. Häufig kommt es zu einer Gedeihstörung, die schon in leichter Form schwere Folgen mit sich bringt, in der Praxis jedoch oftmals unzureichend erkannt wird: Im katabolen Zustand nimmt die Muskelkraft ab, das Infektrisiko steigt in Folge eines geschwächten Immunsystems und Nährstoffe werden nicht effektiv verwertet. Doch besonders gravierend und häufig nicht klar: „Unterernährte Kinder sind auch in ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit beeinträchtigt“, so Prof. Koletzko, „eine gravierende Gedeihstörung kann sogar zu einem irreversiblen IQ-Abfall führen.“

    Mit Spezialnahrungen den Ernährungsrückstand gezielt ausgleichen
    Wie mangelernährten Kindern in der Praxis zu helfen ist, weiß Dr. Katharina Dokoupil, ebenfalls vom Dr. v. Haunerschen Kinderspital. „Die Ernährungstherapie orientiert sich an den D-A-CH Referenzwerten. In der Regel kann man sagen, dass die Energiezufuhr bei mangelernährten Kindern 20 bis 50 Prozent über der Norm liegen muss, um den Rückstand in Wachstum und Gewicht aufzuholen.“ Wenn ein Kind nur seine Kalorien nicht schafft, ansonsten aber adäquat ernährt ist, reicht es, die Mahlzeiten energetisch anzureichern oder die Energiedichte zu erhöhen. Das kann durch die Zugabe von Maltodextrin oder Fett geschehen. Häufig sind solche Maßnahmen aber nicht zielführend, ganz im Gegenteil. Bei abnehmender Nahrungsaufnahme kann die energetische Anreicherung sogar zu Nährstoffimbalanzen führen, da die angemessene Eiweißzufuhr und die Zufuhr der nötigen Mikronährstoffe durch die Anreicherung mit „leeren Kalorien“ nicht erfolgt. Deshalb sind vollbilanzierte und altersgerechte Spezialnahrungen empfehlenswert. „Damit bekommen die Kinder nicht nur die nötigen Kalorien, sondern vor allem auch die Nährstoffe, die sie für ein gesundes Aufholwachstum brauchen“, so Dr. Dokoupil.

    Internationale Studie zur Mangelernährung in Kinderklinken
    Weil auch das Sterberisiko bei untergewichtigen Kindern signifikant höher liegt, kommt einer frühen Diagnose auf Basis einheitlicher Standards ein besonders hohes Gewicht zu. Bislang gibt es keine gemeinsamen Leitlinien der Fachgesellschaften; in den Ländern der EU sind unterschiedliche Screening-Tools im Einsatz, in Deutschland werden vor allem die verschiedenen Perzentilen verwendet. Um präzisere Aussagen zu Häufigkeit, Risikofaktoren und Folgen von Unterernährung treffen zu können und die Diagnose und Therapie nachhaltig zu optimieren, startete Prof. Koletzko eine multizentrische Studie auf europäischer Ebene. Daran nehmen 14 Kliniken aus zwölf Ländern teil. „Wir erfassen Daten, die für ein optimales Screening relevant sind. Unser Ziel ist es, genaue Zahlen zur Prävalenz von Mangelernährung bei Kindern zu erhalten, die Risikogruppen zu differenzieren sowie die Folgen zum Beispiel auf die Krankenhausverweildauer oder die Komplikationen im Genesungsverlauf zu untersuchen“, so Prof. Koletzko.

    Nahrungsmittelallergie: Gesundes Wachstum auch ohne Kuhmilch?
    Auch Kinder mit einer Nahrungsmittelallergie sind auf eine adäquate Ernährung angewiesen, die ihnen die nötigen Nährstoffe liefert. Die Frage ist, wie ein gesundes Wachstum ohne Milch, die vom Forschungsinstitut für Kinderernährung auch über das erste Lebensjahr hinaus als besonders wichtige Nährstoffquelle empfohlen wird, überhaupt sicherzustellen ist. Neue Studien belegen, dass Allergien gegen Kuhmilch bei Kindern oft über das erste Lebensjahr hinaus bestehen und den Gedeihprozess nachhaltig beeinträchtigen können.
    Prof. Dr. Kirsten Beyer vom Berliner Allergie-Centrum der Charité stellte die EU-finanzierte Europrevall-Untersuchung zur Prävalenz von Nahrungsmittelallergien vor, die in neun Ländern mit über 12.000 Kindern durchgeführt wird. Erste Daten zeigen, dass die Häufigkeit von Allergien gegen bestimmte Nahrungsmittel, ?darunter auch Kuhmilcheiweiß, nicht nur von Land zu Land variiert, sondern auch ein Nord-Süd-Gefälle aufweist – mit höherer Prävalenz in Nordeuropa. Doch gerade die Kuhmilcheiweißallergie (KMA) ist differenziert zu betrachten: Bei manchen Kindern lösen die Antikörper (IgE) sofort Reaktionen aus, bei anderen kommt es erst Stunden oder Tage nach Milchverzehr zu Problemen (Nicht-IgE vermittelte Allergien). Die Allergietypen unterscheiden sich auch hinsichtlich der Symptomatik. Das Spektrum reicht von Hautsymptomen über gastrointestinale Beschwerden bis zu Atemwegsproblemen. An der Haut können insbesondere Neurodermitis oder eine Urtikaria auf eine KMA hinweisen. „Bei der Diagnose ist es problematisch, dass Kuhmilch-spezifische IgE-Antikörper Hinweise auf eine KMA liefern, nicht aber als eindeutiger Beweis anführbar sind. Je höher der IgE-Wert ist, desto wahrscheinlicher ist eine klinische Reaktion. Klarheit schafft oft nur eine Eliminationsdiät mit anschließender stationär durchgeführter oraler Kuhmilchprovokation“, so Prof. Beyer.

    Kuhmilch ersetzen – auch nach dem 1. Lebensjahr
    Wie die Studie weiter belegt, ist das Fortbestehen der KMA nach dem ersten Lebensjahr keine Seltenheit; ebenso gibt es Kinder, bei denen eine KMA erst nach dem ersten Geburtstag diagnostiziert wird. Die Häufigkeit einer dauerhaften (persistierenden) KMA, und somit anhaltender Beschwerden, scheint zu steigen. Studien zufolge gilt dies für etwa jedes vierte Kind. Möglicherweise liefern bereits stark erhöhte IgE-Werte Hinweise auf die Persistenz einer KMA. „Das ist ein ernstes Problem“, so Prof. Beyer, „bei einer KMA muss Kuhmilch komplett vermieden werden – dabei brauchen Säuglinge und Kleinkinder für ihr Wachstum bestimmte Nährstoffe. Kalzium zum Beispiel muss bei einer kuhmilchfreien Ernährung unbedingt ersetzt werden.“ Nicht nur für Säuglinge, sondern auch für betroffene Kleinkinder müsse dies bei einer kuhmilchfreien Ernährung durch eine Ersatznahrung sichergestellt werden. Wichtig hierbei ist die korrekte Abgrenzung: Während teilhydrolysierte hypoallergene Nahrungen (HA Nahrungen) ausschließlich der Prävention dienen und ungeeignet zur Therapie sind, können für die Behandlung von Kuhmilchallergie Hydrolysatnahrungen (Extensivhydrolysate) eingesetzt werden. Hier bleibt durch verbleibende Peptidbindungen im Hydrolysat jedoch das Risiko einer Restallergenität bestehen. Eine Alternative stellen Nahrungen auf Basis von Aminosäuren (AAF) dar, die dem IgE keine Bindungsmöglichkeit mehr bieten und dadurch komplett nicht-allergen sind.
    Zur Sicherstellung einer adäquate Ernährung empfehlen Experten folgende Grundregel: Die Kuhmilch sollte nicht durch andere Tiermilch, wie Ziegen- und Schafsmilch oder aber teilhydrolysierte Nahrungen (HA Nahrungen), die immer eine Restallergenität aufweisen, ersetzt werden. „Sicher für die Kinder sind altersadaptierte, nicht-allergene Spezialnahrungen zum Beispiel auf Basis von freien Aminosäuren so wie Neocate active – auch über das erste Lebensjahr hinaus“, so Dr. Dokoupil.

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