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    Geriatrie veröffentlicht Anforderungskatalog für die fachspezifische Versorgung geriatrischer Traumapatienten

    Bundesverband Geriatrie bringt die fachspezifische Einrichtung Alterstraumatologischer Zentren auf den Weg / Projekt in Zusammenarbeit mit den medizinischen Fachgesellschaften im Bereich der Geriatrie / Enge Kooperation von Geriatern und Unfallchirurgen / Zusätzlich wird eine Zertifizierung des Aterstraumatologischen Zentrums angeboten

    Für betagte und hochbetagte Patienten bedeutet eine Operation, z. B. nach einer Fraktur, eine hohe Belastung. Neben die unfallchirurgische Behandlung tritt eine Vielzahl von altersbedingten Begleiterkrankungen, die häufig fachspezifisch behandelt werden müssen, um mögliche Komplikationen zu verhindern. Dies beginnt mit einer altersgerechten OP-Vorbereitung, um die Gefahr eines Delirs zu minimieren und setzt sich postoperativ mit der spezifischen Behandlung der besonderen, zumeist internistischen und kardiologischen Probleme fort.

    Sachgerecht kann dieser Prozess nur durch ein aufeinander abgestimmtes Zusammenwirken von Unfallchirurgie und Geriatrie erreicht werden. Hierzu gab es in der Vergangenheit verschiedene Ansätze. Aktuell haben jedoch erstmalig die medizinischen Fachgesellschaften der Geriatrie gemeinsam mit dem Bundesverband Geriatrie einen Anforderungskatalog mit Vorgaben für den Aufbau und die Zusammenarbeit eines sog. „atz – Alterstraumatologisches Zentrum“ entwickelt. Dabei wurde gezielt unfallchirurgischer Sachverstand eingebunden, sodass erstmalig ein fachlich fundierter Katalog besteht, in dem alle aus Sicht des Patienten notwendigen Aspekte integriert wurden.

    „Mit diesem neuen und innovativen Projekt, das gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie und der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie getragen wird, fügen wir der fachgerechten Versorgung geriatrischer Patienten eine weitere, wichtige Facette hinzu“, erklärte der Geschäftsführer des Bundesverbands, Dirk van den Heuvel, in Berlin.

    Ziel des ATZ ist es, geriatrische Traumapatienten sowohl unfallchirurgisch als auch hinsichtlich der typischen geriatrischen Krankheitsbilder besser zu behandeln und die Reintegration des geriatrischen Traumapatienten in sein soziales Umfeld zu ermöglichen. Aus diesem Grunde arbeiten in einem Alterstraumatologischen Zentrum bettenführende Abteilungen der Geriatrie und der Unfallchirurgie mit ihren jeweiligen Spezialisten eng zusammen.

    „Es geht dabei nicht um die Einbindung eines einzelnen geriatrischen Facharztes“, so Dirk van den Heuvel. „Die fachspezifische Versorgung geriatrischer Patienten in Deutschland ist teamorientiert, d. h. Spezialisten verschiedener Professionen und Fachbereiche versorgen den geriatrischen Patienten gemeinsam. Die jeweiligen Versorgungsstrukturen der Geriatrie sind dabei organisatorisch und konzeptionell auf diesen Teamansatz besonders zugeschnitten. Es galt, diese besondere Versorgungsstruktur mit der notwendigen unfallchirurgischen Kompetenz zu verbinden.“

    Gerade angesichts der demografischen Entwicklung mit einem rapide steigenden Anteil einer alten und hochaltrigen Bevölkerungsgruppe und deren Spezifik – wie das Vorliegen verschiedener Grunderkrankungen und die zunehmende Gefahr von Stürzen und Verletzungen – ist die Einrichtung der ATZ ein wesentliches Element zur Sicherung einer qualitätsgerechten und flächendeckenden geriatrischen Versorgung in Deutschland.

    Beruhend auf dem Anforderungskatalog bieten die beteiligten Organisationen eine Zertifizierung für Alterstraumatologische Zentren an. Diese orientiert sich im Aufbau und Diktion an der ISO 9001. Sie fügt sich damit gut in die bestehenden Zertifizierungs- bzw. Qualitätssicherungssysteme in einer Klinik ein und erfordert in der Regel keine besondere Einarbeitungszeit seitens der QM-Beauftragten.

    Der Anforderungskatalog und das Zertifizierungsverfahren sind so gestaltet, dass die Interessen der Patienten im Mittelpunkt stehen, gleichzeitig jedoch die Belange sowohl der Geriatrie als auch der Unfallchirurgie ausgewogen berücksichtigt werden.

    Die Zertifizierung erfolgt ausschließlich durch eine DAkkS-akkreditierte Zertifizierungsgesellschaft. So wird ein objektives und absolut unabhängiges Verfahren gewährleistet. Die ersten Zertifizierungen werden im April erfolgen.

    Auf der Internetseite www.alterstraumazentrum.de stehen weitere Informationen zum Abruf bereit, zudem besteht die Möglichkeit, den Anforderungskatalog zu downloaden.

    Bundesverband Geriatrie e.V.
    Vorstandsvorsitzender: Herr Dipl.-Kfm. Ansgar Veer
    Geschäftsführer: Dirk van den Heuvel

    Reinickendorfer Straße 61
    13347 Berlin
    Tel.: 030 / 339 88 76 – 10
    Fax: 030 / 339 88 76 – 20
    E-Mail: Geschaeftsstelle@bv-geriatrie.de
    http://www.bv-geriatrie.de

    Der Bundesverband Geriatrie ist ein Verband von Klinikträgern, die mehr als 295 geriatrische Kliniken bzw. Einrichtungen betreiben und über ca. 18.500 Betten/Rehaplätze verfügen. So sind unter anderem fast alle größeren Klinikverbünde und -konzerne mit ihren geriatrischen Einrichtungen Mitglieder des Bundesverbandes.

    Geriatrie, oder auch Altersmedizin, befasst sich mit den speziellen Erkrankungen oder Unfallfolgen älterer Menschen. Das Besondere an dieser Patientengruppe ist, dass ältere Menschen zumeist mehrfach krank (multimorbid) sind. Die geriatrischen Kliniken bieten, hierauf abgestimmt, multidimensionale geriatrische Therapien. Dabei wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der sich auf psychische, funktionelle, soziale und ökonomische Belange erstreckt. Ziel ist es, die Selbstständigkeit der älteren Menschen zu erhalten, bzw. soweit wie möglich wieder herzustellen.

    Neben der Interessenwahrnehmung als politischer Verband sieht der Bundesverband Geriatrie e.V. seine besondere Aufgabe in der Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität der Versorgung. Dazu wurde frühzeitig ein Daten- und Vergleichssystem mit Namen GEMIDAS aufgebaut und zu Gemidas Pro weiterentwickelt sowie die Erfahrungen für die Entwicklung eines eigenen Qualitätssiegels Geriatrie, welches von einer unabhängigen Zertifizierungsstelle vergeben wird, genutzt.

    Finanziell trägt sich der Verband über die Beiträge seiner Mitglieder. Der Bundesverband ist daher auch aus finanzieller Sicht eine unabhängige Organisation.

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