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Gemeinsames Ziel: Menschenleben retten
Zusammenarbeit aller Rettungskräfte gewinnt immer größere Bedeutung
Ob Busunfall, Schießerei oder Epidemie – Rettungskräfte müssen auf solche Krisensituationen nicht nur schnell, sondern auch koordiniert reagieren. Das erfordert eine enge Kooperation zwischen den Helfern. Diese Zusammenarbeit wird am 29. und 30. August bei der „akut – Deutsches Forum für Notfallmedizin & Rettung“ in Bremen trainiert.
Polizei, Bundeswehr, Feuerwehr, Hilfsorganisationen und Mediziner kommen in die Freie Hansestadt, um Unfälle und Großschadenslagen zu simulieren, richtiges Handeln und das Zusammenwirken in Krisensituationen zu diskutieren und zu üben. „Die Kooperation zwischen den Rettungskräften funktioniert schon jetzt exzellent“, berichtet Prof. Dr. Peter H. Tonner, wissenschaftlicher Leiter des Kongresses und Chefarzt am Klinikum Links der Weser in Bremen. „Dennoch gibt es einen Lernprozess, den wir ständig weiterführen müssen. Es ist wie in einem Orchester: Man wird nur durch Üben besser.“ Denn im Notfall müssen die unterschiedlichen Aufgaben aller an der Rettung Beteiligten perfekt aufeinander abgestimmt sein: Während die Feuerwehr für die technische Rettung zuständig ist, sorgt die Polizei für die notwendige Sicherheit am Einsatzort und dafür, dass Notarzt und Sanitäter sicher zu den Patienten vordringen und diese medizinisch versorgen können. Es gibt viele Kleinigkeiten zu beachten, die oft auf den ersten Blick gar nicht sichtbar sind. „Der Teufel steckt im Detail. Wir alle wollen Menschenleben retten, deshalb dürfen wir diese Details nicht übersehen“, ist Tonner überzeugt. Kritische Situationen schnell und zuverlässig einzuschätzen und sich ohne viele Worte miteinander abzustimmen, lernen die Teilnehmer beispielsweise beim Teamtraining der ADAC-Luftrettung auf der „akut“.
Aber nicht nur bei den Helfern an vorderster Front ist Training wichtig. Auch Koordinatoren und Entscheidungsträger anderer Bereiche müssen auf Krisensituationen vorbereitet sein. Deshalb nahmen im vergangenen Jahr mehrere Bundesländer an der Stabsrahmenübung LÜKEX 07 (Länderübergreifende Krisenmanagement Exercise) teil, bei der die Funktionsfähigkeit der Strukturen im Falle einer Grippe-Pandemie getestet wurde. „Die Experten sind sich einig, dass eine solche Pandemie irgendwann eintreten wird. Man weiß nur nicht wann, und in welchem Ausmaß“, erklärt Dr. Martin Götz, Referatsleiter bei der Senatorin für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales der Freien Hansestadt Bremen und einer der Verantwortlichen für LÜKEX. „Deshalb müssen wir auf solche Ereignisse vorbereitet sein. Die medizinische Versorgung und die Kooperation der Rettungsdienste muss zu jeder Zeit sichergestellt sein.“ Martin Götz wird auf der „akut“ über Erfahrungen und Ergebnisse der LÜKEX 07 berichten.
Auch „alltägliche“ Einsatzsituationen wie die Versorgung von Verletzten nach familiären Konflikten oder einer Disco-Schlägerei erfordern eine gute Zusammenarbeit aller am Einsatz Beteiligten. „Mitarbeiter im Rettungsdienst haben den Patienten im Visier und wollen einfach nur helfen. Daher haben sie aber oft kein Gefahrenradar“, berichtet Polizeioberrat Jörg Meier. „Sie sind zwar die ‚Guten’ – das gibt ihnen aber nicht mehr Sicherheit.“ Deshalb arbeiten Polizei und Rettungsdienst bei Schulungen eng zusammen. So gibt es Stressbewältigungs- und Deeskalationstrainings oder Schulungen, bei denen die Teilnehmer für potenzielle Gefahren im Einsatz sensibilisiert werden. Denn „auch die alltäglichen Routineeinsätze sind gefährlich“, so Meier. „Alle Rettungskräfte müssen im Einsatz mögliche Handlungsalternativen erkennen und den Gefahren ausweichen – sei es bei einer Messerstecherei, einer Bombendrohung oder einem Amok-Lauf.“ Strategien im Umgang mit kriminellen Delikten und gewaltbereiten Tätern werden auch bei der „akut“ diskutiert und simuliert.
Das ausführliche Programm der ersten „akut“, die am 29. und 30. August 2008 im Congress Centrum und in der Messe Bremen stattfindet, und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es online unter www.akut-bremen.de.
Weitere Informationen für die Redaktionen:
HVG HANSEATISCHE VERANSTALTUNGS-GMBH
GESCHÄFTSBEREICH MESSE BREMEN
Sabine Trenkler
Tel. 04 21 / 35 05 - 4 47
Fax 04 21 / 35 05 – 3 40
eMail: trenkler@messe-bremen.de Internet: www.messe-bremen.de



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