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    Freie Therapiewahl in der Onkologie gibt es nicht - warum eine dritte Meinung so wichtig ist!

    Das Wort „frei“ deutet an, dass jemand selbst und ohne Beeinflussung etwas entscheiden und tun kann. So sagt z.B. der deutsche Gesetzgeber, dass jeder Patient selbst „frei“ entscheiden kann, welche Therapie er oder sie wählen möchte.
    Doch das ist nur Theorie. Die Realität sieht ganz anders aus.
    Der erste und vielleicht wichtigste Punkt ist der, dass die gesetzlichen und privaten Krankenkassen nicht alle Behandlungen/Therapien, für die wir uns gerne entscheiden möchten, dann auch bezahlen. Bezahlt wird nur was „schulmedizinisch“ anerkannt ist. Es gibt also nur eine freie Therapiewahl innerhalb eines sehr engen und sehr klar definierten Rahmens. So richtig frei ist das nicht mehr.
    Natürlich klingt die Idee, dass eine Therapie „schulmedizinisch“ anerkannt sein muss erst einmal gut. Doch hier gilt es ein paar Dinge zu verstehen.
    1) Auch wenn die medizinische Grundlagenforschung immer noch von unabhängigen (staatlichen) Universitäten finanziert wird, so werden doch fast alle Anwendungsforschungen nur noch von Pharmaunternehmen bezahlt. Und hier gilt ganz klar die Regel: Wer bezahlt, der bestimmt auch. Er bestimmt, was auf den Markt kommt und was nicht. Welche Fakten veröffentlich werden und welche nicht. Anwendungsforschung ist nicht mehr frei. Die Konsequenz davon ist, dass es so gut wie keine „frei“ zugänglichen Daten über die Forschungsergebnisse in der Medizin gibt. Denn alle diese Daten gehören ausschließlich den Pharmaunternehmen, die die Anwendungsforschungen bezahlt haben. Selbst Ärzte, die diese Studien im Auftrag der Pharmaunternehmen durchgeführt haben, haben keinen Zugang zu diesen Daten. Wer welche Informationen bekommt, entscheiden also nur die Pharmaunternehmen selbst.
    2) Auch das Wissen der Ärzte ist nicht mehr ganz frei. Denn die, die uns ja eigentlich unabhängig und neutral beraten sollen, gehen auf ärztliche Weiterbildungsveranstaltungen, die praktisch alle von Pharmaunternehmen finanziert werden. Pharmaunternehmen kontrollieren buchstäblich den ärztlichen Weiterbildungsmarkt - und wirken damit sehr stark auf das Meinungsbild. Die meisten relevanten Weiterbildungs-Informationen erhalten die Ärzte also nur noch direkt von den Pharmaunternehmen. Aber es geht noch weiter. Damit Ärzte auch nach den Weiterbildungsveranstaltungen weiterhin auf Kurs der Pharmaunternehmen bleiben, besuchen in Deutschland etwa 15.000 Pharmareferenten regelmäßig Praxen und Krankenhäuser der etwa 140.000 deutschen Ärzte. Man geht von etwa 20 Millionen Besuchen pro Jahr aus. Wie soll hier freie Meinung entstehen? Es ist heute fast jedem klar, dass Ärzte mit Prämien und sonstigen Vergütungen ganz eindeutig verführt werden, damit z.B. Patienten an bestimmten Studien teilnehmen oder damit ihnen ganz bestimmte Medikamente verschrieben werden. Und diese Verführungen sind in der Regel sehr attraktiv. Meist erfolgen sie indirekt. Aber sie sind da und sie wirken auf Ärzte.
    Diese finanziellen Abhängigkeiten stören sie so sehr, dass sie sogar eine Vereinigung gegründet haben. Sie heißt: „Mein Essen zahle ich selbst.“ Doch von den 140.000 Ärzten (Fach- und Hausärzten) die es in Deutschland gibt haben sich bisher nur ca. 450 Ärzte dieser Organisation angeschlossen. Auch das sagt sehr viel aus.
    Natürlich kann es auch sein, dass sich die meisten Ärzte selbst als unbestechlich betrachten. Doch hier gab es eine interessante Umfrage mit 300 Ärzten. Ärzte wurden gefragt, ob sie Geschenke der Industrie annehmen und sich dadurch in ihrem Verordnungsverhalten beeinflusst fühlen und wie sie die Situation bei ihrem Kollegen einschätzen. Hier das Ergebnis: sich selbst halten die Mediziner trotz der Annahme von Geschenken für weitgehend immun. Bei ihren Kollegen hingegen bewerten sie die Gefahr der Beeinflussung als drei- bis viermal höher! Diese Beeinflussbarkeit können sie also nicht bei sich selbst aber sehr wohl bei anderen wahrnehmen.
    3) Selbst Medien sind nicht immer frei. Die „freien“ Medizinzeitschriften und sonstigen Publikationen (die das öffentliche Meinungsbild prägen und beeinflussen) können nicht mehr „frei“ berichten. Denn all diese Publikationen sind komplett abhängig von Anzeigenerlösen und anderen Subventionen. Es gibt fast kein „objektives“ Auge mehr, das bereit ist, die wirklichen Missstände und Probleme aufzuzeigen und zu kritisieren.
    4) Viele der sogenannten „unabhängigen“ Selbsthilfeorganisationen wie die „Deutsche Krebsgesellschaft“ sind in ihrer Arbeit unfrei. Ein Grund hierfür ist der, dass genau die fünf Unternehmen, die die zehn umsatzstärksten Krebsmedikamente weltweit vermarkten, genau dort auch als „fördernde Mitglieder“ in Erscheinung treten. Fördernde Mitglieder sind übrigens Unternehmen, die sich für gemeinsame Ziele engagieren.
    5) Selbst das Internet ist nicht mehr ganz frei. Pharmaunternehmen beschäftigen heute Hunderte von Journalisten, die praktisch alle wichtigen Gesundheits-Internetseiten, mit einseitigen und sehr oft sogar mit irreführenden Meldungen versorgen.
    Und wenn ich trotz all diesem doch sehr „unfreien“ Informations- und Beratungssystem mich dafür entscheide, etwas zu wählen, was nicht Teil der Schulmedizin ist, dann werde ich emotional unter Druck gesetzt. Dann wird mir Angst gemacht mit zweifelhaften Statistiken und ungenauen Wahrscheinlichkeiten. Dann übt man einen sehr starken Druck auf mich aus, dem „Üblichen“ zu vertrauen und „schnell“ zu handeln bevor es zu spät ist. Wie soll ich in so einer „Stress-Situation“ noch frei entscheiden? Wer von Angst gesteuert ist, der entscheidet nicht mehr frei.
    Ja, wo ist sie geblieben die Freiheit, selbst bestimmen zu können, welche Therapie ich haben möchte? Sie existiert nur in der Theorie. In der Praxis gibt es nur eine funktionierende Vorgehensweise aus dieser Knebelung auszubrechen:
    • Klarer die Abhängigkeiten und Unfreiheit der unterschiedlichen Parteien zu erkennen, die hier aktiv sind
    • Den Mut zu haben mehr Fragen zu stellen
    • Sich trauen, seinem Bauchgefühl zu folgen
    Eine gute und unabhängige Beratung im Bereich Krebs ist extrem wichtig. Doch der Patient, der am Ende entscheiden muss, kennt in der Regel keine Alternativen. Er kennt zwar die schulmedizinischen Angebote, doch das ist erst 50% der Informationen. Ich wünsche mir mehr Ärzte, die ihren Patienten folgendes mitteilen: „Das, was ich anbieten kann, sieht folgendermaßen aus. Das sind die Vorteile und das sind die Nachteile. Und es gibt noch andere Therapien, die ich nicht beurteilen kann. Es gibt sie aber. Hier empfehle ich Ihnen, falls Sie das interessiert, mehr zu forschen. Denn es geht hier um Ihr Leben. Nur Sie können entscheiden was gut für Sie ist.“ Solch ein Gespräch findet jedoch fast nie statt, da Ärzte fast immer glauben, dass sie alles über Krebs wissen würden.
    Aus diesem Grund halte ich das Modell der „Dritten Meinung“ für sehr wichtig. Ich meine nicht eine zweite Meinung, denn die kommt in der Regel von einem anderen Schulmediziner, also von jemandem, der sich nicht im Bereich Alternativer Krebstherapien auskennt. Das erfahren die Patienten erst in der dritten Meinung.
    Eine dritte Meinung hat das Ziel, dem Patient 100% der Fakten mitzuteilen. Denn nur dann kann dieser auch frei wählen und entscheiden.

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