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    Expertentagung über Erfolgsfaktoren und Herausforderungen im Pflegemanagement in Bad Driburg

    Bad Driburg. „Neu Perspektiven in der Pflege“ hieß das Motto des Symposiums Pflegemanagement am 5. März 2015. Erstmals veranstalteten das Rehabilitationszentrum Bad Driburg der Deutschen Rentenversicherung, eine Kooperation der Klinik Berlin, Knappschafts-Klinik und Klinik Rosenberg, ein gemeinsames Symposium für Pflegedirektoren und Pflegedienstleitungen aus Einrichtungen des Gesundheitswesens.

    Rund 70 Teilnehmer aus vornehmlich zuweisenden Krankenhäusern nahmen an der Veranstaltung teil.

    Unter dem Leitthema Pflegemanagement bot die Veranstaltung in der Knappschafts-Klinik Bad Driburg mit aktuellen Themen wie Arbeitsplatzkultur, Arbeitgeberattraktivität („Employer Branding“), generationsgerechte Führung, klinikübergreifende Kooperationen und Fachkräftemangel einen interessanten Mix an Herausforderungen, die Führungskräfte in der Pflege zu bewältigen haben.

    Die Begrüßung im Namen der Klinikleitungen der drei Reha-Kliniken übernahm Verwaltungsleiter Alexander Schunicht. Nach der Vorstellung des Leistungsangebotes der drei eng kooperierenden Einrichtungen für medizinische Rehabilitation durch die stellvertretende Pflegedienstleitung Margret Tegethoff von der Klinik Rosenberg führte Pflegedienstleitung Annette Baacke von der Knappschafts-Klinik durch das Programm.
    Als Referenten und Diskussionspartner informierten namhafte Experten mit praxisnahen Vorträgen.
    Welchen Stellenwert die Gestaltung einer mitarbeiterorientierten Arbeitsplatzkultur hat, zeigte Marcel Görtz (Institut Great Place to Work) auf und stellte Best Practice Lösungen vor.

    Das Gütesiegel „Deutschlands Bester Arbeitgeber“ wird von Great Place to Work jährlich auch für Gesundheitseinrichtungen vergeben. Unternehmen erhalten die Auszeichnung, wenn sie sich in besonderer Weise für gute und attraktive Arbeitsbedingungen stark machen und eine besonders vertrauensvolle und begeisternde Zusammenarbeit mit den Beschäftigten pflegen. Die teilnehmenden Einrichtungen müssen ein zweiteiliges Bewerbungsverfahren aus einer standardisierten Mitarbeiterbefragung und einer Maßnahmenevaluation durch Experten bestehen.

    Eine auf Anerkennung und Wertschätzung basierende Arbeitsplatzkultur stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens stellte Berater Marcel Görtz fest und sorgt für eine hohe Zufriedenheit der Beschäftigten. Determinanten für eine ausgezeichnete Arbeitsplatzkultur sind Glaubwürdigkeit, Respekt, Fairness, Stolz und Teamgeist.
    Professor Dr. Manfred Haubrock von der Hochschule Osnabrück informierte über Handlungsstrategien, wie das Pflegemanagement zukünftigen Herausforderungen in der stationären Pflege begegnen kann. Die bessere Positionierung der Pflege in der Öffentlichkeit und als „Marke“ ist ihm ein Anliegen, so setzte er sich für die Einrichtung einer Pflegekammer ein. Auch sollte die Pflege im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) als oberstes Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland vertreten sein.

    Als attraktiver Arbeitgeber zukünftig jüngere und ältere Mitarbeiter finden, lautete der Vortrag von Professorin Dr. Anja Lüthy, Fachhochschule Brandenburg. In Zeiten der Überalterung der Gesellschaft bzw. des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels sollten Unternehmen eine altersübergreifende Unternehmenskultur aufbauen und die Arbeitsplätze altersgerecht gestalten. Innovativ war ihr Ansatz die Einarbeitung neuer Mitarbeiter anstatt klassischer Checkliste in einem sogenannten „Onboarding Prozess“ zu gestalten. Onboarding beschreibt Professorin Lüthy als ganzheitlichen und zentralen Prozess, neue Mitarbeiter auch als Menschen in das Unternehmen zu integrieren und somit die Leistungsfähigkeit einer Organi-stion langfristig zu heben und sicherzustellen. Auf die Mitarbeiterförderung ist ein besonderer Fokus zu legen, dazu gehören u.a. regelmäßige Personalgespräche, strukturierte Fort- und Weiterbildungen, regelmäßiges Feedback zwischen Fachvorgesetzten und Mitarbeitern, auf Wunsch schriftliche Beurteilungen, Vorschlags- und Verbesserungswesen mit Prämiensystem.

    Wie ausländische Pflegekräfte fair und langfristig in Zeiten des Fachkräftemangels gewonnen werden können, informierte Marco Markovic von der Bundesagentur für Arbeit mit dem Projekt Triple WIN auf. Der Pflegebereich in Deutschland ist bereits heute von signifikantem Fachkräftemangel betroffen. Die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit und die Dt. Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) vermitteln in einem gemeinsamen Projekt qualifizierte Fachkräfte an Unternehmen nach Deutschland. Interessierte Unternehmen werden von der Bundesagentur für Arbeit passgenaue Vermittlungsvorschläge von qualifizierten ausländischen Fachkräften wie aus Bosnien und Herzegowina unterbreitet. 500 Pflegekräfte konnten in den letzten Jahren bereits erfolgreich nach Deutschland vermittelt werden.

    Am Ende des Tages konnten die Teilnehmer viele neue Erkenntnisse für ihren Führungsalltag mit in ihre Gesundheitseinrichtungen nehmen.

    Begleitend fand eine Ausstellung mit Dienstleistern aus der Gesundheitsbranche (Buchholz-Fachinformationsdienst, Unternehmensberatung Potthoff+Partner, MTM multitechmed und dem Institut Great Place to Work) statt.

    Gruppenbild „Expertentagung – Neue Perspektiven in der Pflege“
    Veranstalter mit Dozenten (von links)

    Marcel Görtz, Berater, Institut Great Place to Work, Köln
    Alexander Schunicht, Verwaltungsleiter, Knappschafts-Klinik
    Prof. Dr. Anja Lüthy, Fachhochschule Brandenburg
    Reinhild Überall, Pflegedienstleitung, Klinik Rosenberg
    Doris Allroggen, Pflegedienstleitung, Klinik Berlin
    Annette Baacke, Pflegedienstleitung, Knappschafts-Klinik
    Margret Tegethoff, stellv. Pflegedienstleitung, Klinik Rosenberg
    Prof. Dr. Manfred Haubrock, Hochschule Osnabrück
    Norbert Schäfer, Kaufmännischer Direktor, Klinik Berlin
    Marko Markovic, Teamleiter, Bundesagentur für Arbeit, Eschborn

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