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Experten warnen vor Endemie
Beim zweiten Weltforum für nosokomiale Infektionen sprachen sich 60 internationale Fachleute gegen eine übermäßige Antibiotikagabe aus
Untersuchungen zufolge werden jedes Jahr fast sieben Millionen Krankenhausinfektionen in Europa und den USA verzeichnet.1,2 In einigen Ländern sind mehr als 60 Prozent der auf Intensivstationen übertragenen Staphylococcus aureus-Stämme gegen herkömmliche Antibiotika resistent.³ Mit dem Auftreten neuer Formen bakterieller Resistenz (Carbapenemasen KPC) und neuer Bakterienstämme (Staphylococcus aureus PVL+) bleiben Krankenhausinfektionen eine ernstzunehmende Gefahr für die Volksgesundheit. Zum zweiten Mal veranstaltete bioMérieux sein weltweites HAI Forum zum wissenschaftlichen Austausch und zur Förderung eines globalen Expertennetzwerks, um die nosokomialen Infektionen in der ganzen Welt zu bekämpfen. Das dritte, weltweite HAI Forum zu nosokomialen Infektionen wird in zwei Jahren stattfinden.
Nosokomiale Infektionen sind oft verantwortlich für hohe Morbiditäts- und Mortalitätszahlen und verursachen zusätzliche medizinische Kosten. Ihre Bedeutung steigt kontinuierlich durch die zunehmende Komplexität der medizinischen Behandlungen und chirurgischen Verfahren. Weitere Ursachen sind die steigende Mobilität sowie die übermäßige oder falsche Anwendung von Breitspektrum-Antibiotika. In Frankreich verursachen nach offiziellen Angaben 750.000 nosokomiale Infektionen jährlich zwischen 2,4 und sechs Milliarden Euro Mehrkosten.4 Eine US-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass in Europa jedes Jahr fünf Millionen Krankenhausinfektionen offiziell erfasst werden, von denen 135.000 zum Tod der Patienten beitragen.3
Alain Mérieux, Präsident von bioMérieux, erklärt: „Dadurch, dass wir internationale Spezialisten, Ärzte und Mikrobiologen aus dem Bereich der Kontrolle und der Prävention von Infektionen zusammenbringen, möchten wir dem medizinischen Personal dabei helfen, konkrete Präventionsmaßnahmen zugunsten der Volksgesundheit zu ergreifen.“ Die Fachwelt ist sich einig, dass sie vor drei großen Herausforderungen steht: An erster Stelle produzieren sehr weit verbreitete Bakterien wie Escherichia coli, neue Enzyme, die die Wirksamkeit aller Antibiotika außer Kraft setzen. Ausnahmen bilden jene Spezialantibiotika, die Kliniker jedoch nur als letztes Mittel einsetzen. An zweiter Stelle nannten die Teilnehmer die fehlende Bereitschaft des Krankenhauspersonals, sich gegen Grippeerkrankungen impfen zu lassen. In Krankheitsfällen sei das medizinische Personal somit an der Verbreitung von Infektionen in Krankenhäusern beteiligt. Insbesondere für junge oder ältere Patienten wie auch Patienten mit schlechtem Immunstatus stelle dies einen Risikofaktor dar. Der dritte Punkt betraf in einigen Ländern die unzureichende staatliche Gesundheits- und Vorsorgepolitik gegen multiresistente Bakterien. Didier Pittet, Abteilungsleiter Prävention und Infektionskontrolle der Universitätskrankenhäuser Genf und Direktor des Zentrums für Zusammenarbeit für die Sicherheit der Patienten der WHO, fügt hinzu: „Es ist eine lautlose Epidemie und eine wahre Zeitbombe, denn morgen werden wir keine wirksamen Antibiotika mehr haben. Nosokomiale Infektionen verschlimmern die Situation. Ein weltweites Problembewusstsein ist jetzt erforderlich, damit der Kampf gegen die Krankenhausinfektionen und die Verhinderung der Ausbreitung von Resistenzen zu einer vordringlichen Aufgabe der Gesundheitspolitik wird.“
Anlässlich der diesjährigen Veranstaltung in Annecy verabschiedete eine Expertenrunde Vorschläge zur schnellen Umsetzung von wirksamen Präventionsaktionen gegen die Verbreitung von Infektionen in Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen. Dazu gehören die Isolierung der Patienten, die Durchführung von Screening Untersuchungen und wenn möglich die Dekolonisierung der Träger sowie eine Verstärkung von Hygienemaßnahmen.
Hintergrund bioMérieux:
Seit 45 Jahren ist bioMérieux weltweit führend auf dem Gebiet der in vitro Diagnostik und verfügt mit 39 Niederlassungen und Distributoren in 150 Ländern über ein dichtes Vertriebsnetz. 2008 erwirtschaftete bioMérieux einen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro, davon 84 Prozent auf internationaler Ebene. bioMérieux entwickelt und produziert Diagnostiklösungen (Reagenzien, Geräte und Software) zur Bestimmung von Krankheits- oder Verunreinigungsursachen mit dem Ziel, die Patientengesundheit zu verbessern und die Verbrauchersicherheit zu gewährleisten. bioMérieux-Produkte werden für die Diagnose von Infektionskrankheiten eingesetzt. Sie liefern medizinische Ergebnisse im Bereich Screening und Nachsorge von Karzinomen und kardiovaskulären Notfällen. Darüber hinaus werden sie für die Erkennung von Mikroorganismen in Lebensmitteln, Pharmazeutika und Kosmetika eingesetzt. bioMérieux ist an der NYSE Euronext Paris notiert. (Code : BIM - Code ISIN : FR0010096479). Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite www.biomerieux.com.
Bildunterschrift:
Das zweite Weltforum für nosokomiale Infektionen machte jüngst auf die Defizite in der Vorsorge aufmerksam und rief die Gesundheitsbeh?den dazu auf, die Verwendung von Antibiotika zu verringern. Laut Expertenforum steht der vermehrte Einsatz von Antibiotika mit der Zunahme von multiresistenten Erregern in direkter Wechselbeziehung. Demzufolge kompliziert sich auch die antibiotische Therapie von Hospitalinfektionen.
1 Center for Disease Control and Prevention (CDC) figures 2007 - http://www.cdc.gov/ncidod/dhqp/hai.html
2 Suetens C. Healthcare associated infections in Europe : Burden and surveillance strategies, IPSE, 2006.
3 Laxminarayan, R., A. Malani. Extending the Cure: Policy responses to the growing threat of antibiotic resistance. Washington, D.C, Resources for the Future 2007.
4 Vasselle A. Rapport de l’office parlementaire d’évaluation des politiques de santé. 2006. http://www.senat.fr/rap/r05-421/r05-42.html
Kontakt:
bioMérieux Deutschland GmbH
Bernd Jung
Weberstraße 8
D – 72622 Nürtingen
Tel.: +49 7022 3007-48
Fax: +49 7022 36110
E-Mail : bernd.jung@eu.biomerieux.com
Webseite : www.biomerieux.de
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