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Europäische Kommission: Volkskrankheiten können von der Erforschung Seltener Erkrankungen profitieren
Brüssel/Würzburg – In ihrer aktuellen Mitteilung zum Thema seltene Erkrankungen vom 11. November 2008 (com2008_0679) stellt die Europäische Kommission fest, dass die Erforschung seltener Erkrankungen große Chancen für das Verständnis der so genannten Volkskrankheiten eröffnet.
Der Bundesverband Hypophosphatasie (HPP) Deutschland e.V. unterstützt vollumfänglich diese aktuelle Stellungnahme an den Rat, das Parlament und die zuständigen Ausschüsse, in der die Kommission die weitere Ausarbeitung grenzübergreifender Strategien zur Erforschung und Bekämpfung seltener Krankheiten auf dem Gebiet der EU fordert.
Unter anderem heißt es in der Erklärung: „Die Erforschung seltener Krankheiten hat sich als sehr sinnvoll erwiesen, um die Entstehungsmechanismen verbreiteter Störungen wie Adipositas und Diabetes zu erhellen, die häufig ein Störungsmuster eines einzigen biologischen Wegs aufweisen.“
Der Vorsitzende des Verbands Hypophosphatasie Deutschland e.V., Herr Gerald Brandt, betont ausdrücklich, dass sich dieser Zusammenhang am Beispiel dieser seltenen Knochenstoffwechselstörung HPP sehr deutlich zeigt. Die Hypophosphatasie zeigt Parallelen sowohl mit der Osteoporose als auch mit entzündlich-degenerativen Erkrankungen des Skeletts (Rheuma/Arthritis), ihre Erforschung könnte daher wesentliche Grundlagen für das bessere Verständnis solcher weit verbreiteter Erkrankungen liefern.
Selbst die wenigen bisher finanzierbaren Forschungsarbeiten am Universitätsklinikum Würzburg haben bereits zu neuen Erkenntnissen darüber geführt, wie Entzündungsreaktionen an Knochen und Gelenken entstehen. Da bei der HPP auch der Knochenaufbau nachhaltig gestört ist, sind bei einer intensiveren Erforschung dieser Krankheit auch neue Einblicke in die Entstehungsmechanismen der Osteoporose zu erwarten, meint Brandt. „Insbesondere die Rolle des Vitamins D bei der HPP liegt noch weitgehend im Dunkeln und verdient unbedingt größere Aufmerksamkeit“, so der Vorsitzende.
Insofern sei es sehr bedauerlich, dass es bislang keinerlei öffentliche Förderung für die intensivere Erforschung der Hypophosphatasie gebe. Dabei existiert schon jetzt eine rege Kooperation zwischen dem HPP-Bundesverband und international renommierten Knochenstoffwechsel-Experten der Universität Würzburg, die gerne bereit wären, die Zusammenhänge zwischen der HPP und den Volkskrankheiten Osteoporose und Rheuma genauer zu beleuchten. „Doch leider fehlt einfach das Geld“, so Brandt. Alle bisherigen Bemühungen um Forschungsgelder seien an der Seltenheit der HPP gescheitert, die den zuständigen Institutionen zu unbedeutend erschien, um ihre Erforschung gezielt zu unterstützen.
Die Mitteilung der Kommission im deutschen Wortlaut:
http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM:2008:0679:FIN:...
Weitere Informationen über die HPP: http://www.hypophosphatasie.net und http://www.hpp-ev.de
Infos und Belege:
Hypophosphatasie Deutschland e.V.
Gerald Brandt
Peter-Schneider-Straße 1
97074 Würzburg
Tel 0931-782937



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