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    Enge Bindung von den ersten Lebensminuten an

    Wolfhagen. „Als erstes haben wir Clemens schreien hören“, erzählt Karin Diste aus Volkmarsen. Zu diesem Zeitpunkt, am 28. November, lag sie im OP der Kreisklinik Wolfhagen. Ihr Sohn Clemens kam mittels Kaiserschnitt zur Welt. Dann ging alles sehr schnell: Die Hebamme zeigte ihr Clemens kurz und brachte ihn zur Untersuchung. Da er stabil und gesund war, bekam Karin Diste ihn gleich in den Arm gelegt. In dem Sektio-Top, das sie vor der Operation angezogen hatte, lag Clemens sicher und warm wie in einem Känguru-Beutel. „Er war sofort entspannt und hörte auf zu weinen, als er bei seiner Mama war“, erinnert sich sein Vater Christian Diste.
    Diese Erfahrung bestätigen auch die Mitarbeiter der Geburtshilfe der Kreisklinik Wolfhagen. Dort werden die speziellen Tops beim Kaiserschnitt seit kurzem angeboten. „Die Kinder profitieren durch die Körperwärme der Mutter“, sagt Hebamme Vera Knapp. Sie war bei einer Fortbildung auf das Sektio-Top aufmerksam geworden und hatte ihre Kollegen schnell von dem Angebot begeistert.
    „Bei einer spontanen Geburt wird das Baby direkt der Mutter auf den Bauch gelegt“, beschreibt die Gynäkologin Dr. Marion Reif-Kaiser. Bei einem Kaiserschnitt ist mit der Geburt des Kindes die Operation aber noch nicht abgeschlossen. Sie dauert in der Regel weitere 15 bis 20 Minuten. „In anderen Häusern folgt danach noch eine Narkoseausleitung im Aufwachraum, dann kommen die Mütter erst in den Kreißsaal, wo sie ihr Kind zum ersten Mal richtig in den Arm nehmen können“, sagt Vera Knapp.
    In der Kreisklinik Wolfhagen kann die Mutter diese Zeit nun schon mit ihrem Kind verbringen. Sie wird aus dem OP mit dem Kind direkt in den Kreißsaal verlegt. „Die Neugeborenen entwickeln durch die Nähe zur Mutter schneller einen Saugreflex. Dadurch wird die Bildung der Hormone Oxytocin und Prolaktin angeregt. Sie fördern die Milchbildung und das Zurückziehen der Gebärmutter“, sagt Dr. Reif-Kaiser. Dass diese frühe Bindung auch positive psychische Effekte haben kann, bestätigen die ersten Erfahrungen in der Kreisklinik Wolfhagen. „Die Frauen, die beim Kaiserschnitt ihr Kind direkt in den Arm gelegt bekommen, entwickeln seltener Depressionen“, berichtet Hebamme Vera Klaus.
    Die Mehrheit der Mütter, die mit Kaiserschnitt entbinden, macht daher von dem neuen Angebot Gebrauch. „Nur bei einer Vollnarkose oder wenn das Kind medizinisch versorgt werden muss, können wir das nicht anbieten“, sagt die Frauenärztin. Bei einem Notkaiserschnitt mit Vollnarkose kann der Vater das so genannte Bonding im Kreißsaal übernehmen.
    Familie Diste ist mit der Entbindung von Clemens sehr zufrieden. Die werdenden Eltern hatten einen Tag zuvor erfahren, dass ein Kaiserschnitt in der 37. Schwangerschaftswoche medizinisch notwendig ist. Es blieb daher wenig Zeit, sich mit Fragen zum Ablauf der Entbindung auseinanderzusetzen. Die Hebamme und die Gynäkologin erklärten Karin Diste am Morgen vor dem Kaiserschnitt, dass mit Hilfe des Sektio-Tops die Möglichkeit besteht, das Kind noch im OP direkt auf der Brust zu halten. „Das war die bestmögliche Lösung in unserer Situation“, sagen die jungen Eltern übereinstimmend.

    Pressekontakt:
    Inga Eisel
    Unternehmenskommunikation
    Gesundheit Nordhessen Holding AG
    Mönchebergstraße 48E
    34125 Kassel
    Tel. 0561/980-4804
    Mail presse@gesundheit-nordhessen.de
    www.gesundheit-nordhessen.de

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