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Einsatz für die gemeindenahe Psychiatrie: LWV schreibt Walter-Picard-Preis aus
Kassel (lwv): Mit dem „Walter-Picard-Preis“ zeichnet der LWV besondere Verdienste in der gemeindepsychiatrischen Versorgung der hessischen Bevölkerung aus. Er ist mit 5.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre vergeben, 2010 zum fünften Mal. Mit der Auslobung des Preises will der LWV an den Offenbacher Psychiatriereformer Walter Picard erinnern, aber auch Reformideen der Psychiatrie-Enquete sowie ehrenamtliches Engagement zu Gunsten psychisch kranker Menschen unterstützen. Vorschläge für die Auszeichnung nimmt der LWV bis Ende Oktober entgegen.
In einer Zeit, in der wir eine beharrlich wachsende Zahl von psychischen Erkrankungen feststellen müssen, lohnt es sich, über die Zukunft der psychiatrischen Versorgung in Hessen und darüber hinaus nachzudenken, sagt LWV-Landesdirektor Uwe Brückmann. „Dabei helfen uns auch heute die
Überlegungen Walter Picards weiter, der besonders den Bereich der ergänzenden Hilfen im Auge hatte“, so der LWV-Chef, der auch dem Aufsichtsrat der Vitos GmbH als Hessens größtem Anbieter für die Behandlung psychisch kranker Menschen vorsteht. Die psychiatrische Versorgung müsse nicht nur dezentral organisiert sein, sie müsse auch eine Vielfalt von ambulanten, semi-professionellen und ehrenamtlichen Hilfen zulassen: „Das unterstützende Netz für Menschen mit psychischen Erkrankungen soll so schnell wie möglich Normalität und Alltag wieder möglich machen“, so der Landesdirektor.
Der Walter-Picard-Preis kann an Personen, Institutionen und Organisationen verliehen werden, die sich im Sinne der Psychiatrie-Enquete insbesondere um die sozialpsychiatrische Versorgung der Bevölkerung sowohl im medizinischen als auch im komplementären, ambulanten, teil- und vollstationären Bereich, aber auch im nicht-institutionellen Bereich (z. B. Besuchsdienst, Beratung, Nachbarschaftshilfe) verdient gemacht haben. Die Auszeichnung wird am 10. März 2010 anlässlich des Todestages von Prof. Picard durch LWV-Landesdirektor Brückmann verliehen.
Vorschlagsberechtigt sind alle Bürgerinnen und Bürger, Organisationen und Institutionen. Ein Komitee bewertet die Vorschläge aus fachlicher Sicht und schlägt dem LWV-Verwaltungsausschuss die Preisträger vor.
Vorschläge bitten wir bis zum 31.10.2009 zu richten an:
- Landeswohlfahrtsverband Hessen
Der Verwaltungsausschuss
Ständeplatz 6 - 10
34117 Kassel
Ein Beispiel
Stephan Sahm aus Rodgau wurde im Jahr 2008 mit dem Walter-Picard-Preis ausgezeichnet. Er engagiert sich seit vielen Jahren in Rodgau und Umgebung ehrenamtlich für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Dabei ist Sahm als Psychiatrieerfahrener sowohl Ansprechpartner für betroffene Menschen als auch Kontaktperson zum Sozialpsychiatrischen Dienst wie auch zum Psychosozialen Zentrum. Als Herz und Motor der Selbsthilfegruppe „Seelische Gesundheit“ stellt er durch seine zuverlässige und kompetente Organisation die Kontinuität der Gruppe bei ihren wöchentlichen Treffen im Gemeindezentrum Rodgau-Jügesheim sicher. Darüber hinaus begleitet Stephan Sahm akut erkrankte Menschen bei stationären Behandlungen.
Zur Person Prof. Walter Picards
Nach Abgeordnetentätigkeiten in Kommunalparlamenten und im Hessischen Landtag zieht der Christdemokrat 1965 in den Deutschen Bundestag ein und widmet sich dort der Gesundheits- und Psychiatriepolitik. 1970 gehört er zu den Initiatoren der wegweisenden Psychiatrie-Enquete und formuliert dort folgende Forderungen:
- Aufbau ambulanter und teilstationärer Versorgungsformen
- Verbesserung der stationären Behandlung
- Vernetzung der Versorgungssysteme
- Gleichstellung körperlich und seelisch kranker Menschen
1971 ist Walter Picard Mitbegründer der bundesweiten Vereinigung „Aktion psychisch Kranke e. V.“ , die sich als wirksame Lobby für psychisch kranke Menschen und als Motor der Psychiatriereform erweist. Als Mitglied der LWV-Verbandsversammlung setzt sich Walter Picard von 1961 – 1965 und dann wieder von 1997 – 1981 für die Interessen behinderter und kranker Menschen ein. 1983 verleiht ihm der LWV die Ehrenplakette in Gold. Am 10. März 2000 stirbt Walter Picard im Alter von 76 Jahren.
Weitere Informationen zum Walter-Picard-Preis finden Sie unter www.lwv-hessen.de
Diese Pressemitteilung steht kurz nach Erscheinen unter www.lwv-hessen.de auf der Startseite im Internet abrufbereit.
Pressekontakt:
Landeswohlfahrtsverband Hessen
- Öffentlichkeitsarbeit -
Pressestelle
Ständeplatz 6 - 10
34117 Kassel
Tel.: 05 61 / 10 04 - 25 36
Fax: 05 61 / 10 04 - 26 40
mailto: pressestelle@lwv-hessen.de
www.lwv-hessen.de



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