medcom24 - Das Presseportal für Medizin & Gesundheit im Internet.

Deutschlands Datenbank für Presseinformationen aus dem Gesundheitswesen.

Benutzeranmeldung

Bleiben Sie mit - medcom24 - immer auf dem Laufenden!

Kooperationen / Partner

RSS - Newsfeed

Inhalt abgleichen

Feed anzeigen und abonnieren• Sitemap anzeigen

    Presseportal Kostenlos Online PR RSS News Public Relations Veröffentlichen Web 2.0 Gesundheit Journalisten Presse Redaktionen Healthcare Medizin Pressemeldungen PKs Kommunikation Pressekonferenzen Termine Kostenfrei PI Presseinformationen Werbung Öffentlichkeitsarbeit Pressemitteilungen VAs Marketing PR-Agenturen Veranstaltungen


      Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband


      Geprüft auf Sicherheit durch:
      Web-Browser optimiert.

    Drei Jahre Preisregulierung im Pharma-Markt: Was hat es den Verbrauchern gebracht?

    Seit drei Jahren gibt es das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG). Ziele sind ein fairer Wettbewerb und eine stärkere Orientierung am Wohl der Patienten. Grund für das Gesetz waren die überproportional steigenden Arzneimittelkosten im Vergleich zu anderen gesundheitlichen Leistungen. Jetzt, drei Jahre später, haben Top-Experten während der medlounge rhein-main: „Drei Jahre AMNOG: Ziele erreicht? Erfahrungen mit neuer Regulierung im Pharma-Markt“ in Frankfurt darüber diskutiert, ob die erhoffte Balance zwischen Innovation und bezahlbaren Arzneimitteln wirklich erreicht wurde.

    Das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG) trat am 1. Januar 2011 in Kraft. Über Sinn und Unsinn wird zwischen Kassen, Pharmakonzernen, Verbänden und Politik bis heute gestritten. Hat das AMNOG die erhoffte Balance zwischen Innovation und bezahlbaren Arzneimitteln geschaffen? Oder lohnt es sich für Pharmaunternehmen immer weniger, in Deutschland zu forschen? Scheitern am Gemeinsamen Bundesausschuss nur neue Medikamente ohne Zusatznutzen oder würgen zu scharfe Kontrollen jegliche Innovation ab?

    Im Rahmen der medlounge rhein-main diskutierten Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse, Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller e.V., Dr. Edgar Franke, MdB, Vorsitzender des Gesundheitsausschusses, Josef Hecken, Unparteiischer Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses, Andreas Krebs, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Merz GmbH & Co. KGaA und Prof. Dr. Bertram Häussler, Vorsitzender der Geschäftsführung IGES Institut Berlin über die Erfahrungen mit dem neuen Gesetz. Die Moderation übernahm Wolfgang van den Bergh, Chefredakteur der Ärzte Zeitung.

    Im Rahmen seines Impulsvortrags zum Thema „Drei Jahre AMNOG: Hat sich die Regulierung bewährt?“ zeigte Professor Bertram Häussler, Vorsitzender der Geschäftsführung IGES Institut, auf, dass therapeutische Fortschritte oft vor allem durch das Zusammenspiel vieler Details entstünden. Hier sei aber die Bewertung eines zusätzlichen Nutzens für Patienten besonders schwierig. Ziel des AMNOG sei unter anderem gewesen, einen „Anker“ für die Preisbildung zu entwickeln. Jüngste Entwicklungen des Marktes hätten dies notwendig gemacht, beispielsweise der geringe Wettbewerb im Segment der hoch innovativen Wirkstoffe sowie der „Orphan Drugs“ zur Behandlung seltener Krankheiten. Hier gebe es oft nur einen Hersteller und eine verschwindend geringe Zahl von Patienten, was die Preise in die Höhe treibe. Wie Häussler abschließend betonte, seien die Kosten durch das AMNOG zwar gesenkt worden, es wäre jedoch noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Das Ziel beispielsweise, die GKV-Ausgaben um zwei Milliarden Euro zu senken, habe man bislang weit verfehlt. Trotz erkanntem Zusatznutzen würden neue Medikamente noch viel zu selten von den Ärzten verschrieben, die erhofften Einsparungen blieben deshalb aus.

    Thomas Ballast, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Techniker Krankenkasse, zeigte sich im Rahmen der Diskussion vom Erfolg des AMNOG überzeugt. Er betonte, dass nicht alle neuen Arzneimittel tatsächliche Innovationen mit einem nachweisbar neuen Nutzen für die Patienten seien und deshalb höhere Therapiekosten erlaubten. Seiner Meinung nach trägt das AMNOG dazu bei, Einsparerfolge im überteuerten deutschen Arzneimittelmarkt zu erzielen.

    Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (vfa), betonte, dass die Pharmaunternehmen die Herausforderung des AMNOG angenommen hätten und keine faire Bewertung des Nutzens ihrer Produkte scheuen würden. Allerdings müssten die Verfahren so gestaltet sein, dass Innovationen weiter eine Chance bekämen, sich in der Versorgungsrealität zu bewähren, da nur so die hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung von Arzneimitteln refinanziert werden könnten. Birgit Fischer nannte drei Probleme, an denen gearbeitet werden müsse: Erstens müsse stets ein möglichst niedriger Preis angesetzt werden, was zu Lasten von Innovationen ginge. Zweitens seien mit GKV und G-BA zwei Parteien „gleichzeitig als Spieler und Schiedsrichter im Verfahren“ am Bewertungsprozess beteiligt. Drittens werde der Nutzen eines neuen Medikamentes nicht an sich wissenschaftlich untersucht, sondern ausschließlich in Verbindung mit dem Preis gesehen. Dieser Meinung schloss sich auch Andreas Krebs, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Merz GmbH & Co. KGaA an.

    Dr. Edgar Franke, MdB, Vorsitzender des Gesundheitsausschusses und Josef Hecken, Unparteiischer Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses, zeigten sich im Rahmen der Diskussion vom grundsätzlichen Erfolg des AMNOG überzeugt. Auftretende Probleme seien mit der gerade erfolgten Gesetzesänderung gut gelöst worden. So sei die Nutzenbewertung von Arzneimitteln im Bestandsmarkt, die zeitgleich mit der frühen Nutzenbewertung für neue Arzneimittel im AMNOG eingeführt worden sei, nun rückwirkend ab 1. Januar 2014 ersatzlos gestrichen worden.

    Florian Gerster, Vorsitzender der Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main und Staatsminister a.D., bedankte sich bei den Referenten für die engagierte Diskussion. Gerade bei einem so komplexen Thema wie dem AMNOG sei es wichtig, den Austausch innerhalb der Gesundheitswirtschaft zu fördern. Nur wenn mögliche Schwachstellen und Verbesserungsmöglichkeiten der gesetzlichen Regelungen angesprochen würden, sei eine gemeinsame Lösung möglich. Dies sorge letztlich für eine faire Nutzenbewertung und komme Patienten wie Unternehmen zu Gute.

    Die Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main e.v. verknüpft seit September 2006 das Potenzial der Gesundheitswirtschaft mit den wirtschaftlichen Stärken der Region. Die Initiative vernetzt die Akteure der Gesundheitswirtschaft, um den Dialog zu verbessern, die Kooperation zu stärken und innovationsfördernde Rahmenbedingungen zu schaffen. Zu den mehr als 170 Mitgliedern der Initiative gehören Krankenhäuser, Ärzte, Unternehmen der Branchen Pharma, Medizintechnik und Biotechnologie, Versicherungen, Beratungsunternehmen, Verbände, Kammern, Kommunen, Forschungseinrichtungen und Politiker.
    Vorsitzender: Florian Gerster, Staatsminister a.D., Unternehmensberater
    Weitere Informationen: www.gesundheitswirtschaft-rhein-main.de

    Pressekontakt:
    Anja Martschei, FuP Kommunikations-Management GmbH,
    Tel. 069 / 95 43 16 0, Fax: 069 / 95 43 16 - 25,
    Email: anja.martschei@fup-kommunikation.de

    Presseportal - medcom24 e.K. | Copyright 2008 - 2017 | All rights reserved | SERVICE-HOTLINE: 01801 / 730 730 | Powered by Drupal Design by Artinet