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    Dr.-Werner-Fekl-Förderpreis für Studie zur individuellen Ernährungstherapie bei Mangelernährung

    Dr.-Werner-Fekl-Förderpreis für klinische Ernährung 2012 geht an Juliane Drommer aus Dresden – Mangelernährte Patienten profitieren von individueller Ernährungstherapie – Maßnahmen auch ohne erhöhten Betreuungsaufwand durchführbar – Preisverleihung am 15. Juni in Nürnberg

    ERLANGEN/NÜRNBERG – Ernährungsprobleme sowie Mangelernährung sind bei der Betreuung Älterer in Kliniken oder Heimen nach wie vor weit verbreitet – mit oftmals schwerwiegenden Konsequenzen für die Betroffenen. Was in vielen Fällen fehlt, ist eine praktikable Ernährungstherapie, die den Ernährungsstatus der mangelernährten Patienten verbessert und vor allem im Klinikalltag einfach umgesetzt werden kann. In ihrer Studie „Short-term individual nutritional care as part of routine clinical setting improves outcome and quality of life in malnourished medial patients“ hat Juliane Drommer aus Dresden den Effekt einer gezielten, individualisierten Ernährungsintervention untersucht. Für die Studie im Rahmen ihrer Dissertation erhält die Diplom-Ernährungswissenschaftlerin in diesem Jahr den renommierten Dr.-Werner-Fekl-Förderpreis.

    Besserer Ernährungsstatus und mehr Lebensqualität
    Die individualisierte Ernährungstherapie erfasst detailliert den jeweiligen Ernährungszustand, stellt einen individuellen Speiseplan zur Verfügung und stützt sich auf die Anreicherung von Mahlzeiten, auf Zwischensnacks sowie Trinknahrung. Das Ergebnis: Bei Patienten mit individualisierter Betreuung verbesserten sich Ernährungsstatus, Funktionalität und Lebensqualität. Komplikationen traten seltener auf, die Patienten benötigten weniger Antibiotika-Therapien und kamen seltener wieder in die Klinik. Diese positiven Effekte konnten nachgewiesen werden, obwohl die Patienten mangelernährt waren oder ein hohes Risiko dafür aufwiesen; auch dann, wenn sie nur für kurze Zeit auf einer internistischen Allgemeinstation betreut wurden. „Einer flächendeckenden Umsetzung steht nicht viel im Wege. Dank eines dezentralisierten Ansatzes kann unsere Strategie zeitnah implementiert werden. Natürlich bedarf es an Personal zur Umsetzung. Jedoch genügt ein Ernährungsspezialist pro Station mit ca. 40 Betten“, so Juliane Drommer.

    Junge Wissenschaftler gezielt fördern
    Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wurde im Rahmen der Dreiländertagung „Ernährung 2012 – Kindermenü – Seniorenteller – Trinknahrung: Ernährung für alle Lebensphasen“ in Nürnberg am 15. Juni verliehen. Seit 2002 loben die Ernährungsspezialisten Nutricia GmbH Deutschland und Nutricia Nahrungsmittel GmbH & Co. KG Österreich den Dr.-Werner-Fekl-Förderpreis jährlich aus, um Nachwuchswissenschaftler zu fördern, deren Forschungsarbeiten für die klinische Ernährung von besonders hohem Erkenntniswert sind. Die mit namhaften Wissenschaftlern besetzte Jury erhofft sich durch die Arbeit von Juliane Drommer weitere Impulse für eine individuelle Ernährungstherapie: „Die Arbeit zeigt eindrucksvoll, dass eine individuelle und an die Bedürfnisse der Patienten angepasste Ernährungstherapie nicht nur den Betroffenen hilft, sondern auch die Kliniken entlastet“, so Dr. Dietmar Stippler, Leiter der Gesundheitspolitik bei Nutricia.

    Individueller Bedarf an Protein und Energie im Fokus
    Die randomisierte kontrollierte Interventionsstudie wurde an Patienten durchgeführt, die mittels „Nutritional Risk Screening 2002“ als Risikopatienten eingestuft wurden. Die Kontrollgruppe erhielt eine Standardbetreuung, die Interventionsgruppe eine individualisierte Ernährungstherapie. Um den individuellen Bedarf an Energie und Protein zu decken, wurde ein engmaschiger Algorithmus angewandt: Nach den Mahlzeiten wurde ausgewertet, wie viel Nahrung die Patienten zu sich genommen hatten, und die Essmenge vor der folgenden kurzfristig angepasst. Bestimmt wurden der Ernährungsstatus, das Körpergewicht und die Serum-Vitaminkonzentration der Patienten. Mittels SF-36-Fragebogen wurde außerdem die Lebensqualität erfasst sowie Komplikationen und Wiedereinweisungen festgehalten. Nachdem die Pflegekräfte und Ärzte nicht über die Zugehörigkeit der Patienten zur Kontroll- bzw. Interventionsgruppe informiert waren, müssen die positiven Effekte auf die klinischen Parameter und die Lebensqualität der Patienten auf eine erhöhte Aufnahme von Makro- und Mikronährstoffen zurückgehen. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass mangelernährte Patienten von einer individuellen Ernährung – insbesondere mit natürlichen Lebensmitteln – profitieren und nicht nur kränker sind als nicht-mangelernährte Patienten. Es wäre wünschenswert, unsere Ernährungsstrategie nun in der Praxis zu implementieren und zudem die Mortalitätsrate und Aufenthaltsdauer der Betroffenen in größeren Studien zu untersuchen“, so Drommer.

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