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    Die Tiefe des Raumes erkennen lernen - Räumliches Sehen ist nicht angeboren

    DÜSSELDORF 27.08.2015 – Entfernungen abschätzen, Objekte in ihrer ganzen Tiefe wahrnehmen: Die meisten Menschen halten es für selbstverständlich, dass sie ihre Umwelt räumlich sehen. Dass dabei ihre Augen wie zwei Hochleistungskameras in ständiger Abstimmung miteinander stehen und die dabei aufgenommenen Daten im Gehirn erst zu einem räumlichen Seheindruck verrechnet werden, ist ihnen nicht bewusst. „Diese Dimension des Sehens ist etwas, das wir in frühester Kindheit erst lernen müssen“, erinnert Prof. Dr. med. Joachim Esser vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands.

    Sehen in 3D – das ist die perfekte Form des beidäugigen Sehens. Jedes Auge übermittelt kontinuierlich Daten an das Sehzentrum im Gehirn, doch die Bilder eines einzelnen Auges sind nur zweidimensional. Für den räumlichen Seheindruck ist der Abstand der beiden Augen zueinander und die perfekte Koordination wesentlich: So entstehen zwei Bilder desselben Objekts, gesehen aus einem leicht unterschiedlichen Blickwinkel. Erst im Sehzentrum des Gehirns erwächst aus der Fusion dieser beiden zweidimensionalen Bilder die dritte Dimension.

    Perfekte Koordination, gute Bildqualität

    Diese Fusion ist nur dann möglich, wenn beide Augen genau auf dasselbe Objekt ausgerichtet sind und wenn sie Bilder in gleich guter Qualität liefern. Schon eine leichte Abweichung der Blickachsen kann das räumliche Sehen vereiteln, ebenso eine unterschiedlich starke Fehlsichtigkeit beider Augen.

    Frühe Lernprozesse

    „Das räumliche Sehen ist nicht angeboren, es entwickelt sich erst in der frühen Kindheit“ erläutert Prof. Esser. Deshalb ist es wichtig, dass Faktoren, die diesen Lernprozess behindern können, frühzeitig erkannt und, wenn nötig, korrigiert werden. Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands rät, alle Kinder vor ihrem dritten Geburtstag einmal augenärztlich untersuchen zu lassen. Dabei kann ein leichtes Schielen oder eine Fehlsichtigkeit früh erkannt und behandelt werden. Prof. Esser: „Eine sonst drohende einseitige Sehschwäche lässt sich so vermeiden und oft ist es auch möglich, zumindest ein gewisses räumliches Sehen zu erzielen.“

    Woche des Sehens vom 8. bis 15. Oktober 2015

    Um die verschiedenen Dimensionen guten Sehens geht es auch vom 8. bis 15. Oktober 2015. "Auf Augenhöhe" heißt das Thema der diesjährigen Woche des Sehens unter der Schirmherrschaft der Fernsehjournalistin Gundula Gause. Getragen wird die Aktionswoche von der Christoffel-Blindenmission, dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband, dem Berufsverband der Augenärzte, dem Deutschen Komitee zur Verhütung von Blindheit, der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf sowie der PRO RETINA Deutschland. Seit dem Jahr 2002 informiert die bundesweite Kampagne mit vielfältigen Aktionen über die Bedeutung guten Sehvermögens und klärt über die Ursachen vermeidbarer Blindheit sowie die Situation sehbehinderter und blinder Menschen in Deutschland und in den Entwicklungsländern auf. Unterstützt wird die Woche des Sehens von der Aktion Mensch. www.woche-des-sehens.de

    Weitere Informationen zum Thema Auge und Sehen inklusive Bild- und Statistikdatenbank: www.augeninfo.de/presse

    Herausgeber: Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA), Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf
    Pressekontakt: Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA), Pressereferat: Dr. med. Georg Eckert,
    Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf, Tel. +49 (0) 2 11 / 4303700, Fax +49 (0) 2 11 / 4303720,
    presse@augeninfo.de, www.augeninfo.de

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