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    Deutsche Ärzte beklagen massive Einschränkungen durch Budgetvorgaben – »Wer Patienten gut behandelt, wird bestraft«

    - medReform Studie 2008 liefert erste Ergebnisse: über 90% der Niedergelassenen unzufrieden mit Budgetvorgabe
    - bis heute fast 1000 Ärzte befragt
    - Liste der meist empfohlenen Medikamente wird im Dezember veröffentlicht
    Über 90% der befragten niedergelassenen Ärzte deutschlandweit fühlen sich durch die strikte Budgetierung der Arzneimittel in ihrer Berusfausübung stark beeinträchtigt. So lautet das erste Ergebnis der medReform-Studie 2008 des Heidelberger Instituts für Medizinmarketing (www.heidelberger-institut.org), die sich seit Beginn des Jahres 2008 mit dem Einfluss der Budgetierung von Medikamenten auf den Alltag praktizierender Ärzte beschäftigt. Durch die verschiedenen Gesundheitsreformen der letzten Jahre wurde sowohl durch die Beschneidung des Budgetrahmens als auch durch die Einführung der Rabattverträge der Handlungsspielraum für Ärzte bei der Verschreibung von Medikamenten immer weiter eingeschränkt. Die medReform-Studie der Forschungsabteilung des Heidelberger Instituts (www.medizinforschung.de) befragt in diesem Zusammenhang Ärzte bundesweit, wie sie einerseits mit der gesetzlich vorgeschriebenen Budgetierung und den Rabattverträgen zurechtkommen und andererseits, welche Medikamente sie ohne Budgetierung/Rabattverträge verschreiben würden. Dafür werden seit Anfang 2008 bundesweit Ärzte befragt, die zu Diagnosen aus allen relevanten Fachbereichen angeben sollen, welche Medikamente sie budgetunabhängig empfehlen bzw. verordnen würden. Dabei konstatieren die meisten niedergelassenen Ärzte, dass sie häufig nicht das Medikament verschreiben können, das sie für das beste erachten, sondern müssen ein Medikament verschreiben, das in den gesetzlich vorgegebenen Budgetrahmen passt oder ihnen durch die Rabattverträge aufgezwungen wird. Beispielhaft meinte einer der befragten Ärzte: »Oft sind Verordnungen von wirkungsvolleren, neuen Medikamenten nur aus Budgetgründen nicht möglich.« Neben den eingeschränkten Behandlungsmöglichkeiten wird aber auch der Umstand angeprangert, dass sämtliche Kosten, die den Budgetrahmen übersteigen, den Ärzten von den Krankenkassen in Rechnung gestellt werden: »Wer Patienten gut behandelt, wird bestraft«.
    Die sowohl für Ärzte als auch Patienten repräsentative medReform-Studie wird noch bis Herbst 2008 weitergeführt, bevor sie voraussichtlich Anfang Dezember mit einer Liste der empfohlenen Medikamente unter dem Titel »Expertenliste der Medikamente 2009: Was Deutschlands Fachärzte und Apotheker wirklich empfehlen« veröffentlicht wird. (14, 90€/ISBN10: 3939065021/ISBN13: 978-3939065029).

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