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    Demenzkranken den guten Schlaf zurückgeben, Wo Demenzpatienten optimal betreut werden

    Stellen Sie sich vor, Sie legen sich zum Schlafen ins Bett und bereits nach zehn Minuten geht Ihnen das Gespür für den eigenen Körper verloren. Für 70 Prozent der demenzkranken Menschen ist dies der tägliche Albtraum. Nacht für Nacht suchen sie vergeblich nach gesundem Schlaf und nachhaltiger Regeneration in der Nacht. Selbst in einer entspannten Liegeposition mangelt es den Demenzkranken bereits nach etwa zehn Minuten an Reizen und Körperstimulationen. Die Folge ist starke Unruhe bei den Betroffenen, die sich über Angstzustände bis hin zu permanenter Schlaflosigkeit steigert.

    Im Haus Weinberg, dem Altenpflegeheim der Stiftung Das Rauhe Haus in Hamburg, geht es nun einen wichtigen Schritt weiter, um die Schlafqualität seiner Bewohner nachhaltig zu verbessern.

    Diakon Ulrich Bartels, Leiter des Haus Weinberg, erläutert die Probleme bei demenzieller Erkrankung: „Menschen mit Demenz sind von der sie umgebenden Realität überfordert. Sie ziehen sich teilweise in einen zurückliegenden Lebensabschnitt zurück. In ihrer Erinnerung und Gefühlswelt ist er stärker verankert als die aktuelle Wirklichkeit.“ Deshalb ist die Umgebung der Bewohner so gestaltet, wie sie in den prägenden Jugendjahren der Betroffenen üblich war. Ein Beleuchtungssystem mit wenig verunsichernden Schatten leitet zu den belebten Orten des Wohnbereichs. So fühlen sich die Bewohner wohl und sicher. Um das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit noch weiter zu fördern, setzt das Altenpflegeheim seit einiger Zeit auf die Optimierung des Schlafes der Bewohner.

    Das geschieht mit speziellen Bewegungsbetten, die den Bewohnerinnen und Bewohnern während der Nachtruhe genau das Gefühl von Sicherheit gibt, das sie brauchen. Das geschieht durch Flügelfedern innerhalb der Matratze. Sie wandeln feinste Bewegungen in stimulierende Gegenbewegungen um. So reicht selbst die Atembewegung des Schlafenden aus, um ihn seinen Körper wieder optimal spüren zu lassen. Aufwendige und belastende Medikation mit Schlafmitteln o. ä. kann mit den Bewegungsbetten teils sogar komplett eingestellt werden

    Dieser vorbildliche Einsatz blieb nicht lange unbemerkt. Das Haus Weinberg wurde vor kurzem für sein besonderes Engagement ausgezeichnet und auf die Thevo-Liste (www.thevo-liste.de) aufgenommen. Auf dieser Liste finden sich Pflegeheime, die sich besonders um den guten Schlaf ihrer Patienten kümmern und ihre Mitarbeiter regelmäßig auf diesem Fachgebiet schulen.

    Diese Betten passen bestens in das Konzept vom Haus Weinberg, hat man sich hier doch auf die Betreuung von Menschen mit Demenz eingestellt. Zu den Nutznießern gehört auch Frau Hannelore Breternitz. Sie ist begeistert von ihrem neuen Bewegungsbett: „Ich schlafe sehr gut. Das Bewegungsbett passt sich dem Körper an, so habe ich viel weniger Schmerzen. Ich möchte dieses Bett nicht wieder hergeben.“ Die vorbildliche Betreuung von Demenzkranken im Haus Weinberg kommt auch Adolf R. (80) zugute. Vier Jahre lang wurde er zuhause von seiner Frau Ingrid (80) gepflegt. Als die Demenzerkrankung immer weiter voran schritt, kam auch Frau R. ans Ende ihrer Kräfte und brachte ihren Mann in die Kurzzeitpflege ins Haus Weinberg. Sie erinnert sich: „Ich hätte gern früher mehr über Demenz gewusst, aber die Informationen waren so schwer zu bekommen. Man denkt ja immer, dass man der einzige auf der Welt ist, den das Schicksal so getroffen hat. Heute weiß ich, dass es vielen so geht.“

    Adolf R. ist im Haus Weinberg geblieben. Weil er dort gut versorgt wird, kann seine Frau jetzt viel ausgeglichener für ihn da sein. Es bleibt zu hoffen, dass sich noch viele Pflegeheime an diesem Beispiel orientieren und sich noch mehr für den Schlaf und die Pflege Demenzkranker orientieren.

    Mehr Informationen unter erhalten Sie unter www.thevo-liste.de

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