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    Das Sterben der Rehakliniken hat begonnen

    Bundesverband Geriatrie: Einrichtungen der geriatrischen Rehabilitation vor dem wirtschaftlichen Aus/Erste Häuser geschlossen bzw. umgewandelt/Dringender Handlungsbedarf bei sachgerechter Finanzierung

    Die Situation ist dramatisch: Im gesamten Rehabilitationssektor der Geriatrie herrscht seit mehreren Jahren durch eine strukturelle Unterfinanzierung ein extrem hoher Kostendruck. „Es lag den geriatrischen Rehaeinrichtungen bislang fern, einfach nach mehr Geld zu rufen“, so der Geschäftsführer des Bundesverbands Geriatrie, Dirk van den Heuvel, jetzt in Berlin. So habe man in den letzten Jahren mit der gesetzlichen Zertifizierungspflicht und der Entwicklung des QS-Reha-Systems sehr intensiv an der qualitativen Absicherung und Weiterentwicklung der Versorgung mitgearbeitet. „Allerdings lässt die aktuelle wirtschaftliche Situation den Einrichtungen keine Wahl: Eine auskömmliche Vergütung muss her – und zwar jetzt.“

    Während die Betriebskosten der Einrichtungen beständig steigen würden – wie für die Energieversorgung oder die Tarifabschlüsse der letzten Jahre – seien die Vergütungssätze nicht oder nur äußerst gering angestiegen. „Zum Teil haben einzelne Einrichtungen bereits seit ca. acht Jahren keine Erhöhung der Vergütung erhalten – auch nicht die Veränderungsrate“, so van den Heuvel. Im Vergleich von 2006 zu 2010 seien die Ausgaben durchschnittlich um ca. 13 % gestiegen, die Einnahmen dagegen nur um 1,9 %.

    „In den vergangenen Jahren haben die Träger der Geriatrie durch interne Einsparungen bzw. durch den Verzicht auf notwendige Investitionen die finanziellen Verluste ausgeglichen“, erläutert der Geschäftsführer des Bundesverbands. „Hier ist jedoch das Ende der Fahnenstange erreicht. In der Konsequenz bedeutet dies, dass erste geriatrische Einrichtungen geschlossen wurden bzw. eine bedeutende Zahl von geriatrischen Rehabilitationseinrichtungen unmittelbar vor diesem Schritt stehen.“ Darunter seien auch renommierte Einrichtungen wie die Aerpah Klinik Esslingen-Kenenburg, die ihre Schließung für März kommenden Jahres angekündigt hat. Weitere Einrichtungen versuchen eine Umwandlung in eine – vermeintlich besser finanzierte – Akutgeriatrie zu erreichen bzw. erwägen diesen Schritt. „Damit stehen letztlich nicht nur einzelne Häuser vor dem Aus“, sagt Dirk van den Heuvel. „Die fachspezifische Versorgung betagter bzw. hochbetagter Menschen steht somit ganz aktuell – trotz der wachsenden sozialpolitischen Bedeutung (Stichwort Reha vor Pflege) und des demografischen Wandels – an einem entscheidenden Wendepunkt. In verschiedenen Regionen droht zugleich der Bruch der gesamten Versorgungskette. Auf diese unmittelbar drohende Gefahr hat der Bundesverband in den vergangenen Jahren wiederholt und nachdrücklich hingewiesen.“ Dabei hatte Stiftung Warentest erst vor wenigen Wochen in einer groß angelegten Untersuchung die Sinnhaftigkeit einer geriatrischen Rehabilitation für multimorbide Patienten und die Vorteile einer solchen Versorgung gegenüber einer organspezifischen Reha betont.

    Kritisch äußerte sich Dirk van den Heuvel zu den inzwischen eingerichteten Schiedsstellen. „Zwar ist mit der Einführung der Schiedsstellen im Rehabilitationsbereich grundsätzlich ein Instrument geschaffen worden, mit dem die derzeit problematische Finanzierungssituation entspannt werden könnte – vorausgesetzt, dieses Instrument wird als echte 'Vermittlungsstelle' gesehen, in dessen Rahmen ein echter sachorientierter Austausch der Argumente erfolgt.“ Die bisher in den Verfahren erzielten „Ergebnisse“ seien jedoch ernüchternd: „Es ist weder das grundsätzliche Problem der strukturellen Unterfinanzierung angesprochen, geschweige denn sind Lösungswege zu dessen Beseitigung aufgezeigt worden, noch wurde wirklich nach tragfähigen wirtschaftlichen Lösungen gesucht.“

    „In den vergangenen Jahren hat die Politik die Bedeutung der Geriatrie immer wieder positiv hervorgehoben und versucht, durch sozialpolitische Entscheidungen die geriatrische Versorgung zu fördern“, so van den Heuvel. „Seitens der Politik ist jetzt eine klare sozialpolitische Entscheidung zu treffen: Wird eine eigenständige fachspezifische und qualitätsgesicherte geriatrische Rehabilitation in Deutschland gewollt, so muss hierfür jetzt auch eine sachgerechte Finanzierung politisch sichergestellt werden. Anderenfalls haben wir die geradezu groteske Situation, dass bei einem deutlich steigenden Bedarf an geriatrischer Reha die ohnehin schon knapp bemessenen fachspezifischen Versorgungseinrichtungen auf breiter Front schließen und das Versorgungsangebot letztlich entfällt.“

    Bundesverband Geriatrie e.V.

    Vorstandsvorsitzender: Herr Dipl.-Kfm. Ansgar Veer

    Geschäftsführer: Dirk van den Heuvel

    Reinickendorfer Straße 61

    13347 Berlin

    Tel.: 030 / 339 88 76 – 10

    Fax: 030 / 339 88 76 – 20

    E-Mail: Geschaeftsstelle@bv-geriatrie.de

    http://www.bv-geriatrie.de

    Der Bundesverband Geriatrie ist ein Verband von Klinikträgern, die mehr als 280 geriatrische Kliniken bzw. Einrichtungen betreiben und über ca. 18.500 Betten/Rehaplätze verfügen. So sind unter anderem fast alle größeren Klinikverbünde und -konzerne mit ihren geriatrischen Einrichtungen Mitglieder des Bundesverbandes.

    Geriatrie, oder auch Altersmedizin, befasst sich mit den speziellen Erkrankungen oder Unfallfolgen älterer Menschen. Das Besondere an dieser Patientengruppe ist, dass ältere Menschen zumeist mehrfach krank (multimorbid) sind. Die geriatrischen Kliniken bieten, hierauf abgestimmt, multidimensionale geriatrische Therapien. Dabei wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der sich auf psychische, funktionelle, soziale und ökonomische Belange erstreckt. Ziel ist es, die Selbstständigkeit der älteren Menschen zu erhalten, bzw. soweit wie möglich wieder herzustellen.

    Neben der Interessenwahrnehmung als politischer Verband sieht der Bundesverband Geriatrie e.V. seine besondere Aufgabe in der Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität der Versorgung. Dazu wurde frühzeitig ein Daten- und Vergleichssystem mit Namen GEMIDAS aufgebaut und zu Gemidas Pro weiterentwickelt sowie die Erfahrungen für die Entwicklung eines eigenen Qualitätssiegels Geriatrie, welches von einer unabhängigen Zertifizierungsstelle vergeben wird, genutzt.

    Finanziell trägt sich der Verband über die Beiträge seiner Mitglieder. Der Bundesverband ist daher auch aus finanzieller Sicht eine unabhängige Organisation.

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