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    DGPPN: Geeignete Präventionskonzepte helfen Eltern und Kindern

    Hauptstadtsymposium: Psychisch kranke Eltern und ihre Kinder im Fokus der Diskussion

    Fragen nach der Elternschaft im Kontext einer adäquaten psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgung oder nach der Mutter-Kind-Interaktion, wobei auch die Perspektive der Kinder einbezogen wird, stehen im Mittelpunkt des 6. Hauptstadtsymposiums der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) zum Thema „Im Fokus: Psychisch kranke Eltern und ihre Kinder“. Die Veranstaltung findet am heutigen Mittwoch, den 30. September, in der Heinrich Böll Stiftung, Schumannstraße 8, in Berlin-Mitte statt.

    Für psychisch kranke Menschen kann die Elternschaft eine besondere Herausforderung darstellen. Neben den typischen physischen Stressoren wie einem Schlafdefizit und körperlicher Erschöpfung sind die Eltern nun für das Leben und Gedeihen ihres Kindes verantwortlich und müssen sich darüber hinaus mit den eigenen Erwartungen und Rollenbildern auseinandersetzen. Damit können Belastungen verbunden sein, die auch zu einer psychischen Dekompensation auf Seiten von Vater und Mutter führen können. Zudem sind die Kinder dieser Eltern spezifischen Belastungsfaktoren ausgesetzt. Bedingt durch genetische Risikofaktoren haben diese Kinder selbst ein erhöhtes psychiatrisches Erkrankungsrisiko. Darüber hinaus können auch Umweltfaktoren, wie das durch die elterliche Erkrankung beeinträchtigte Erziehungsverhalten, zu einem erhöhten Risiko für eine psychische Erkrankung von diesen Kindern beitragen. Eine Vielzahl weiterer psychosozialer Belastungsfaktoren kann ebenfalls einen Risikofaktor für Beeinträchtigungen der kindlichen Entwicklung darstellen.

    Neben einer fachspezifischen Behandlung der elterlichen Erkrankung können nach Auffassung der DGPPN geeignete Präventionskonzepte für Kinder psychisch kranker Eltern dazu beitragen, das kindliche Erkrankungsrisiko zu senken. So sollten in den psychiatrischen Krankenhäusern in Kooperation mit den Kliniken der Kinder- und Jugendpsychiatrie und in engem Kontakt mit der Jugendhilfe Sprechstunden für psychisch kranke Eltern eingerichtet werden. Darüber hinaus sind auch Sprechstunden für die Kinder psychisch kranker Eltern notwendig, da diese Kinder in der Regel in die Behandlung ihrer Eltern einbezogen und vom behandelnden Arzt über die Erkrankung ihrer Eltern informiert werden möchten. Diese Maßnahmen sollten durch aufsuchende Hilfsmaßnahmen, etwa durch Sozialpädagogen, die die Familien mit psychisch kranken Eltern zu Hause aufsuchen, ergänzt werden. Im Rahmen der regionalen Öffentlichkeitsarbeit sollten darüber hinaus, so die DGPPN, geeignete Beratungsangebote für Lehrer und Erzieher eingerichtet werden. Zudem fordert die Fachgesellschaft, dass die Kosten für die Mutter-Kind-Behandlungen, die derzeit schon in einigen psychiatrischen Kliniken durchgeführt werden, von den Kostenträgern übernommen werden.

    Für die DGPPN gilt es grundsätzlich festzuhalten: Psychisch kranke Eltern sind keine schlechteren Eltern als Eltern, die nicht an psychischen Erkrankungen leiden. Diese Eltern benötigen jedoch besondere Hilfen, um ihre Elternverantwortung wahrnehmen zu können. Neben einer adäquaten fachkompetenten Behandlung der Eltern können Präventionsansätze die psychosozialen Belastungen reduzieren. Diese Hilfen sollten so früh wie möglich einsetzen, um gegen Entwicklungsbeeinträchtigungen der Kinder wirksam werden zu können und den Kindern eine möglichst normale Entwicklung zu ermöglichen.

    Pressekontakt:

    Prof. Dr. med. Anette Kersting
    Leiterin des DGPPN-Fachreferats
    Frauen und geschlechtsspezifische Fragen in der Psychiatrie
    Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
    Universitätsklinikum Münster
    48129 Münster
    Tel. -49 251/ 8356677
    Fax -49 251/ 8356603
    Anette.Kersting@ukmuenster.de
    http://www.psychiatrie-unimuenster.de

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