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    Chemotherapie - Der Patient soll immer mitentscheiden können

    In einem Pilotprojekt unter Federführung der Uniklinik und des Nationalen Tumorzentrums in Heidelberg wird ein Modell entwickelt, dass dem Patienten verständlich aufbereitete Informationstafeln an die Hand gibt und so eine eigenständige Entscheidung über seine Krebstherapie ermöglicht.

    "In einem Aufklärungsgespräch wird ein Krebspatient mit Informationen über die Vor- und Nachteile der weiteren Therapieangebote oft derart überfordert, dass eine überlegte Entscheidung kaum zu erwarten ist", erklärt die Sprecherin des Berufsverbandes Niedergelassener Gastroenterologen, Prof. Dr. Birgit Kallinowski, die als Referenzonkologin in das Pilotprojekt involviert ist. "Es kommt deshalb darauf an, die relevanten Aspekte für oder gegen eine Therapieoption verständlich und nachvollziehbar über das Beratungsgespräch hinaus verfügbar zu machen, damit der Patient anschließend in Ruhe überlegen kann, was für ihn das Richtige ist."

    Das Krankheitsbild, das für die Studie ausgewählt wurde, ist Darmkrebs im Stadium II. Die Patienten befinden sich noch in einem Frühstadium der Tumorerkrankung, in dem eine Operation in vielen Fällen zu vollständiger Heilung führt. Durch eine anschließende Chemotherapie können die Heilungschancen weiter verbessert werden und die Patienten müssen entscheiden, ob sie diese Möglichkeit nutzen wollen oder nicht. Als Kriterium für den Behandlungserfolg dient die Rückfallrate innerhalb von fünf Jahren, die stark von der Aggressivität des Tumors und individuellen Risikofaktoren abhängt.

    Die größte Schwierigkeit besteht für die betroffenen Patienten darin, die statistischen Angaben über die Risikoverminderung durch eine Chemotherapie im Anschluss an die Operation richtig zu verstehen. Die Entscheidungstafeln stellen den Effekt der Chemotherapie für mehr oder weniger aggressive Tumoren mit und ohne zusätzliche Risikofaktoren (wie z.B. Tumoreinbruch in ein Blutgefäß, Entartungsgrad, Tumoreinriss, Operation unter Notfallbedingungen) in eindeutigen Bildern dar. Darüber hinaus werden der Ablauf der Chemotherapie, die möglichen Medikamente und deren Vor- und Nachteile erklärt.

    "Wenn der Patient selbst aktiv in die Therapieentscheidung einbezogen ist und nicht das Gefühl hat, dass über seinen Kopf hinweg entschieden wird", so Prof. Kallinowski, "steigt seine Bereitschaft, die Therapie auch unter Inkaufnahme von Nebenwirkungen bis zum Ende durchzuhalten. Damit verbessern sich seine Heilungschancen deutlich."

    Angebot an die Redaktionen: Wir bieten kompetente Gesprächspartner zu den Themen Darmkrebs, Hepatitis, Morbus Crohn und allen anderen Erkrankungen des Verdauungstraktes. Die Mitglieder des Berufsverbandes engagieren sich mit zahlreichen Projekten zur Versorgungsforschung für die Verbesserung der Behandlungsqualität der Patienten. Es gibt umfangreiche Datenerhebungen zu Darmkrebs, Hepatitis und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Gerne beantworten wir bei Bedarf Fragen für Ihre Berichterstattung. Regelmäßige Informationen finden Sie auch auf unserer Internet-Seite: www.gastromed-bng.de.

    Pressekontakt: Dr. Holger Böhm, Tel.: 0231/92527-905, bng@skriptstudio.de

    Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschland e.V.
    Holdergärten 13, 89081 Ulm, Telefon: 0700 26426426, Fax:0731 7054711
    eMail: info@gastromed-bng.de, Internet: www.gastromed-bng.de

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