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    Beteiligung am Bielefelder Modellprojekt „Familiale Pflege“ - Training für pflegende Angehörige

    Bad Driburg. In Deutschland wird die Begleitung und Versorgung von pflegebedürftigen Menschen nach Erkenntnissen der Universität Bielefeld zu ca. 75 % von Familienangehörigen übernommen. Einen Angehörigen zu pflegen stellt oft eine ungeahnte Herausforderung und Belastung zugleich dar. Überforderung und Unsicherheit sind die Folge.

    „Von einem auf den anderen Tag ist nach einem Akutereignis wie einem Herzinfarkt oder Schlaganfall für Betroffene und deren Angehörige alles ganz anders. Entscheidungen zur weiteren Versorgung nach dem Krankenhaus- bzw. Rehabilitationsaufenthalt müssen schnell getroffen werden. Besonders betroffen sind Angehörige von alten und mehrfacherkrankten Menschen.“ berichtet Annette Baacke aus ihrer täglichen Praxis als Pflegedienstleitung der kardiologischen Schwerpunktklinik.

    Beim Übergang von pflegebedürftigen Menschen in die häusliche Versorgung nehmen Kliniken eine Schlüsselstellung ein. Unterstützung bekommen sie durch das Bielefelder Modellprojektes „Familiale Pflege“ um Angehörige auf die Durchführung der Pflege vorzubereiten.

    „Das Modellprogramm wird von der Universität Bielefeld betreut und fördert die Bildung, Beratung und Unterstützung von pflegenden Angehörigen im Sinne des Sozialgesetzbuches bzw. der Pflegeversicherung in Form von Pflegetrainings am Krankenbett in der Klinik sowie aufsuchend in der Wohnung bis sechs Wochen nach dem Klinikaufenthalt, ferner Initialpflege sowie Gesprächskreise für pflegende Angehörige.“ informiert Dr. Heinrich Lienker von der projektbegleitenden Beratungsgesellschaft IN Consult.
    Im Rahmen des Modellprogramms wurden für die Umsetzung der Pflegeberatung zwei Beschäftigte aus dem Pflegedienst der Knappschafts-Klinik zu Pflegetrainern qualifiziert. Sie bieten den Angehörigen schon in der Klinik Pflegekurse, einzelfallbezogene Pflegetrainings und Beratungsgespräche zur Entwicklung eines Pflegenetzwerkes für die spätere häusliche Versorgung an.
    „Die Familiale Pflege ist ein unterstützendes, beratendes und kostenfreies Angebot im Rahmen des Überleitungs- und Entlassungsmanagement mit dem Ziel, pflegende Angehörige im Übergang vom Krankenhaus bzw. Rehabilitationsklinik in die familiale Versorgung zu beraten und zu unterstützen.“ berichtet Diplom-Pädagogin Irmi Heitfeld von der Universität Bielefeld und ergänzt, dass das Projekt durch die AOK gefördert wird, aber offen für Versicherte aller Krankenkassen und kostenfrei ist.

    Das Angebot der Knappschafts-Klinik in Zusammenarbeit mit der AOK und der Universität Bielefeld richtet sich mit Pflegekursen auch an die Bürger der Region. Die Pflegekurse vermitteln grundlegendes Pflegewissen zu den täglichen Anforderungen an die Pflegenden wie Lagerung und Mobilisation, Umgang mit und Beschaffung von Hilfsmitteln, vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung von Druckgeschwüren (Wundliegen), Thrombosen und individuelle Besonderheiten. Die Inhalte der Kurse werden an die Bedürfnisse der Pflegenden und ihrer Angehörigen angepasst.

    Ansprechpartner in der Knappschafts-Klinik:
    Georg Köster-Hanke, Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegetrainer/Pflegeberater
    (Kontakt: Georg.Koester-Hanke@kbs.de bzw. Sekretariat: 05253/83-447)

    Weitere Informationen im Internet:
    www.uni-bielefeld.de/erziehungswissenschaft/ag7/familiale_pflege/

    Foto (von links):
    „Arbeiten wie die Profis“ – Start eines Modellprojektes für die häusliche Pflege

    Annette Baacke (Pflegedienstleitung, Knappschafts-Klinik Bad Driburg)
    Georg Köster (Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegetrainer/Pflegeberater, Knappschafts-Klinik Bad Driburg)
    Irmi Heitfeld (Diplom-Pädagogin, Universität Bielefeld)
    Dr. Heinrich Lienker (Geschäftsführer, IN Consult Bochum)

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