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    Beruhigungsmittel für Demenzkranke oftmals überflüssig

    Neues Bewegungsbett lässt Demenzkranke besser schlafen.
    Auf gefährliche Medikamente kann oft verzichtet werden

    Ca. 70% der Demenzkranken in Deutschland leiden unter massiven Schlafstörungen. Unruhige und schlaflose Nächte mit einem sehr hohem Pflege- und Betreuungsaufwand sind die problematische Folge. Der aktuelle Arzneimittel Report der Gemünder Ersatzkasse (GEK) zeigt dabei ein schwerwiegendes Problem auf: „Trotz riskanter Nebenwirkungen bekommen viele Demenzkranke in Deutschland statt einer guten Pflege starke Beruhigungsmittel. Pflege werde so ersetzt“ so der Bremer Gesundheitsforscher Gerd Glaeske bei der
    Vorstellung des Reports.

    Die Einzelanalysen des Reports, die sich schwerpunktmäßig der Verordnung von Psychopharmaka bei älteren Menschen und Kindern widmen, zeigen hervorstechende Ergebnisse: Beinahe jeder dritte Versicherte mit einer Demenzdiagnose bekam 2008 ein Beruhigungsmittel verordnet, obwohl eine erhöhte Sterblichkeitsrate die Folge ist. Britische Wissenschaftler des Londoners King’s College haben in einer weiteren Studie nachgewiesen, dass die langfristige Einnahme von Beruhigungsmitteln das Risiko eines frühen
    Todes verdoppelt.

    Die Ursache ist eine unzureichende Wahrnehmung
    Schlafstörungen von Demenzkranken führen in der häuslichen Pflege sowie in der stationären Pflege trotz der Verabreichung von Medikamenten zu einer enormen Belastung für die Pflegenden. Der Betreuungsaufwand steigt, da die Betroffenen nur noch unregelmäßig Schlafen und die Pflegenden damit Tag und Nacht in Bereitschaft stehen müssen. Befragungen zeigen, dass dies ein häufiger Beweggrund für Angehörige ist, demenzkranke Familienmitglieder aus der häuslichen Versorgung in eine Pflegeeinrichtung zu verlegen.

    Dabei ist die Ursache hierfür bereits länger bekannt: Bereits nach ca.10 Minuten ruhigem Liegen geht das Gefühl für den eigenen Körper verloren. Der Demenzkranke verliert die Orientierung, wird unruhig und versucht das Gefühl für seinen eigenen Körper wiederzufinden. Das Gelingt oft nicht. Unruhe, Angstzustände und Schlaflosigkeit sind die fatale Folge.

    Bewegungsbett als Lösungsweg
    Auf der diesjährigen Pflege & Reha 2010 in Stuttgart wird das neue Bewegungsbett ThevoVital vorgestellt: Es lässt an Demenz erkrankte Menschen besser schlafen, auf Schlaf- und Beruhigungsmittel kann häufig verzichtet werden. Das Bewegungsbett sorgt für eine sanfte

    Bewegung, die die Wahrnehmung des Demenzkranken stimuliert, Ängste abbaut und damit einen erholsamen Schlaf fördert. Es sorgt dafür, dass die Patienten auch während der Einschlafphase ihren Körper wahrnehmen und ihre Orientierung behalten –Voraussetzung dafür, dass Angstzustände vor dem Einschlafen auch ohne Medikamente abgebaut werden können. Sogar kleinste Atembewegungen werden durch diese neue Entwicklung in mikrofeine Gegenbewegungen verwandelt. Durch diese feinsten Bewegungen gewinnt der Patient an Orientierung, er fühlt sich geborgen und kann sich erholen. Neben der Entlastung von Angehörigen und Pflegepersonal in der Nacht steigt die Bereitschaft der Demenzkranken
    zu mehr Tagesaktivität.

    Aktueller Erfahrungsbericht vom Institut IGAP:
    Herr M. litt an einem alkoholtoxisch bedingten Korsakoff-Syndrom. Neben der gestörten Gedächtnisleistung zeigt sich bei dem Bewohner eine ausgeprägte motorische Unruhe. Zudem war er ungnädig und laut. Er weigerte sich allabendlich in sein Bett zu gehen, obwohl man ihm die Müdigkeit deutlich ansehen konnte. Über einen längeren Zeitraum wäre dieses wohl nicht mehr tragbar gewesen. Bereits nach den ersten Nächten mit dem Bewegungsbett konnte man die ersten Erfolge verzeichnen, er schlief länger als in den vorherigen Nächten. Nach 14 Tagen weigerte sich der Bewohner nicht mehr ins Bett zu gehen, sondern suchte aus eigenem Antrieb sein Bett auf. Es konnte deutlich die Schlafqualität verbessert werden, jetzt ist er viel
    ruhiger und ausgeglichener. Dieses ist ein großer Erfolg für alle Beteiligten.

    Quellen:
    www.thevo-division.de
    www.gek.de
    www.kcl.ac.uk/news/news_details.php?news_id=981&year=2009
    www.IGAP.de

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