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    Aus unseren Fehlern müssen wir lernen

    Nur in den seltensten Fällen ist das Versagen einer einzigen Person oder des Kinder- und Jugendamtes Ursache von Kindesmisshandlungen. Meist greift eine Kette von Fehlern ineinander. Eine Untersuchung zeigt nun die häufigsten Schwachstellen der Kinderschutz-Systeme auf.
    Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, stellte die Ergebnisse in Berlin vor. Auch berichtete sie über erste Erfahrungen mit dem Aktionsprogramms "Frühe Hilfen".

    "Es ist wichtig, dass wir die typischen Fehler herausfiltern, die landauf landab immer wieder passieren. Nur so können wir generell den Schutz von Kindern verbessern", sagte von der Leyen.

    Die Ministerin lobte beispielsweise die verbindlichen Einladungen zu Früherkennungsuntersuchungen, die mittlerweile in fast allen Bundesländern Standard sind: ein Ergebnis des so genannten Kinderschutzgipfels von 2006, den Bundeskanzlerin Angela Merkel seinerzeit einberufen hatte.

    Zudem hob die Ministerin positiv hervor, dass sich die Haltung zum Thema Kinderschutz in unserer Gesellschaft verändert habe. Die Menschen seien aufmerksamer geworden. Das drücke sich nicht zuletzt darin aus, dass sich die Zahl der gemeldeten Fälle in den vergangenen beiden Jahren verdoppelt hat.

    Die Zahlen sind erschreckend: 80 bis 120 Kinder sterben jedes Jahr durch die Hand ihrer Eltern, noch bevor sie in die Schule kommen. Etwa fünf bis zehn Prozent aller Kinder bis sechs Jahre werden vernachlässigt. Und ungefähr zehn Prozent aller Eltern wenden auch heute noch körperliche Strafen wie Schläge oder Ohrfeigen an.

    Pragmatische Hilfe für Kommunen

    Um die Kette von Fehlern beim Kinderschutz zu erkennen, betreut der Bund in 50 Kommunen Modellprojekte. Als ein Zwischenergebnis hat sich bereits gezeigt, dass Kontakte zwischen den Verantwortlichen des Gesundheitswesens zu hochgefährdeten Familien Schlimmes verhindern können.

    Leitidee ist eine enge Vernetzung der zwar vorhandenen, aber oft getrennt voneinander arbeitenden Systeme: Gesundheitswesen, Kinder- und Jungendhilfe, Schwangerschaftsberatung, Frauenhäuser, Polizei sowie auch der Arbeitsvermittlung. Der Bund stellt im Rahmen des Aktionsprogramms "Frühe Hilfen" 11 Millionen Euro für die Jahre 2009 und 2010 zur Verfügung.

    Das Bundesfamilienministerium will Kommunen auch darin unterstützen, ihre Strukturen zum Kinderschutz mittels wissenschaftlicher Expertise zu prüfen und zu verbessern. Dazu hat das "Nationale Zentrum Frühe Hilfen" eine Ausschreibung gestartet, auf die sich Fachinstitute noch bis zum 1. Dezember bewerben können. Sie sollen ab Frühjahr 2009 Städte und Landkreise vor Ort vertraulich bei der Analyse ihrer Strukturen unterstützen.

    Das Aktionsprogramm "Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme" richtet sich an Familien mit Kindern von etwa drei Jahren, deren Lebenssituation schwer belastet ist. Das 2007 neu eingerichtete "Nationale Zentrum Frühe Hilfen" bündelt die Erfahrungen und Ergebnisse der Modellprojekte in den Ländern.

    Pressekontakt

    Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
    Dorotheenstraße 84
    10117 Berlin
    Telefon: 030 18 272-0
    Fax: 030 18 272-2555

    www.bundesregierung.de

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