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Akuter Brustschmerz: Harmlos oder gefährlich? Kardiologen des Klinikums Frankfurt Höchst raten zu schneller Abklärung
Frankfurt a.M. Schmerzen im Brustbereich, auch Thoraxschmerz genannt, können ein Hinweis auf einen Herzinfarkt sein, müssen es aber nicht. Zahlreiche andere Erkrankungen, z. B. des Magens, der Speiseröhre oder der Lunge können ähnliche Beschwerden hervorrufen. Da ein Herzinfarkt aber das Herzmuskelgewebe innerhalb kürzester Zeit irreparabel schädigen kann, ist es wichtig, die Ursachen der Brustschmerzen unverzüglich zu erkennen und ohne Umwege zu behandeln.
„Da die Beschwerden von jedem Patienten unterschiedlich empfunden werden, häufig vom Patienten auch gar nicht als ‚Schmerz’ bezeichnet werden, hat es der Arzt nicht immer leicht, aus der Beschreibung des Patienten die korrekte Diagnose zu stellen“, so Prof. Dr. med. Semi Sen, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 1 Kardiologie am Klinikum Frankfurt Höchst. Die Beschwerden können sich durch ein dumpfes, beklemmendes Engegefühl im Brustkorb äußern und in Arme (meist in den linken Arm), Schulterblätter, Hals, Kiefer oder Oberbauch ausstrahlen. Manchmal tritt nur Luftnot auf, besonders bei Frauen.
„Wenn Intensität, Dauer oder die Häufigkeit der Schmerzanfälle zunimmt, dann ist schnelle Abklärung beim Kardiologen oder in einer Klinik notwendig, um einen Herzinfarkt zu verhindern“, unterstreicht Prof. Sen. Besondere Eile sei geboten, wenn der Brustschmerz bei minimaler Belastung oder in Ruhe auftritt. Hier seit der Rettungswagen 112 oder die örtliche Notrufnummer anzurufen. Eine EMNID-Studie der Deutschen Herzstiftung aus dem Jahr 2003 zeigt, dass 93 Prozent der Patienten wissen, dass ein Herzinfarkt tödlich sein kann. Trotzdem warten die Patienten im Durchschnitt drei Stunden nach Beginn infarktverdächtiger Beschwerden. Etwa 60 Prozent aller Notfalleinweisungen betreffen unklare Thoraxschmerzen.
Damit Herzpatienten im Notfall ohne Umwege gezielt durch Spezialisten versorgt werden können, hatte das Klinikum Frankfurt Höchst im Jahr 2007 eine spezielle Einheit direkt in der Zentralen Notaufnahme eingerichtet: die Brustschmerz-Einheit (Chest Pain Unit, kurz: CPU). Als eine von bisher nur 20 Einrichtungen dieser Art in Deutschland wurde sie im Jahr 2009 durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK) zertifiziert. Patienten mit unklarem Brustschmerz oder Verdacht auf Herzinfarkt werden mit dem Notarztwagen sofort in die Brust-Schmerz-Abteilung gebracht. Dort wird geklärt, ob es sich um einen Risiko-Patienten handelt. Für die Diagnostik steht moderne technische Ausstattung zur Verfügung. Dazu gehören Herz-Echo, EKG, die Überwachung der Sauerstoffsättigung, der Pulsfrequenz und des Blutdrucks sowie der Atemfunktion. Die EKG-Aufzeichnungen der Patienten werden zentral von Kardiologen beurteilt. Patienten mit einem geringen Risiko für einen Herzinfarkt oder andere schwerwiegende Komplikationen werden auf die Normalstation verlegt oder nach Hause entlassen. Falls nötig können Patienten bis zu zwölf Stunden auf den Überwachungsplätzen beobachtet werden. Patienten mit Herzinfarkt werden sofort in die nächsthöhere Überwachungsstufe verlegt. Für Herzkatheteruntersuchungen und -eingriffe (Ballondilatation, Stentimplantation u. a.) steht ein hochmodernes, 2010 komplett neu ausgestattetes Herzkatheterlabor zur Verfügung. „Diese sogenannte Zwei-Ebenen-Anlage gewährleistet im Vergleich zu den anderenorts meist üblichen Ein-Ebenen-Anlagen, dass Herzkatheteruntersuchungen und besonders Eingriffe wie Ballondilatationen und Stentimplantationen mit wesentlich geringeren Kontrastmittelmengen sowie zügiger und sicherer durchgeführt werden können“, erklärt Dr. med. Christoph Kadel, leitender Oberarzt der Klinik für Innere Medizin 1 Kardiologie am Klinikum Frankfurt Höchst. “Im Hinblick auf den Komfort und die Sicherheit der uns anvertrauten Patienten führen wir Herzkatheteruntersuchungen bevorzugt über einen Zugang vom Handgelenk durch anstelle eines Zugangs über die Leiste. In diesem Fall kann der Patient bereits unmittelbar nach dem Eingriff wieder aufstehen, und Blutungskomplikationen sind weitestgehend ausgeschlossen.“
Für die Behandlung des akuten Herzinfarkts steht rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr ein erfahrenes Team von Spezialisten in Bereitschaft. Patienten mit einem Herzinfarkt werden bereits vom Notarzt über eine eigens dafür eingerichtete Telefonverbindung angemeldet und direkt ins Herzkatheterlabor gebracht. Dort kann bereits wenige Minuten nach dem Eintreffen des Patienten die verschlossene Arterie am Herzen wiedereröffnet, das verstopfende Blutgerinnsel abgesaugt und die meist zugrunde liegende Einengung mit einem Stent beseitigt werden. Damit kann häufig verhindert werden, dass der Infarkt zu einem bleibenden Schaden am Herzen führt. Ein zweites, speziell ausgestattetes Herzkatheterlabor erlaubt die Untersuchung und Behandlung von Herzrhythmusstörungen unter Verwendung modernster computergestützter dreidimensionaler Rekonstruktions- und Navigationsverfahren.
In der Chest Pain Unit der Klinikum Frankfurt Höchst GmbH werden pro Jahr ca. 1.800 Patientinnen und Patienten mit akutem Brustschmerz betreut, in 400 Fällen wurde die Diagnose Herzinfarkt bestätigt. In 300 dieser Fälle erfolgte eine Akutintervention mit PTCA/Stent, u.a. kombiniert mit einer Thrombektomie, einer Blutgerinnselentfernung mit Hilfe eines Spezialkatheters. Die überwiegende Zahl der übrigen Patienten werden in Abhängigkeit weiterer Umstände wie etwa schwere Begleiterkrankungen, Alter oder der erhobene Befund erfordert noch keine Intervention, einer konservativen Therapie zugeführt. Bei einem kleinen Anteil wird auch eine Bypass-OP-Indikation gestellt. Durch die Klinik für Innere Medizin 1 Kardiologie, zu der die Brustschmerz-Einheit gehört, erfolgen pro Jahr 1.500 Koronarangiographien sowie 450 Interventionen an den Herzkranzgefäßen. Der Brustschmerz-Einheit angeschlossen ist ein Kardiologisches Studienzentrum unter Leitung von OA Dr. med. Christoph Kadel für Studien mit neuen und innovativen Medikamenten, insbesondere im Rahmen akuter Herzinfarkte.
Patienten-Forum „Medizin höchst aktuell“ am 31.08.2010 zum Thema Brustschmerz
Um mögliche Fragen rund um das Thema Brustschmerz geht es beim nächsten Patienten-Forum im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Medizin höchst aktuell“, das am Dienstag, 31. August 2010, ab 19 Uhr im Klinikum Frankfurt Höchst (Gemeinschaftsraum) stattfindet. Als Experten stehen Prof. Dr. med. Semi Sen, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 1, sowie Dr. med. Christoph Kadel, leitender Oberarzt, den Besuchern des Forums Rede und Antwort.
Das Aufgabenspektrum der Klinik für Innere Medizin 1 umfasst die Diagnostik und Therapie von Krankheiten des Herzens und der Gefäße. Die Klinik bietet das gesamte Spektrum moderner Untersuchungsverfahren und Behandlungsmethoden für Herz- und Gefäßerkrankungen an. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Behandlung von Patienten mit akuten Herzschmerzen. Hierfür ist rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr ein Team erfahrener Spezialisten in Bereitschaft, welches diese Patienten sofort in unserer zertifizierten Brustschmerz-Einheit und bei Bedarf im Herzkatheterlabor versorgt. Einen weiteren Schwerpunkt bildet dabei die Abklärung und Behandlung von Herzrhythmusstörungen aller Art unter Verwendung spezieller Kathetertechniken (elektrophysiologische Untersuchung, Ablationsbehandlung).
Das Klinikum Frankfurt Höchst ist eine Einrichtung der höchsten Versorgungsstufe und Akademisches Lehrkrankenhaus der Johann Wolfgang Goethe Universität mit 17 Kliniken (986 Betten vollstationär, 44 tagesklinische Plätze), drei Zentralinstituten, dem Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ), dem MVZ sowie Krankenpflegeschulen und Schulen für nichtärztliche medizinische Fachberufe. 2.200 Beschäftigte versorgen jährlich 33.500 stationäre und 70.000 ambulante Patienten aus einem weiten Einzugsgebiet. Als gemeinnützige Gesellschaft des privaten Rechts (GmbH) befindet sich das Klinikum in vollständiger kommunaler Trägerschaft. Ein Ersatzneubau wird bis 2015 errichtet. Mehr Infos unter www.KlinikumFrankfurt.de.
Ansprechpartnerin für die Presse:
Petra Fleischer
Klinikum Frankfurt Höchst GmbH
Unternehmenskommunikation/Sprecherin
Tel. 069/3106-3818
E-Mail: petra.fleischer@KlinikumFrankfurt.de
www.KlinikumFrankfurt.de



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