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    ABDA verbrennt weiter Geld: Apotheker über Hausbau-Pläne verärgert

    Herxheim, im Juni 2015 - Es reicht. Gerade erst wurden die
    Beitragserhöhungen der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände
    (ABDA) bekannt, schon kommt der nächste Schlag für Apotheker: 35
    Millionen will die ABDA für den geplanten Neubau eines Bürogebäudes am
    Berliner Hauptbahnhof investieren. Experten rechnen schon jetzt eher mit
    über 40 Millionen. Das entspricht mehr als das Doppelte des
    ABDA-Jahreshaushalts. „Bezahlen werden es wir - die ApothekerInnen“,
    kritisiert Dr. med. Helma Gröschel, Vorsitzende der „Freien Apothekerschaft“.

    „Unser Geld wird rausgeschmissen. Für nix. Das ist eine reine
    Außendarstellung. Die ABDA präsentiert sich als wäre immens viel Geld
    vorhanden. Das ist es aber nicht“, moniert Gröschel. Gerade erst wurde
    eine erneute Beitragserhöhung bekannt. „Hier wird unser Geld einfach so
    verbrannt. Gut vertreten fühlen wir uns schon lange nicht mehr.“ Maß
    halten kennt die ABDA nicht. Schöner, höher, größer, weiter - nach
    diesem Motto verprasst sie Gelder der Mitglieder, die eigentlich dafür
    gedacht sein sollten, die Interessen der Apotheken in der Politik und
    gegenüber Politikern zu vertreten und für die Umsetzung von Änderungen
    zu kämpfen. „Was ergibt das für ein Bild, wenn man bei Politikern mehr
    Honorar einfordert und gleichzeitig das Geld so rausschmeißt?“ fragt
    sich die Vorsitzende.

    Da es wohl noch keine Baugenehmigung gibt, ist noch unklar, wie lange
    die ABDA zur Zwischenmiete an die Ecke Friedrichsstraße/Unter den Linden
    ziehen wird. Das Mendelssohn-Palais muss in den kommenden Monaten
    verlassen werden, da andernfalls Investitionen in den Brandschutz nötig
    wären. „Hat jemand einmal ausgerechnet, wie teuer diese kämen? Mit
    Sicherheit günstiger als ein Umzug für zwei Jahre und ein Neubau“, so
    Gröschel. Selbst wenn ein Neubau angedacht wird, muss es nicht mitten im
    Regierungsviertel sein, etwas abseits würde deutlich Kosten sparen. 35
    Millionen sind zudem nur eine erste Schätzung. Geht man wie üblich von
    einer Planungsreserve von 20 Prozent aus, sind es schon über 40 Millionen.

    „Die ABDA-Spitze hat die Realität aus den Augen verloren“, ist Gröschel
    erbost. Es reiche schon, dass viel Geld für sinn- und inhaltslose
    Werbung und einen personalen „Wasserkopf“ verschwendet und viel zu wenig
    - auch politisch - getan werde, um die Situation der Apotheker zu
    verbessern. Dieser geplante Millionenbau geht zu weit. Das kreidet die
    „Freie Apothekerschaft“ an und wird es weiterhin publik machen. Immer
    mehr Apotheker schließen sich der Vereinigung an, die das ebenfalls
    nicht länger hinnehmen wollen.

    In der „Freien Apothekerschaft“, gegründet 2010, haben sich
    Apothekerinnen und Apotheker zusammengeschlossen, um die Interessen des
    Berufsstandes zu vertreten und ihre Situation, politisch wie
    wirtschaftlich, zu verbessern.

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