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    5. Europäischer Depressionstag am 18. Oktober - 13 Länder sind dabei

    5. Europäischer Depressionstag – 13 Länder machen mit
    Erkrankung nur zu 50 Prozent erkannt und nur zu zehn Prozent ausreichend behandelt

    Berlin/Hannover, 16. Oktober 2008 – Die Erkrankung Depression wird heute lediglich zu 50 Prozent bei Betroffenen als Krankheit erkannt und nur zu zehn Prozent ausreichend behandelt. Es gibt in Deutschland rund vier Millionen Menschen, die von einer Depression betroffen sind, weitere zehn Millionen werden bis zum 65. Lebensjahr eine Depression erlitten haben. Dass viele Fälle nicht behandelt werden, liegt häufig am fehlenden Wissen über die mögliche Wirksamkeit, Nebenwirkungen und über Kombinationsmöglichkeiten etablierter Therapien. Ebenso auch an der großen Scheu bei Betroffenen und Angehörigen, eine derartige Erkrankung zu offenbaren. Um die Erkrankung besser zu erkennen, eine gezielte Versorgung der Betroffenen zu gewährleisten und adäquate Therapien häufiger zu nutzen, ist mehr Aufklärung über die Erkrankung und die gleichzeitige Enttabuisierung notwendig. Genau das sind die Ziele des 5. Europäischen Depressionstages (European Depression Day, EDD). Er findet als Initiative der European Depression Association (EDA) in diesem Jahr am 18. Oktober statt. Inzwischen sind 13 Europäische Länder beteiligt. Mit Hilfe dieses Tages soll die Öffentlichkeit (Betroffene, Angehörige und professionell in diesem Bereich Tätige) auf dieses Thema aufmerksam gemacht und über die neuesten Entwicklungen in diesem Bereich informiert werden. Weitere Informationen auch unter www.depressionday.com

    In diesem Jahr steht die Wirkungsweise antidepressiver Therapien im Fokus des Europäischen Depressionstages, da die Bedeutung der Antidepressiva in der Behandlung affektiver Erkrankungen zum Teil widersprüchlich erscheint. Einerseits gibt es die Vorstellung, mit einer antidepressiven Pharmakotherapie die Depression regelrecht auflösen zu können - andererseits ist deutlich, dass Menschen mit einem schweren persönlichem Schicksal durch antidepressive Therapie allein nicht geholfen werden kann.

    Gerade der Vergangenheitsaspekt des Menschen ist ein zentrales Thema der Depressionsbehandlung, und eine wirksame Therapie von Depressionen ist nur unter Einbezug der die Vergangenheit bewältigenden Therapieformen mit Focus auf die Zukunft möglich. Leicht und mittelschwer depressiv Erkrankte reagieren häufig nicht wesentlich erfolgreicher auf eine medikamentöse antidepressive Therapie als auf Placebo (Scheinmedikament), wohingegen bei schweren Depressionen die gestörten neurobiologischen Mechanismen der Affektsteuerung und somit eine wirksame Psychopharmakotherapie im Vordergrund stehen.

    Ansprechpartner:
    Prof. Dr. Detlef E. Dietrich
    Repräsentant der European Depression Association in Deutschland (EDA)
    Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie
    Medizinische Hochschule Hannover
    30623 Hannover
    Carl-Neuberg-Str. 1
    30625 Hannover
    Tel.: 0511 - 532 6749
    Tel.: 0511 - 532 6559
    dietrich.detlef@mh-hannover.de

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