medcom24 - Das Presseportal für Medizin & Gesundheit im Internet.

Deutschlands Datenbank für Presseinformationen aus dem Gesundheitswesen.

Benutzeranmeldung

Bleiben Sie mit - medcom24 - immer auf dem Laufenden!

Kooperationen / Partner

RSS - Newsfeed

Inhalt abgleichen

Feed anzeigen und abonnierenSitemap anzeigen

    Presseportal Kostenlos Online PR RSS News Public Relations Veröffentlichen Web 2.0 Gesundheit Journalisten Presse Redaktionen Healthcare Medizin Pressemeldungen PKs Kommunikation Pressekonferenzen Termine Kostenfrei PI Presseinformationen Werbung Öffentlichkeitsarbeit Pressemitteilungen VAs Marketing PR-Agenturen Veranstaltungen


      Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband


      Geprüft auf Sicherheit durch:
      Web-Browser optimiert.

    16. Frankfurter Psychiatrie-Symposium am 21. November 2009/ Geschlechtsspezifische Störungen und Therapieansätze in Psychiatrie

    16. Frankfurter Psychiatrie-Symposium am 21. November 2009/ Geschlechtsspezifische Störungen und Therapieansätze in Psychiatrie und Psychotherapie

    Frankfurt a.M.-Höchst. Das 16. Frankfurter Psychiatrie-Symposium findet am Samstag, 21. November 2009, von 9 Uhr bis 17.30 Uhr, in der Deutschen Nationalbibliothek, Adickesallee 1, 60322 Frankfurt am Main, statt. Das Symposium richtet sich an Psychologen, Pflegekräfte, Sozialarbeiter, Ärzte, Physiotherapeuten sowie Kunst- und Ergothera-peuten. Im Mittelpunkt des Symposiums stehen in diesem Jahr geschlechtsspezifische Störungen und Therapieansätze in Psychiatrie und Psychotherapie. Am Vormittag werden in mehreren 30minütigen Referaten die Sicht der Geschlechtssensibilität und am Nachmittag die Perinatal-störungen dargestellt. Neben Vorträgen von namhaften Referenten aus dem Frankfurter Raum sowie aus Bonn, Düsseldorf und Basel wird es zwei Workshops mit unterschiedlichen Schwerpunkten geben, um den Teilnehmern eine besondere Praxisnähe anbieten zu können. Erwartet werden rund 300 Teilnehmer aus den gesamten psychiatrisch-psychotherapeutischen Berufsgruppen. Eine Anmeldung zum Psychiatrie-Symposium sowie zu den Workshops ist schriftlich an das Sekretariat der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie-Psychosomatik der Städtischen Kliniken Frankfurt am Main-Höchst, Gotenstraße 6-8, 65929 Frankfurt a.M., zu richten. Die Teilnahme ist für Interessierte jedoch auch ohne vorherige Anmeldung möglich.

    PD Dr. med. Michael Grube, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Städtischen Kliniken gehört mit zu den Veranstaltern und informierte im Vorfeld über einige Inhalte des diesjährigen Symposiums.

    Das Psychiatrie-Symposium findet bereits zum 16. Mal in Frankfurt am Main statt. Eine lange Tradition …

    PD Dr. med. Michael Grube: „Wunsch war die Kombination unterschiedlicher Perspektiven in der Psychiatrie. Deshalb auch das Symbol mit den zwei Kreisen, die eine Schnittmenge bilden und durch den eisernen Steg verbunden werden. Die Kreise symbolisieren biologische Therapieverfahren und psychotherapeutische Ansätze miteinander. Ziel ist ein bedürfnisgerechter, maßgeschneiderter psychotherapeutischer Zugang. Veranstaltet werden die Symposien von den an der psychiatrischen Pflichtversorgung teilnehmenden Kliniken in Frankfurt am Main.“

    Gab es einen Trend bei den Themen?

    „Die Themenschwerpunkte sind sehr unterschiedlich und umfassen die komplette Bandbreite des Fachgebietes sowie aktuelle Themen. 2008 standen beispielsweise forensisch-pflegerische Aspekte der Psychiatrie und Psychotherapie im Mittelpunkt.“

    2009 stehen geschlechtsspezifische Störungen und Therapieansätze in Psychiatrie und Psychotherapie im Blickpunkt. Sind psychische Störungen wirklich geschlechtsabhängig?

    “Es gibt in der Praxis einige gut belegte Beispiele die verdeutlichen, dass psychische Störungen durchaus geschlechtsspezifisch sind. Essstörungen, wie Anorexia nervosa oder Bulimia nervosa, sind vor allem vom weiblichen Geschlecht dominiert. Bei Männern hingegen sind tätlich-aggressive Verhaltensweisen häufiger. Bei der Schizophrenie, einer psychischen Störung des Denkens bzw. der Wahrnehmung, sind die Erkrankungsgipfel unterschiedlich ausgeprägt. Dies zeigt sich darin, dass Männer einen früheren Erkrankungsgipfel haben als Frauen. Um die Patientinnen und Patienten zu erreichen, sind daher geschlechtsspezifische Therapieansätze von entscheidender Bedeutung. Sexueller Missbrauch in der Kindheit tritt vornehmlich beim weiblichen Geschlecht auf. Gruppentherapien sind hier zu 95 Prozent mit Frauen besetzt. Für verhaltensauffällige Männer bieten wir Gruppenprojekte bei aggressionsgehemmten Patienten oder Männern mit einer verstärkten aggressiven Problematik an.“

    Sind Kinder und Jugendliche von geschlechtsspezifischen Störungen genauso betroffen wie Erwachsene? Gibt es Unterschiede?

    “Ja, es gibt Unterschiede. In der Kinder- und Jugendpsychiatrie sind die geschlechtsspezifischen Ausprägungen größer als beim Erwachsenen. Anorexie und Bulimie treten bei Mädchen sehr häufig auf. Eine andere Störung, eine Variante des Autismus, betrifft männliche Jugendliche häufiger als weibliche.

    In der Gerontopsychiatrie sind ebenfalls geschlechtsspezifische Unterschiede vorhanden. So können psychisch kranke Männer häufiger nach Hause entlassen und von ihren Ehefrauen weiter betreut werden, während betroffene Frauen häufiger in institutionalisierte Wohnformen integriert werden müssen, da ihre Ehemänner aufgrund der geringeren Lebenserwartung nicht selten schon verstorben sind.“

    Auf dem Veranstaltungsprogramm findet sich u.a. ein Vortrag zu „Realer Inzest“. Was ist das?

    “Realer Inzest ist die schwerwiegendste Form von sexuellem Missbrauch innerhalb der Familie. Die Vorgänge sind real und belegbar. Beispielsweise wenn ein Vater sein Kind sexuell missbraucht und die Ehefrau zwar davon weiß, aber nichts sagt, um ihre Ehe zu retten. Momentan haben wir in unserer Klinik einige betroffene Patientinnen, aber auch einen männlichen Patienten, die so etwas schon erlebt haben.“

    Zudem gibt es zahlreiche Referate zu psychischen Störungen in der Schwangerschaft, die von einfachen Veränderungswünschen, über Drogenmissbrauch bis hin zur Tötung des eigenen Kindes reichen. Ist das ein Gesellschaftsproblem?

    “Nein, ich würde dies nicht als Gesellschaftsproblem bezeichnen. Zusammenhänge von psychischen Störungen in der Schwangerschaft, im Wochenbett oder beim Stillen wurden bereits in der griechischen Medizin, im Corpus Hippocraticum zwischen dem fünften und zweiten Jahrhundert vor Christus, beschrieben. Die Umstände des Mutterwerdens und die damit verbundene Veränderung der weiblichen Rolle können Auslöser für psychische Störungen sein, nicht aber primär die Gesellschaft.“

    Welche Rolle spielt die videogestützte Diagnostik und Therapie bei Mutter-Kind-Behandlungen?

    “In der peripartalen Behandlung spielt die Videodiagnostik eine große Rolle. Mit ihr können Bindungsstörungen beim Kind oder den Eltern erfasst werden und mittels Videofeedback der Bearbeitung zugänglich gemacht werden. Anhand dieser Analysen können im Folgenden die therapeutischen Aktivitäten des Teams, bestehend aus Pflegekräften, Physioterapeuten, Psychologen, Sozialarbeitern, Ärzten sowie Kunst- und Ergotherapeuten, ausgerichtet werden.“

    Wohin werden sich die geschlechtsspezifischen Störungen Ihrer Meinung nach hinentwickeln?

    “Schwierig zu sagen. Wichtig ist in jedem Fall, eine Differenzierung vorzunehmen, da Frauen nicht gleich Männer sind. Beide Geschlechter haben ihre biologischen und psychischen Besonderheiten, was auf diagnostischer und therapeutischer Ebene zu Interaktionen führt und eine Modifikation der Behandlung erforderlich macht. Ein genau ausdifferenziertes Therapieangebot ist notwendig um den Erfolg der Therapie zu sichern.“

    Der Gender-Begriff tauchte Mitte der 50er Jahre zum ersten Mal auf. Was versteht man genau unter diesem Begriff und was meint Gendermainstreaming?

    “Das Geschlecht ist biologisch, durch die Chromosomensätze, determiniert. Dies bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ein als Mann geborener Mensch auch die typischen männlichen Verhaltensweisen, wie zum Beispiel Dominanz oder Aggressivität, ausprägen muss. Der Gender-Begriff bezieht sich auf die, vom biologischen Geschlecht sprachlich zu differenzierende, Geschlechterrolle.

    Es gibt Mischformen, die biologisch eindeutig männlich sind, aber eine feminine Genderorientierung aufweisen und umgekehrt. Das biologische Geschlecht ist daher nicht mit der Geschlechtsrolle gleichzusetzen, da es nicht alle Verhaltensweisen determiniert. Früher dachte man nur die Erziehung und nicht das biologische Geschlecht würde eine Rolle spielen. Ich denke, beides hat einen Einfluss und wird durch Umwelteinflüsse modifiziert.

    Gendermainstreaming bezieht sich auf die Gleichstellung der Geschlechter. So sollten Positionen in Unternehmen nicht geschlechtsabhängig vergeben werden. Frauen in Männerberufen – und umgekehrt – sind längst keine Seltenheit mehr. Das Geschlecht sollte die Berufschancen eines Menschen also nicht reduzieren.

    Ich freue mich sehr, dass die Gesundheitsdezernentin der Stadt Frankfurt a.M. Dr. Manuela Rottmann ein Grußwort sprechen wird. Es zeigt, dass die Stadt Frankfurt sich seit Jahren das Thema Gendermainstreaming zu Eigen gemacht hat und unsere Patientinnen und Patienten unterstützt.“

    Die Städtischen Kliniken Frankfurt am Main-Höchst betreiben als Maximalversorger in kommunaler Trägerschaft Medizin der höchsten Versorgungsstufe und sind akademisches Lehrkrankenhaus der Johann Wolfgang-Goethe-Universität. Als klinisches Hochleistungszentrum wurde die Position in den letzten Jahren über das Rhein-Main-Gebiet hinaus kontinuierlich ausgebaut. 20 Fachabteilungen mit rund 1.000 Betten stehen für die optimale medizinische Betreuung zur Verfügung. Jährlich werden über 35.000 Patienten stationär und rund 70.000 Patienten ambulant behandelt. Innovative Pflegekonzepte und ein dem Klinikum angeschlossenes Ausbildungszentrum leisten einen wichtigen Beitrag für das hohe Niveau der Versorgungsqualität. Mehr Infos unter www.skfh.de.

    Auszug aus dem Programm:
    9 Uhr-9.15 Uhr
    Begrüßung und Einführung

    PD Dr. med. Michael Grube, Chefarzt der
    Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Städtische Kliniken Frankfurt a.M.-Höchst

    Grußwort
    Dr. Manuela Rottmann, Dezernentin für Umwelt und Gesundheit der Stadt Frankfurt

    9.15 Uhr-9.45 Uhr
    Realer Inzest und seine Folgen, M. Hirsch, Düsseldorf

    9.45 Uhr-10.15 Uhr Geschlechtsspezifische psychiatrische Störungen bei Kindern und Jugendlichen, C. M. Freitag, Frankfurt

    11 Uhr-11.30 Uhr Geschlechtsunterschiede bei psychiatrischen und
    psychosomatischen Störungen des Erwachsenenalters, A. Riecher, Basel

    11.30 Uhr-12 Uhr Körpererleben und Veränderungswunsch – Gibt es Geschlechtsunterschiede? A. Stirn, Frankfurt

    12 Uhr-12.30 Uhr Suchterkrankungen – eine Domäne der Männer?, W. K. Köhler, Frankfurt

    13.30 Uhr-14 Uhr Postpartale Störungen – Diagnostik, Häufigkeit und Therapie, M. Grube, Frankfurt

    14 Uhr-14.30 Uhr Psychopharmakabehandlung in der Schwangerschaft und während des Stillens? N. Bergemann, Daun

    14.30 Uhr-15 Uhr
    Die Tötung des eigenen Kindes – Konstellationen, Dynamik und forensisch-psychiatrische Bewertung, A. Rohde, Bonn

    15 Uhr-15.30 Uhr Zur Versorgung drogenabhängiger Schwangerer und Mütter – das Basler Modell, S. Tschudin, Basel

    16 Uhr-17.30 Uhr
    Workshops:
    Wie sollte sich Geschlechtssensibilität in unseren therapeutischen Angeboten manifestieren?, H. Weigand-Tomiuk, C. Fehr, Frankfurt
    Videogestützte Diagnostik und Therapie bei Mutter-Kind-Behandlungen, E. Wild, P. Trautmann-Villalba, Wiesloch

    Kontakt:
    Petra Fleischer
    Städtische Kliniken Frankfurt am Main-Höchst
    Unternehmenskommunikation/Sprecherin
    Tel. 069/3106-3818
    E-Mail: petra.fleischer@skfh.de
    www.skfh.de

    Postanschrift:
    Gotenstraße 6-8
    65929 Frankfurt am Main

    0
    Noch keine Bewertung
    Ihre Bewertung: Keine

    Presseportal - medcom24 e.K. | Copyright 2008 - 2012 | All rights reserved | SERVICE-HOTLINE: 01801 / 730 730 | Powered by Drupal Design by Artinet