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    „RuhrSTIM“ – Neues Zentrum für Tiefe Hirnstimulation und Neuromodulation

    Verbesserte Versorgung von Patienten mit Bewegungsstörungen und chronischen Schmerzen im Ruhrgebiet

    Im Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum wurde jetzt das Anfang des Jahres gegründete Netzwerk „RuhrSTIM – Zentrum für Tiefe Hirnstimulation und Neuromodulation“ vorgestellt. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss aller Knappschaftskrankenhäuser im Ruhrgebiet, die sich dafür einsetzen, Patienten mit neurologischen Bewegungsstörungen (z.B. Morbus Parkinson, Tremor, Dystonie) und chronischen Schmerzen durch eine dauerhafte elektrische Stimulation von Nervengewebe erfolgreich zu therapieren. Durch die klinik- und disziplinübergreifende Zusammenarbeit ist es fortan möglich, den Patienten von der Voruntersuchung und Indikationsstellung über die Implantation bis hin zur Nachsorge eine kompetente Versorgung aus einer Hand anzubieten.

    Wenn Medikamente oder andere Behandlungsmethoden keine ausreichende Wirkung mehr zeigen, kann die elektrische Stimulation von Nervengewebe (sogenannte Neuromodulation) häufig weiterhelfen und eine deutliche und dauerhafte Verbesserung der Lebensqualität selbst bei fortgeschrittenen und schwer behandelbaren Erkrankungen ermöglichen. Allerdings kommt es darauf an, die für diese Therapie geeigneten Patienten sorgsam auszuwählen, sie entsprechend zu beraten und auf die dafür notwendige Operation optimal vorzubereiten.

    Ein gutes Beispiel dafür ist Gerd Loose. Nachdem der Parkinsonpatient trotz seiner immer höher dosierten Medikamente mehr und mehr abbaute und nicht einmal mehr allein wohnen konnte, entschied er sich auf Anraten des Ärzteteams am UK Knappschaftskrankenhaus Bochum für die Tiefe Hirnstimulation, also der Implantation eines sogenannten Hirnschrittmachers. Dabei werden feine Elektroden in einer mehrstündigen Operation in das Gehirn eingesetzt, die in der Folge dauerhaft elektrische Impulse in bestimmte Regionen des Gehirns übertragen und die Funktion von erkrankten Hirnstrukturen wieder ins Gleichgewicht bringen. Bei Gerd Loose schlug die Therapie so gut an, dass er derzeit nur knapp ein Zehntel der vorher notwendigen Medikamente benötigt, wieder alleine leben und sogar Auto fahren kann.

    Neben Parkinson-Betroffenen kann die Tiefe Hirnstimulation auch geeigneten Patienten mit Tremor (unkontrolliertes Zittern) und Dystonie (unwillkürliche Verkrampfungen und Fehlhaltungen) helfen. Da zum Behandlungsspektrum des Zentrums „RuhrSTIM“ die gesamte Palette von funktionell-neurochirurgischen Eingriffen gehört, wird auch die Neuromodulation angeboten. Damit kann bei Patienten mit chronischen Schmerzsyndromen eine wirksame und dauerhafte Schmerzlinderung durch die Stimulation von peripheren Nerven, Rückenmark oder Gehirn erreicht werden. Die langfristige Betreuung von Schmerz-Patienten erfolgt vor und nach der Operation durch Fachärzte für Anästhesiologie (Bottrop: Dr. Rainer Michels, Bochum: Dr. Günther Oprea, Dortmund: Dr. Thomas Hofmann, Recklinghausen/Marl: Prof. Dr. Hans-Georg Bone).

    „RuhrSTIM“ besteht aus dem Kerntherapiezentrum mit den Knappschaftskrankenhäusern an den benachbarten Standorten in Bochum und Recklinghausen. Letzteres Haus bildet gemeinsam mit der Paracelsus-Klinik in Marl das Klinikum Vest. „Wir freuen uns, den Betroffenen in unserer Region nun die kompetente Behandlung mit der Tiefen Hirnstimulation noch besser und umfassender anbieten zu können“, so Prof. Rüdiger Hilker-Roggendorf, Sprecher des Netzwerks „RuhrSTIM“ und Leitender Arzt der Klinik für Neurologie am Behandlungszentrum Paracelsus-Klinik Marl.

    Während die Indikationsstellung in allen Kliniken (Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum, Knappschaftskrankenhaus Bottrop, Klinikum Vest, Klinikum Westfalen) erfolgt, werden die Operationen am Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum von Oberarzt Dr. Yaroslav Parpaley und weiteren Kollegen der Neurochirurgischen Klinik sowie in der Klinik für Neurochirurgie in Recklinghausen (Priv.-Doz. Dr. Maximilian Puchner) vorgenommen. Die postoperative Rehabilitation wird in Bottrop angeboten. Um die operative Nachsorge kümmern sich wieder alle Kliniken. Dank des Zentrums profitiert der Patient von einer einfachen und kurzfristigen Terminvergabe innerhalb der Netzwerkpartner und wird während des gesamten Behandlungszeitraums von festen Ansprechpartner betreut.

    Der Schwerpunkt der Parkinson-Behandlung wird in Bochum durch Priv.-Doz. Dr. Sabine Skodda, Leitende Oberärztin der Neurologischen Klinik, geführt. Die Kliniken für Neurologie und für Anästhesie/Schmerztherapie an den Knappschaftskrankenhäusern in Bottrop und Dortmund (Klinikum Westfalen) nehmen ebenfalls am „RuhrSTIM“-Netzwerk teil. Schwerpunkte sind dort vor allem die Behandlung von Bewegungsstörungen bei Patienten mit Multipler Sklerose (Klinik für Neurologie am Knappschaftskrankenhaus Dortmund, Dr. Ulrich Hofstadt-van-Oy) sowie die Neurologische Rehabilitation (Klinik für Neurologie am Knappschaftskrankenhaus Bottrop, Dr. Reinhold Dux, Oberarzt Thomas Lunke).

    Weitere Informationen unter www.ruhrstim.de.

    Bildunterzeile(v.l.): Dr. Thomas Hofmann (Oberarzt, Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, Klinikum Westfalen), Dr. Ulrich Hofstadt-van Oy (Chefarzt, Klinik für Neurologie, Klinikum Westfalen), Dr. Yaroslav Parpaley (Oberarzt, Neurochirurgische Klinik, UK Knappschaftskrankenhaus Bochum), PD Dr. Sabine Skodda (Ltd. Oberärztin, Neurologische Klinik, UK Knappschaftskrankenhaus Bochum), Prof. Dr. Rüdiger Hilker-Roggendorf (Ltd. Arzt, Klinik für Neurologie, Klinikum Vest/Standort Paracelsus-Klinik Marl), Thomas Lunke (Oberarzt, Klinik für Neurologie, Knappschaftskrankenhaus Bottrop), Dr. Günther Oprea (Oberarzt, Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, UK Knappschaftskrankenhaus Bochum) und Prof. Dr. Hans-Georg Bone (Chefarzt, Zentrum für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Klinikum Vest).

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